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Ich bekenne, ich habe gelebt: Memoiren
 
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Ich bekenne, ich habe gelebt: Memoiren [Taschenbuch]

Pablo Neruda
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 480 Seiten
  • Verlag: Sammlung Luchterhand; Auflage: N.-A. (1. Januar 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3630620418
  • ISBN-13: 978-3630620411
  • Originaltitel: Confieso que he vivido.Memorias
  • Größe und/oder Gewicht: 18,4 x 11,5 x 2,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 33.307 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Pablo Neruda
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Jedenfalls liest sich sein Erinnerungsbuch so, wie man einen kräftigen Landwein trinkt, der den Geist nachhaltig berauscht, weitet, aber nicht trübt ..." (Curt Meyer-Clason )

Kurzbeschreibung

Pablo Neruda, einer der größten Dichter des 20. Jahrhunderts und einzigartig als Mensch, Politiker und Humanist, hat mit seinen Memoiren ein grandioses Dokument seines Lebens und seiner Welt hinterlassen.




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33 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Still sitzen und alten Meistern zuhören, 23. September 2004
Von 
Rezension bezieht sich auf: Ich bekenne, ich habe gelebt: Memoiren (Taschenbuch)
Ich bin eher zufällig auf dieses Buch gestoßen und mit einiger Skepsis daran gegangen. Ich kann mit Lyrik nicht viel anfangen, was soll ich da also mit den Erinnerungen eines Dichters? Aber bereits nach wenigen Seiten hat mich Neruda in seinen Bann gezogen und in eine Welt geführt, wie sie echter aber gleichzeitg wundersamer nicht sein könnte. Manche Erinnerungen sind wunderschön (der chilenische Regenwald), manche eher erschreckend (die behördlichen Hürden im spanischen Bürgerkrieg), manche erhellend (Nerudas Freundschaften mit anderen Dichter-Kollegen), manche auch etwas irritierend (so ist es nicht immer leicht, sich in den glühenden Kommunisten Neruda hineinzuversetzen, da man das Ende der Sowjetunion kennt, Neruda aber nicht), aber Pablo Neruda findet immer die sprachlichen Mittel, um seine Erinnerungen fast plastisch vor dem Leser aufzubauen. Man scheint förmlich heineingezogen zu werden in eine räumliche Welt und Manches wird derart wunderbar erzählt, dass man glaubt, es handle sich um selbst Erlebtes ...

Ich kann dieses Buch des großartigen Dichters wärmstens all denen empfehlen, die Sprache nicht nur als Mittel zum Zweck erachten sondern ihr Luft und Raum zugestehen um zu wachsen und sich zu entfalten, Und natürlich empfehle ich dieses Buch auch all denen, die gerne Menschen zuhören, die wirklich etwas zu erzählen haben.

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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Es ist wahr, Pablo Neruda hat tatsächlich gelebt, 5. März 2006
Von 
Rezension bezieht sich auf: Ich bekenne, ich habe gelebt: Memoiren (Taschenbuch)
Fast 20 Jahre hat Pablo Neruda, einer der bedeutensten lateinamerikanischen Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger, an seinen Memoiren gearbeitet. Mit zum Teil überwältigender sprachlicher Schönheit ( "Von dem, was ich in diesen Blättern hinterlasse, werden sich - wie in den Baumalleen des Herbstes und wie zur Zeit der Weinernte - die gelben Blätter lösen, die sterben werden, und die Trauben, die auferstehen werden im heiligen Wein") führt uns der große Chilene durch sein Leben als Honorarkonsul, gefeierter Dicher und Präsidentschaftskandidat.

Trotz aller Aufrichtigkeit mit der Neruda sein Dichterleben beschreibt, bleibt das Gefühl, das er uns vieles vorenthält oder nicht erinnern will, so werden z.B. seine Jahre in Burma (dem heutigen Myanmar), die für den jungen Mann sehr entscheidend gewesen sein müssen, da sie ihn zu den melancholischen Gedichten aus "Residencia en la tierra" (dt. Aufenthalt auf Erden) inspirierten und offenbar seine tiefgreifensten Erfahrungen von Einsamkeit und Tod darstellten, in einigen Sätzen abgehandelt. Ebenso erfährt man wenig über die Entstehungsgeschichte der übrigen Gedichtbände, die Frage bleibt, wie ein gerade 19- jähriger mit "Veinte poemas de amor y una canción desesperada" (dt. Zwanzig Liebesgedichte und ein verzweifelter Gesang) eines der herzzereißensten und erotischsten Bücher über die Liebe verfasste, ohne das jemals die Rede von einem Mädchen ist, das in seiner Jugend eine entscheidene Bedeutung hatte. Es scheint ihm, der tiefste Emotionen sein Leben lang in Gedichten zum Ausdruck brachte, schwer zu fallen, diese dem Leser in seiner Autobiografie zu enthüllen.

Im Vordergrund seiner Berichte stehen nicht große Gefühle, sondern alltägliche Begegnungen mit chilenischen Sonderlingen, Dichterkollegen wie García Lorca, Miguel Hernández oder Rafael Alberti und nicht zuletzt politischen Gesinnungsgenossen.

Dem Kommunismus, der in Nerudas Leben und späteren Gedichtbänden eine zunehmende Rolle spielte, kommt auch in Confieso que he vivido eine entscheidene Bedeutung zu. Nach dem Spanischen Bürgerkrieg aus der dichterischen Idylle in Madrid herausgerissen, kehrte Neruda zunächst nach Mexiko, später dann ins heimatliche Chile zurück, um sich den Angelegenheiten der einfachen Arbeiter zu widmen, die von Großkonzernen niedergedrückt wurden. Seine Solidarität und Aufopferungsbereitschaft bringt ins bis zur Kanditatur für die chilenische Präsidentschaft, welche er allerdings zugunsten Salvador Allendes ablehnt. Nach der Ermordung Allendes gerät sein Leben in eine Krise.

Nerudas Leben ist gleichermaßen von Erfolgen und Rückschlägen geprägt, er bemüht sich nicht, zu mystifizieren und legt mit symphatischer Bescheidenheit ein (leider unvollständiges) Bekenntnis ab.

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24 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Wunderbare Poesie und politischer Dogmatismus - wie passt das zusammen?, 28. August 2007
Von 
ludwigwitzani (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Ich bekenne, ich habe gelebt: Memoiren (Taschenbuch)
"Es regnete ganze Monate, ganze Jahre. Der Regen fiel in Fäden langer Glasnadeln, die auf den Dächern zerbrachen oder in durchsichtigen Wellen gegen die Fensterscheiben schlugen, und jedes Haus war ein Schiff, das in diesem Wintermeer mühsam in den Hafen gelangte." (S.11)
Mit dieser Beschreibung des chilenischen Regens, die zugleich als eine Metapher für das ganze Land verstanden werden kann, beginnt der chilenische Nobelpreisträger Pablo Neruda seine Autobiographie "Ich bekenne, ich habe gelebt" .
Seinen Jugendjahre im südchilenischen Tucuman, seine Lehrzeit bei der Natur im laurentinischen Regenwald folgen stimmungsvolle Bilder der frühen Vagantenzeit in den großen Städten seines Landes, in Santiago und vor allem in Valparaiso, dessen weltabgewandte Melancholie der reife Dichter noch aus einem Abstand von einem halben Jahrhundert beschwört. "Kleine Welten von Valparaiso, grundlos und zeitlos, verlassen wie Kisten, die einmal in den Tiefen eines großen Weinkellers zurückblieben und die niemand mehr abholt, von denen man nicht weiß, woher sie kommen und die nun nie mehr ihrer Enge entfliehen werden. Vielleicht ist in diesen geheimen Bereichen, in diesen Seelen von Valparaiso auf immer die entschwundene Hoheit einer Woge bewahrt, der Sturm, das Salz, das Meer, das rauscht und schimmert. Eines Jeden Meer, bedrohlich und verschlossen, ein nicht mitteilbarer Laut, eine einsame Bewegung, die zu Mehl wurde und zu Schaum der Träume."(S. 80)
Seine ersten Lyrikbände machen ihn bekannt und verhelfen ihm mit der üblichen Protektion der gehobenen Kreise zu einer diplomatischen Laufbahn als eine Art Konsularbeamter in der Fremde. Zwar wundert sich der Junge Pablo mit Recht, "warum ein so kleines Land wie Chile überall in der Welt Konsulate unterhält," (S. 135) aber das Angebot, im Dienste eines südpolaren Heimatlandes nach Shanghai, Singapor, nach Rangoon und Colombo zu fahren, schlägt er nicht aus. Zu seiner Überraschung beizt er einsam gewinnt keinerlei Zugang zu seinen Gastländern., "Die Einsamkeit (...) war vielmehr etwas Hartes wie die Wand eines Gefängnisses, an der du dir den Schädel einrennen kannst, ohne dass dir jemand zu Hilfe eilt, du magst noch so sehr schreien und weinen. Ich begriff, dass es über die blaue Luft und über den goldenen Sand hin jenseits des Urwaldes, jenseits von Schlangen und Elefanten Hunderte, Tausende Menschenwesen gab, die am Wasser sangen und arbeiteten, die Feuer machten und Krüge formten, dass auch glutheiße Frauen nackt auf den schmalen Matten schliefen, im Licht der riesigen Sterne. Doch wie mich dieser pulsierenden Welt nähern ohne als Feind angesehen zu werden." (S.124)
So lebt der junge Neruda, einer der literarischen Vorkämpfer eines antikolonialen Freiheitskampfes Lateinamerikas, bald das parasitäre Leben eines Kolonialbeamten und vermerkt: "In Wahrheit war die Einsamkeit in Colombo nicht nur belastend sondern auch einschläfernd. Ich besaß einige wenige Freunde in der Straße, in der ich wohnte, Freundinnen mehrere Farbschattierungen gingen durch mein Feldbett, ohne mehr Geschichte zu hinterlassen als den körperlichen Blitz. Mein Leib war ein einsamer Scheiterhaufen, der sich an dieser Tropenküste Tag und Nacht entzündete." (132f.).
Später verschlägt es Neruda in das Spanien der Dreißiger Jahre, wo er den später ermordeten Llorca kennenlernt und in der Endphase des Spanischen Bürgerkrieges im Auftrag der chilenischen Regierung verfolgten Republikanern zum Exil in Chile verhilft. Kurz darauf wird er Geschäftsträger in Mexiko, das "er jahrelang durchwandert, von Markt zu Markt. Denn Mexiko lebt von seinen Märkten. Es lebt nicht in den kehligen Liedern seiner Filme, nicht im bäurischen Kitsch von Schnauzbart und Pistole. Mexiko ist ein Land der karminroten und türkisschmimmernden Umhänge. Mexiko ist ein Land der Gefäße und Krüge und der von einem Insektenschwarm zerfressenen Früchte. Mexiko ist ein unendlich großes Land von stahlfarbenen, gelbstacheligen Agaven." (S. 205)
Man sieht, die Schilderungen lassen an Poesie, Anschaulichkeit und Sprachkraft keine Wünsche offen, und über große Teile des Buches ist es geradezu eine Lust, dem Autor durch sein Leben zu folgen. Sogar spannende Passagen werden geboten - etwa die Flucht des frisch gewählten kommunistischen Senators in den Süden des Landes und von dort, von den Häschern des Diktators Videla verfolgt, über die Anden nach Argentinien (S. 246ff.) und nach Paris. Längst ist er in die kommunistische Partei eingetreten, wird von den gleichgeschalteten Völkern des Ostens, die seine Gedichte nur in der Zensur lesen dürfen ( das steht nicht im Buch) gefeiert, logiert als Stalin-Preis-Juror in Moskau, tafelt mit Ilaja Ehrenburg bei erlesenen Weinen und schreibt ansonsten in seinem Dichterhorst auf der Isla Negra im Süden von Santiago an seinem lyrischen Hauptwerk, das ihm im Jahre 1971, damals schon als Botschafter des sozialistischen Präsidenten Allendes den Nobelpreis einbringt.
Eine atemberaubende Karriere fürwahr, die Neruda nur aus der Erinnerung in seiner unnachahmlichen Sprache bis wenige Tage vor seinem Tode seinen Sekretären diktierte. Dass er fast gleichzeitig mit seinem politischen Idol, dem chilenischen Präsidenten Allende, in zeitlicher Nachbarschaft zum Militärputsch General Pinochets starb, mag die Legende seines Lebens noch ein Stufe weiter entrückt haben.
So weit das Positive. Aber wahr ist auch, dass auf diesem staunenswerten Leben und diesem peotischen Genie ein Makel liegt, der sich dem Leser, je weiter er mit der Lektüre voranschreitet, in immer krasser erschließt. Dass er selbst einer seiner größten Bewunderer ist ("Ich las weiter und weiter, selbst ergriffen von den Lauten meiner Gedichte" - S. 344), mag ja noch angehen. Erschreckend aber ist die moralische Einäugigkeit, die das Buch von der ersten bis zur letzten Seite durchzieht. Kein Wort über die Massenmorde der kommunistischen Geheimpolizei im Rücken der demokratischen Front in Spanien, kein Wort über die perfide Ermordung Trotzkis im mexikanischen Exil, obgleich Neruda selbst vor Ort gewesen ist und mit den Familien der Attentäter bekannt war - stattdessen allenthalben nur Lobeshymnen auf die Leistungen des Sozialismus in Armenien, in Rumänien und natürlich in der Sowjetunion. Neruda, der Freund des Volkes, schriebt beim Tode Stalins eine Eloge auf den neben Hitler und Mao größten Menschenschlächter der Weltgeschichte, er preist "Lenin den Großen", den wahren Vater aller Blutorgien des kommunistischen Totalitarismus, rühmt den "brillanten Analytiker Shdanow"(S. 265), den Totengräber jedes freien Gedankens in der östlichen Welt und wundert sich über seinen grundanständigen brasilianischen Kollegen Jorge Amado, der nach Kenntnisnahme der stalinistischen Verbrechen sich wie so viele andere moralisch integre Künstler von seinem Irrglauben abwandte. So gehen in diesem Buch vollendete Poesie und eine erschütternde politisch-ethische Inferiorität auf eine Weise Hand in Hand, die den Leser ratlos zurückläßt. Auch wenn man zugeben muss, dass die wunderbaren literarischen Miniaturen, von denen das Buch nur so strotzt, durch die enervierende Parteilichkeit Neruadas in keiner Weise beeinträchtigt werden, so gilt doch auch, dass das zweite durch das erste keineswegs entschuldigt wird. So haben wir meiner Ansicht nach ein Buch vor uns, dass poetische zum Vollkommensten gehört, was ich kenne, moralisch aber zugleich völlig belanglos ist.
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