Udo letztes Werk im ausklingenden Jahrtausend zeigt mehr den nachdenklichen Menschen im Künstler. Herausragenstes Werk ist "Die Krone der Schöpfung", eine 16-minütige Komposition, die Udo zusammen mit den Berliner Philharmonikern aufgenommen hat. Sie behandelt kritisch den fahrlässigen Umgang der Menschheit mit der Schöpfung. Zusammen mit "Gehet hin und vermehret euch" und "Wort" soll "die Krone der Schöpfung" eine Sinofonie bilden, auf deren komplette Aufführung wir allerdings noch warten. Vielleicht kommen ja im Anschluß an die nächste Tournee noch einige Konzerte im Stil der "Open Air Symphony" von 1992, bei der dann das komplette Werk aufgeführt werden könnte. Auch die übrigen sind eher ruhig gehalten und haben meist nachdenkliche Inhalte. Mit "Ich werde da sein", "Mehr als nur vier Wände", "Bring ein Licht ins Dunkel", "Beziehungsweise" (nur Udo und Streichquartett!), "Ein Bote aus besseren Welten" und "Ich laß euch alles da" finden sich gleich sechs äußerst stimmungsvolle Balladen. Als Gegenpol mit lustigem Charakter war wohl "Alles, was gut tut" gedacht. Im Verhältnis zu den anderen Liedern wirkt es aber banal und unoriginell und wie eine Billigkopie von "Vielen Dank für die Blumen". Der Soundmix dieses Lieds klingt sehr synthetisch und nach Werbespot-Gute-Laune. Zwei fetzige Lieder sind dann doch noch zu finden, "Tausend Jahre Glück" im Stil von "Ich weiß, was ich will" und die Swingnummer "Danke für den Abend". Die übrigen drei Lieder sind leider eher schwach. Das Duett mit seiner Tocheter ist ja ganz nett, aber die sängerischen Qualitäten von Jenny überzeugen mich nicht. Die Piepsstimme hat bei "Liebe ohne Leiden" noch gepaßt, aber für dieses Duett hätte er sich lieber eine andere Gesangpartnerin gesucht. Und die beiden Lieder "Offen" und "Tanz auf dem Regenbogen" mit Texten, wie man sie so langweilig von Udo gar nicht kennt, sind auch eher zum Überspringen geeignet. Da finde ich die "Wunderknaben"-Version mit der österreichischen Fußballnationalmannschaft, aus der das "Tanz auf dem Regenbogen" entstanden ist, noch wesentlich witziger. Insgesamt jedoch ist das Album aufgrund der vielen "sauschönen" Lieder eines der besten Alben von Udo Jürgens.