Schon oft bin ich in der Buchhandlung um dieses Buch herumgeschlichen und jetzt habe ich zugegriffen. Denn wer hat schon nicht mindestens einmal gedacht "Ich arbeite im Zentrum für Bekloppte"?
Martin Wehrle bekommt als Karrierecoach Einblick in verschiedene Firmen und zwar nicht aus der Chef- sondern aus der Mitarbeitersicht. Und was er da erblickt, ist erschreckend. In deutschen Unternehmen regiert der Irrsinn. Entscheidungen werden aufgrund von Sympathien gefällt, Meetings sollen nur den Anschein von Entscheidungsfindung erwecken und spätestens, wenn man auf dem Chefsessel sitzt, wird man taub für jede Kritik.
Überzogen, sagen die einen. Die volle Wahrheit, sage ich. Mir tut jetzt noch der Nacken vom vielen Nicken weh, so sehr konnte ich den einzelenen Fallbeispielen zustimmen. Der Autor erzählt die Fallbeispiele und seine Erlebnisse mit sehr viel Witz ohne dabei den nötigen Ernst zu verlieren.
Doch es wird nicht nur draufgehauen. Im zweiten Teil des Buches erklärt der Karriere-Coach, inwieweit man selbst schon irre ist und wie man den Absprung schafft. Dabei hält er dem Leser auch einen Spiegel vor und lädt die Hauptschuld nicht nur bei den Arbeitgebern ab. So muss man sich auch mit sich selbst und seinen Einstellungen beschäftigen, seine Wünsche und Hoffnungen ergründen und Stellung beziehen. Martin Wehrle zeigt so, dass die Arbeitswelt und die Irrenhäuser nicht einfach in Schuldige und Unschuldige, Irre und Opfer unterteilt werden kann.
Fazit: ein sehr lesenwertes und vorallem witziges Buch, dass mit Spaß und dem nötigen Ernst zeigt, was in unserer Arbeitskultur falsch läuft. Eine unbedingte Kaufempfehlung.