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Produktinformation
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Andy Gage hat ein sehr grundlegendes Problem: Er hört Stimmen! Natürlich führen wir alle gelegentlich mehr oder minder ausführliche Dialoge in unseren Gedanken -- wenn uns Gewissensbisse plagen oder ein wichtiges Gespräch bevorsteht. Aber Andy teilt seine Gedankenwelt gleich mit Dutzenden von Seelen, die ihn in den unpassendsten Momenten auch mal in die zweite Reihe verdrängen und die Kontrolle über seinen Körper übernehmen. Mit psychiatrischer Hilfe ist es Andy in den letzten beiden Jahren gelungen, ein gewisses seelisches Gleichgewicht zu finden und ein ansatzweise normales Leben zu führen. Zusammen mit Doktor Grey hat er einen Zeitplan entwickelt, der es allen seinen unterschiedlichen Persönlichkeiten ermöglicht, in der "Realität" zu leben und sich dort zu verwirklichen.
Andys Leben verändert sich radikal, als er Julie Sivik kennen lernt. Julie betreibt eine Softwarefirma namens "Reality Factory". Ihr wird schnell klar, dass ein Mensch mit Multiplen Persönlichkeitsstörungen der ideale Berater bei ihren Projekten sein könnte, und sie bietet dem sonderbaren jungen Mann einen Job an. Andy fühlt sich in der "Reality Factory" auch sichtlich wohl -- bis Julie eines Tages Penny Driver einstellt, eine Frau, die in ihrem Kopf ebenfalls nicht alleine ist. Gemeinsam versuchen Julie und Andy, ihr einen Weg zu weisen, wie sie damit umgehen kann. Allerdings hat Andy nicht damit gerechnet, dass dabei auch sein peinlich genau strukturiertes Leben durcheinander geraten könnte ...
Seit dem eindrücklichen Roman Hannah und die Anderen von Adriana Stern gab es kein Buch mehr, dass sich so überzeugend mit Multiplen Persönlichkeitsstörungen auseinander setzt. Matt Ruff hat sich eines sensiblen Themas angenommen und daraus -- durchaus respektvoll und mit trockenem Humor -- große Literatur gemacht. Mit diesem Roman hat er endgültig bewiesen, dass er in keine Genre-Schublade gehört. Hoffen wir, dass wir auf sein nächstes Buch nicht wieder sechs Jahre warten müssen. --Hannes Riffel
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Leider hat der geniale Wortwitz des englischen Originals mal wieder unter der Übersetzung gelitten, die zwar handwerklich fehlerfrei durchgeführt wurde, aber einige Inhalte, die zwischen den Zeilen steckten, unter den Tisch fallen ließ. Zwar ist die Übersetzung des berühmten "F-Wortes" in sämtlichen Flexionen, die im Original äußerst häufig auftreten, gut gelungen, aber die Inkonsequenz im Gebrauch von englischen und deutschen Wörtern (Society vs. Gesellschaft) hinterlässt den Eindruck, als hätten die Übersetzer einfach nicht darüber nachgedacht, genauso wie der verfehlte Einsatz von Dialekten. Vor allem stören aber die Grammatik- und Zeichensetzungsfehler, die mich beim Lesen immer wieder aus dem Fluss brachten.
Andrews Leben wird plötzlich durch das Erscheinen von Penny durcheinander gebracht. Penny, eine junge Arbeitskollegin leidet auch an Multipler Persönlichkeitsstörung - nur hat sie das selbst noch nicht erkannt und verhält sich dementsprechend schizophren. Gemeinsam mit Andrews Hilfe versuchen die beiden Ordnung in Pennys Leben zu bringen und ihr auch ein inneres Haus zu bauen, um die verschiedenen Seelen miteinander in Einklang zu bringen. In diesem höchst dramatischen Prozess wird Andrews scheinbare Abgeklärtheit durcheinander geworfen und in seiner Vita tauchen mit einem Mal mysteriöse Ungereimtheiten auf, die er noch aufarbeiten muss.
Dieses ungewöhnliche Konzept bietet viel Stoff für spannende Lektüre ungeachtet der medizinischen Fundiertheit. Ich kenne mich mit MPS nicht genug aus, um beurteilen zu können wie realistisch dieses Arrangement ist, welches Andy Cage mit Hilfe seiner Therapeutin ausgearbeitet hat und ob sich echte MPS-Patienten in diesem Buch wieder finden aber selbst wenn das Buch rein fiktiven Ursprungs ist, mindert es die Originalität und Qualität der Geschichte nicht.
Der Schreibstil ist trotz des kompliziert scheinenden Themas flüssig und klar und es bereitet keine Probleme das Buch in der Originalausgabe auf Englisch zu lesen. Wer diese Geschichte interessant fand, sollte auch Wally Lambs „ I know this much ist true" auschecken.
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