HALLO ist der erste Titel auf ICH, dem ersten Album von LIEBE MINOU - und dieses Hallo hört man gerne: Deutsche Chansons mit Akkordeon, Piano und Gitarre und manchmal auch einer Tröte - und immer mit der interessanten Stimme der Sängerin, die ein bisschen quietscht, ein bisschen haucht, in den Höhen kippt und trotz all dieser möglichen Mankos verzaubert. Natürlich muss sich die Debütantin den Vergleich mit Annett Louisan gefallen lassen, denn tatsächlich kann man nicht anders, als sich immer wieder an die Veteranin des Genres erinnert zu fühlen. Doch während Louisan von Anfang an wie ein Vollprofi wirkte, der zu Beginn seiner Karriere eine Portion Lolita zielsicher einsetze, macht Minou eher den Eindruck eines unschuldigen Kindes, das mit großen Augen durch die bunte Welt wandert, die es sich selbst schafft. Und so haben Stimme und Lieder oft den Charme des noch nicht ganz Fertigen, des Spontanen und Unbeschwerten. Spätestens, wenn man sie dann in einem Interview sieht, bestärkt sich dieser Eindruck und manifestiert sich in einem einzigen Wort: bezaubernd. Dies gilt auch für die neun Lieder des Albums (das kurze Intro zählen wir mal nicht) - sie sind schwärmerisch, verträumt und ohne Tiefgang, ohne dabei aber seicht zu sein. Seifenblasenmusik, die man gerne hört und von der man sich wünscht, dass sie nicht zerplatzen wird. Den Versuch, dann doch noch zwei Schüppen Emotionalität mehr in den Ofen zu werfen, hätte man sich eventuell sparen können - denn KASTANIENBAUM, ein gehaucht-gelittenes Stück, kauft man der jungen Sängerin noch nicht ab. Wunderbare Anspieltipps sind dafür MEIN ZUHAUSE, AN DICH, HALLO und SCHNEEKUGEL, in dem es die Sängerin das, was der Verfasser dieser Zeilen beim Hören ihres Albums denkt, in Reime fasst: Manchmal möchte ich dort sein / An dem magischen Ort sein / Einfach ganz ohne Wort sein / Manchmal möcht ich wie sie sein / Von dem allen befreit sein / So wie sie federleicht sein, einmal.