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Sultanas Kinder, zwei Töchter und ein Sohn, wachsen mit Selbstverständlichkeit in dieses Leben mit seinen spezifischen Sitten und Gebräuchen hinein. In dem (eher untypisch) relativ gemäßigten und liebevollen Elternhaus ist es daher für Sultana eine ständige Herausforderung, ihre Kinder zu weltoffenen, toleranten Menschen zu erziehen, wenn ihnen von der Gesellschaft immer wieder gegensätzliche Normen suggeriert werden. Dabei nicht mit Ehemann und Religion zu kollidieren und ständige Konflikte ihrer heranwachsenden pubertierenden Töchter zu entschärfen, führt Sultana fast selbst in eine ernste Lebenskrise.
Ihre ältere Tochter wird zunehmend rebellisch und vergnügungssüchtig, erste Anzeichen psychischer Störungen, die schließlich lange im Ausland behandelt werden müssen. Die jüngere Tochter wandelt sich zum genauen Gegenteil und wird tiefreligiös, kleidet sich freiwillig in die verhaßten islamischen Frauengewänder und terrorisiert schließlich die ganze Familie samt Dienerschaft mit ihrer fanatischen Auslegung des Islam.
Sultana wehrt sich gegen die Mißstände, welche die Frauen an der Entfaltung ihrer individuellen Entwicklung hindern und ihnen die Rechte auf ganz normale persönliche Freiheiten, z.B. den Ehemann selbst bestimmen zu können, vorenthalten. Den größten Erfolg in ihrem Kampf für die Gerechtigkeit und Selbstbestimmung der Frauen im Islam erlangte sie sicherlich mit ihren Büchern.
Einen herben Beigeschmack bereitet mir allerdings die Tatsache, daß Sultana zu einer priviligierten schwerreichen Minderheit in ihrem Staat gehört und alle Annehmlichkeiten ihres Standes mit größter Selbstverständlichkeit nutzt, gleichzeitig aber das System verurteilt, das ihr diesen für uns unvorstellbaren Lebensstandard garantiert. Dieser Gedanke macht das Buch für mich auch etwas unglaubwürdig.
Im goldenen Käfig leben muß Sultana ja nur in ihrem Heimatland, während sie auf unglaublich luxuriösen Auslandsaufenthalten ein relativ freies Leben führen kann. Dies immerhin liegt jenseits dem Möglichkeiten all der Frauen, für deren Rechte sie Wort ergreift.
Dabei bedaure ich es zutiefst, daß der tägliche Kampf der Heldinnen des Alltags, denen nicht Geld im Überfluß und westliche Kontakte zur Verfügung stehen, neben einer schillernden Figur wie Sultana unbemerkt bleibt.
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