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Produktinformation
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Bei der Lektüre änderte sich daran zunächst wenig: Bettgeschichten in anhaltinischer Provinzstadt. Vor 50 Jahren. Heute mit Fritz, morgen mit dem eigenen Gatten, übermorgen mit Franz. Dazwischen Selbstzweifel, Streit, Geldsorgen: Du meine Güte!
Zwei Lese-Abende später hatte ich ein anderes Problem: Wie schreibt man eigentlich eine Hymne? Das Buch zählt, daran besteht kein Zweifel, zu den großen Tagebüchern der deutschen Literatur. Es packt einen, man liest und liest, wird ärgerlich, traurig, bekommt Angst, freut sich und lacht mit der Heldin, die so vieles ist: manische Aufschreiberin, große Liebende, parteilos, parteiisch, Literaturstar zu Lebzeiten, Ulbrichts Hätschelkind zu ihrem Entsetzen, Dissidentin. Und im Herzen immer katholisch.
Brigitte Reimann ist seit fast 30 Jahren tot. Die völlige Verluderung ihrer geliebten DDR hat sie ebenso wenig erlebt wie deren Ende. Ihre Tagebücher sind politisches Denkmal der Hoffnungen, die die DDR einst band und des Wahnsinns dieser Hoffnungen. Wie Victor Klemperer sah Reimann den Faschismus in vielen Aspekten des -- vorgeblich sozialistischen -- Alltags.
Den Leser aber berühren andere Dinge und den Rang des Buches macht etwas anderes aus: Eine reißende, bis zur Selbstzerstörung gehende Leidenschaftlichkeit bei zugleich kalter und klarer Beobachtung der eigenen Person, der Menschen und Entwicklungen um sie her.
Es gibt sie noch, die guten Dinge. Jede Wette, dass Sie es mehrmals lesen werden. Eine Anschaffung fürs Leben. --Michael Winteroll
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Dazu kommt eine extrem lebenshungrige, leidenschaftliche und doch manchmal kuehl analysierende Frau.
Ich habe mir sofort auch den ersten Band besorgt. Der ist zu Anfang etwas chaotischer und sehr privat, die interessanten politischen Aussagen des zweitens Bandes fehlen zunaechst, aber im Laufe der Lektuere kommt das auch noch, und wie!
Ein Manko gibt es allerdings, aber daran ist nicht BR schuld, sondern die Herausgeberin. Am Ende des Buches sind Anmerkungen und Ergaenzungen. Keinerlei Hinweise darauf (wie zum Beispiel ganz simple Fussnoten) im ersten Teil. Damit koennte man leben, ich habe einfach 2 Buchzeichen benutzt und auf gut Glueck nachgesehen, ob bestimmte Dinge erklaert werden. Und genau hier kommt der Schwachpunkt. Es wird zwar vieles erklaert, aber noch mehr nicht erklaert, man koennte hier sehr viele Informationen und Ergaenzungen anbringen. Aergerlich, die Qualitaet schwankt sehr, wie bei einer nicht konsequent durchgefuehrten Fleissarbeit.
Nimmt den Tagebuechern selbst aber nichts--lesen!
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