Robert Neville verbarrikadiert sich in seinem Haus. Das Haus ist mit Holzplanken geschützt, rings um das Haus hängen Knoblauchkränze. Er schützt sich vor den nächtlichen Übergriffen der Vampiren. Die ganze Stadt - Neville hat seine Frau und seine Tochter verloren - scheint wie ausgestorben, es lebt kein einziger Mensch mehr. Eine rätselhafte Krankheit, ausgelöst durch einen Bazillus wie Neville später durch seine Forschung feststellt, hat alle Menschen dahingerafft, und zu lebenden Toten gemacht. Viele Tote wurden zwar verbrannt, aber eben nicht alle. Und diese Toten treiben nachts ihr Unwesen, und wollen Neville aus seinem Haus holen.
Es beginnt ein täglicher Nervenkrieg, der nicht nur durch die nächtlichen Übergriffe der Vampire auf das Haus ausgelöst werden, sondern auch durch Neville selbst. Er lebt ein Einsiedlerdasein ,die staatliche Ordnungsmacht exisitiert nicht mehr, und er hat keine menschliche Bezugsperson mehr. Seine einzige Aufgabe ist es, die Vampire tagsüber bei seinen Streifzügen durch die Stadt aufzuspüren, und zu ""vernichten"". Um Neville's geistigen und seelischen Zustand sieht es nicht gut aus. So vergehen die Monate, bis er eines Tages ein junges Mädchen entdeckt.
Neville ""fängt"" das verwirrte und ängstliche Mädchen ein, und nimmt es mit nach Hause. Durch die vergangenen Erlebnisse mißtrauisch geworden, führt er eine Blutanalyse bei dem Mädchen durch, um sicher zu gehen, dass sie nicht infiziert ist. Sie lässt sich widerwillig dazu überreden. Das Mädchen ist infiziert, entflieht Robert und hinterlässt ihm einen Brief. Aus dem Brief geht hervor, dass sie eine Spionin der lebenden Vampire ist.
Die Inhaltangabe liest sich zuerst wie eine krude Mischung aus Horrorelementen, und den typischen SF-Untergangsstories der 50er Jahre.
Die Mischung kommt schon hin, ist aber beileibe nicht "krude".
Der Roman ist im Grunde ein Hohelied auf das Leben, in seiner Wandlungsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit.
Neville wird sich zum Schluss gewahr, dass er mittlerweile der Abnormale ist, und nicht die Vampire, die sich als die neuen "Herrscher" über den Planeten begreifen.
Das "Leben" lässt sich eben nicht aufhalten.
Matheson gelingt es von der ersten Zeile an, eine spannende, dramatische und aber auch traurige Geschichte zu erzählen.
Über weite Strecken gibt es im Grunde nur eine Person, Robert Neville, sein Denken und seine Gefühle werden realisitisch, aber dennoch auch "anrührend", dabei gänzlich ohne Pathos beschrieben.
Matheson's Schreibstil ist gut (nicht brilliant wie bei Pangborn oder Ballard). Er gehört auch nicht zu den besten Erzählern unter den SF-Autoren (Pangborn, George R. Stewart sind ihm hier überlegen), aber dennoch passt seine Erzählweise (kompakte, verständliche und kurze Sätze) sehr gut zu Neville's Gefühlsleben und natürlich auch zur Rahmenhandlung.
Alles in allem eine klare Leseempfehlung von mir. Ein guter Roman.
volle 4 Sterne, und ein bißchen mehr ;-)