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Ich beichte
 
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Ich beichte

Karl Malden , Anne Baxter , Alfred Hitchcock    Freigegeben ab 16 Jahren   DVD
4.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Darsteller: Karl Malden, Anne Baxter, O.E. Hasse, Montgomery Clift, Brian Aherne
  • Regisseur(e): Alfred Hitchcock
  • Region: Alle Regionen
  • Bildseitenformat: 4:3 - 1.33:1
  • Anzahl Disks: 1
  • FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
  • Studio: Phoenix Bild- u. Tonträger Vertrieb
  • Erscheinungstermin: 27. August 2008
  • Produktionsjahr: 1953
  • Spieldauer: 91 Minuten
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • ASIN: B001E0MQA2
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 35.988 in Filme & TV (Siehe Top 100 in Filme & TV)

Rezensionen

VideoMarkt

Otto Keller und seine Frau Alma arbeiten als Hausmeister in einer katholischen Kirche in Quebec. Als er ein Haus ausrauben will, in dem er gelegentlich als Gärtner arbeitet, wird Otto erwischt und tötet den Besitzer. Schuldbeladen flüchtet er sich in die Kirche, wo Pfarrer Michael Logan noch arbeitet. Otto gesteht sein Verbrechen. Als die Polizei beginnt, Vater Logan zu verdächtigen, kann er nicht gestehen, was ihm zuvor anvertraut wurde.

Video.de

"Ich beichte" nach dem Theaterstück "Nos Deux Conscience" von Paul Anthelme aus dem Jahr 1902 basiert auf Alfred Hitchcocks Faszination für das Dilemma des Unschuldigen, der eines Verbrechens beschuldigt wird. Während Filme wie "Saboteur" auf dieser Grundlage halsbrecherische Verfolgungsjagden zeigen, fasziniert "Ich beichte" durch Montgomery Clifts Fähigkeit, dem komplexen moralischen Dilemma der Figur des Pfarrers Ausdruck zu verleihen. An seiner Seite brillieren O.E. Hasse als mörderischer Otto Keller und Anne Baxter.

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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:DVD
...aber das ist eigentlich komplett unwichtig, da es in diesem Film um das Drama eines jungen Priesters geht, der schuldig ist, ohne schuldig zu sein: Ein Mensch, der von einem Mord profitiert, obwohl er sich vor Gott zur Rechtschaffenheit verpflichtet hat, dem andererseits Gott selbst die Fesseln angelegt hat, da daß Beichtgeheimnis ihn hindert, den wahren Täter zu verraten.
"Ich beichte" gehört in eine Reihe von Filmen, die ich persönlich als Hitchcocks "schwarze Serie" bezeichnen würde und in die u.a. der Stummfilm "The Manxman" (1929), "Der Fall Paradin" und "Sklavin des Herzens" (beide aus den 40ern) sowie "Der Falsche Mann" (1956) gehören: All diese Filme sind geprägt durch eine ungewöhnlich tragische Grundstimmung, ernste Themen um Ehrverlust, z.T. im Angesicht alter Traditionen, die auch viel über Hitchcocks katholische Erziehung verraten. Hitchcock selbst distanzierte sich häufig von jenen Filmen, da sie eben nicht den klassischen Suspense-Touch enthielten und eher nachdenklich-morbide als humorvoll und spannend wirkten. Tatsächlich verlangt ein Film wie "Ich beichte" mehrmaliges Anschauen, bevor er seine wahren Qualitäten entfaltet: In düsteren Bildern schildert er den Niedergang eines ursprünglich frommen Menschen, der zum Mörder wird, sowie die Standfestigkeit des anderen Frommen, dem der Mord zugeschoben wird - unterbrochen lediglich von einem dritten Drama, dem der jungen Frau, die sich - seit Jahren hoffnungslos in den Priester verliebt - nur an ihren sanft-melancholischen Erinnerungen trösten kann. Ein wirklich spezieller Film.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Nicht schlecht ! 23. Juni 2008
Von GeNo
Format:DVD
Differenziert, sensibel, eindringlich und auf höchstem Niveau hat Hitchcock nicht nur das Thema des Beichtgeheimnisses behandelt, sondern das der Ethik an sich. Jeder der handelnden Figuren befindet sich mehr oder weniger in einem Zwiespalt, der zeigt, daß das Handeln vorrangig an die eigene seelische Konstitution gebunden ist.

Im Gegensatz zum Anklang, den der Film seinerzeit und seither gefunden hat, halte ich diesen Film nicht nur für Hitchcocks besten, auch wenn er nicht unbedingt dem Klischee eines typischen Hitchcocks entspricht, sondern auch für einen, der in der obersten Liga der besten Filme überhaupt mitspielt.

Drehbuch, Kamera, Darsteller, Musik und Regie kann ich mir persönlich für die Lösung dieser Filmaufgabe nicht gelungener vorstellen. Dabei ist nicht nur die Tiefe, die man in Handlung und Darstellung spürt, erwähnenswert. Die Virtuosität Hitschcocks verhilft dem Film auch als bloße Unterhaltung zu einem Erlebnis, vorausgesetzt, man läßt sich auf das Thema Beichte und Gewissen ein.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von AFN
Format:DVD
Hitchcocks Filme erinnern mich immer mehr an literarische Genies. Ich wage zu behaupten, dass Hitchcock das Genre Film gar nicht mal so hochgeschätzt hat, wie stets angenommen wird. Er war, meiner Ansicht nach, einer der kritischsten und aufklärerischsten Filmkünstler, der zu seinem eigenen Medium, dem bewegten Bild, eine kritische, reflektierende Distanz hatte. Und er ist beseelt von dem Wunsch, den Zuschauer zur Reflexion über seine (des Zuschauers) eigene Haltung und Seh- und Gefühlserfahrung zu bewegen. Er hat diese Absicht nie offen ausgesprochen, vielmehr hat er den Zuschauer, geringschätzig, mit einer "Orgel" verglichen, auf der er jede Gefühlstaste nach Belieben anzuschlagen und dementsprechende Gefühlsreaktionen hervorzurufen wüsste. Aber dies ist wohl darauf zurückzurufen, dass er sehr früh die Erfahrung machte, dass der Zuschauer ein sensationslüsterner und absolut skrupelloser Genießer fremden Leids ist. Aus dem Orgelvergleich spricht viel Verachtung für die medial beliebig manipulierbare Masse, die nur allzu gern hinters Licht geführt und betrogen werden möchte. Es ist nicht weit hergeholt zu sagen, dass Hitchcock die Kamera, die Unverschämtheit, Aufdringlichkeit und das Wollüstig-Schnüffelnde des Kamera-Auges geradezu verabscheut hat (in einem seiner frühesten Filme, "Easy Virtue", wird diese Aversion zum ersten Mal sehr deutlich angesprochen).
Auch in "I Confess", den man selbstredend in der Originalsprache anschauen sollte (Hitchcocks Filme sind unübersetzbar, schon allein aus Gründen der Sprachenvielfalt und Sprachenkonfrontation in seinen Filmen, wie auch in diesem Film; jede Synchronisation ist verheerend), auch in diesem Film wird, wie in Balzacs Romanen, ein Teil des menschlichen Universums in all seinen Details beleuchtet. Dabei erweist sich Hitchcock, wie Balzac, als ein Meister in der Kunst des Schweigens. Nicht nur, dass dieser Film vom Thema her schon von Schweigen schlechthin handelt (an anderer Stelle allerdings auch sehr wohl von Reden und Enthüllen); Hitchcock lässt die Gestalten seiner Filme niemals alles dem Zuschauer auf dem Tablett servieren; das hebt ihn auf die gleiche Stufe, auf der auch Balzac und andere Genies stehen.
Es gibt erstaunlicherweise die Annahme, dass bei Hitchcock Sprache und Dialoge eine völlig untergeordnete Rolle spielten. Man betrachte einmal, wie intelligent, charmant und voller Witz und hintergründiger Ironie schon allein die Dialoge in Hitchcocks Filmen sind und so auch in "I Confess". Ein guter Film lebt immer und sogar in erster Linie von guten Dialogen, die nicht schablonenhaft und nach dem gewohnten "Blabla" klingen (wovon die allabendlich ausgestrahlten Fließbandkrimis im Fernsehen, ganz dem Zeitgeschmack verhaftet, voll sind). Wenn ein Film nur das Sehen allein anspricht, wird er nicht überleben (Stummfilme ausgenommen); er muss auch den Intellekt genauso wie die Tiefenschichten des menschlichen Herzens ansprechen und den Zuschauer zum Nachdenken, Zweifeln, Forschen, Ergründen bewegen. "Nachdenken, zweifeln, forschen, ergründen, mitempfinden"? Aber was würde passieren, wenn das Fernsehen es sich einfallen ließe, zum Nachdenken, Zweifeln, Forschen, Ergründen und Mitempfinden zu bewegen? Dann hätten wir ja intelligente, hinterfragende Zuschauer, die auch noch mitempfänden und unbequem werden könnten, d.h. wir hätten schon wieder die Aufklärung, dieses Übel, dessen Ausrottung die Politiker so viel Schweiß und Zungenarbeit gekostet hat - und immer noch kostet.
Doch zurück zu "I Confess". Hitchcock zeigt auf unnachahmliche Weise, wie zwei völlig unterschiedliche Lebensläufe, nämlich das von Otto Keller und seiner Frau Alma (beide Deutsche Auswanderer, die im Film in den emotional entscheidenden Situationen tatsächlich auch auf Deutsch reden, so vor allem Alma) und das von Pater Logan und Ruth Grandfort in der für den Film nur beiläufigen Figur Vilettes aneinander gekettet werden, und wie der Polizeikommissar und der Staatsanwalt (Letzterer ein guter Freund der Familie von Ruth), versuchen, diesen Knoten, ganz und gar geleitet von ihren eigenen Projektionen und unterbewussten Wünschen, zu lösen. Hitchcock zeigt (ähnlich wie in "The Paradine Case") wie skrupellos ein Anwalt von der Macht, die ihm die Justiz und die Unpersönlichkeit des Gerichtssaals verleihen, Gebrauch macht, um ganz persönliche und lustvolle Neugierde zu befriedigen.
Genau wie jeder andere Film von Hitchcock, und zwar wirklich wie JEDER andere Film von Hitchcock (die angeblich "schlechten" wie die bekanntlich guten mit inbegriffen), ist "I Confess" unerschöpflich. Wer "I Confess" anschaut, sollte auch, zum Vergleich, den erwähnten "The Paradine Case" anschauen. Letztlich erschließen sich die Schönheiten in den Filmen Hitchcocks nur dann, wenn man sich diese Filme mehrmals anschaut (und zwar in der Originalsprache) und wenn man sich möglichst mit allen seinen Filmen auseinandersetzt.
Es ist dies das Geheimnis Hitchcocks: seine Filme bereiten sowohl dem Einmalseher als auch dem "Tatort"- und "Verbotene Liebe"-Geschädigten als auch dem Filmforscher als auch dem Philosophen Genuss und geben ihnen allen Grund, seine Filme immer wieder und immer wieder anzuschauen und jedesmal als etwas Neues zu erleben.
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