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Ich und Kaminski. CD
 
 
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Ich und Kaminski. CD [Audiobook] [Audio CD]

Daniel Kehlmann , Rudolf Wessely , Anian Zollner
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Produktinformation

  • Audio CD
  • Verlag: Universal Music; Auflage: 1., Aufl. (22. Juni 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3829114524
  • ISBN-13: 978-3829114523
  • Größe und/oder Gewicht: 13,6 x 12,2 x 0,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (50 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 937.254 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Daniel Kehlmann
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Produktbeschreibungen

Amazon.de Hörbuch-Rezension

Daniel Kehlmann schrieb einmal: „Aus irgendeinem Grund hören viele Menschen einen Text lieber, als ihn selbst zu lesen, und sie hören ihn lieber dargeboten von einem stotternden und hustenden Vorlese-Dilettanten, der sein Verfasser ist, als von einem Profi“. Und dann machte er sich daran, selbst als Vorleser seines Romans Ich und Kaminski auf drei CDs zu dilettieren und so seine eigene Aussage zu bestätigen. Gehustet und gestottert wird zwar nicht, aber Kehlmanns Vortrag ist doch dazu angetan, sich ein allgemeines Verbot von Autorenlesungen zu wünschen. Umso mehr, wenn man vergleicht, wie genial und berauschend, Kehlmanns Bestseller Die Vermessung der Welt vom Schauspieler Ulrich Matthes interpretiert wurde.

Der Schuss geht leider gleich doppelt nach hinten los. Durch den eher unangenehmen und laienhaften Vortragsstil des Autors treten die literarischen Schwächen des Romans noch deutlicher hervor. Und eigentlich muss man sich wundern, dass Kehlmann sich mit seinem nächsten Roman, dem gefeierter Bestseller Die Vermessung der Welt, so steigern konnte. Auf dem Cover wird der Autor zitiert: „Mit Ich und Kaminski habe ich mir die Komik als Stilmittel erarbeitet“. Wenn das stimmen sollte, dann merkt man es dem Roman leider nicht an. Am schlimmsten aber ist, dass der Autor seinen Text mit einem Tonfall liest, als wäre er schreiend komisch. Also Finger und Ohren weg. Wer ein Hörbuch von Daniel Kehlmann haben möchte, sollte unbedingt zu Die Vermessung der Welt greifen. --Christian Stahl

Spieldauer: ca. 215 Minuten, 3 CDs, Autorenlesung -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD .

Neue Zürcher Zeitung

Das Genie und das Nichts

Daniel Kehlmanns Roman «Ich und Kaminski» Von der geplanten Biographie des noch lebenden Malers Manuel Kaminski, des vergessenen Surrealisten, des Zeitgenossen von Picasso und Matisse, verspricht sich ein junger Kunsthistoriker den ganz grossen Durchbruch sowie Ruhm und Geld. Er macht sich auf die Bahnreise in das kleine Bergdorf, in dem Kaminski mit seiner Tochter lebt. Als er grossspurig in Kaminskis Wohnstube tritt, kennen wir diesen Menschen so gut, dass uns der Alte schon leid tut. Der Romanheld Sebastian Zöllner ist eine Kreatur des Kunstbetriebs; ein unangenehmer Mensch, der es darauf anlegt, seine Mitmenschen durch Unhöflichkeit vor den Kopf zu stossen. Er benutzt fremde Wohnungen und fremde Leben. So will er sich auch des Malers Kaminski bemächtigen, zur Befriedigung seiner Selbstsucht. Seine Recherchen sind Lehrstücke in zynischem Pragmatismus. Daniel Kehlmann braucht nur zwanzig Druckseiten, um die Konstellation eines ungleichen Duells zu gründen: ein egozentrischer, subalterner Intellekt gegen das schöpferische Genie, eine unsichere, fremden Meinungen unterworfene, parasitäre Existenz gegen die Autorität eines Lebenswerks, das sich vollendet hat und zu sich selbst zurückgekehrt ist, jenseits der Öffentlichkeit, in der zeitentrückten Stille des nahen Todes. Daniel Kehlmann erzählt diese Geschichte in der ersten Person, aus der Perspektive des jungen Mannes. Das ermöglicht seinem Roman eine grossartige Tiefenschärfe. Die Oberfläche aber, die Sprache ist von polierter Härte; sie desavouiert den Erzähler, ohne dass sie ihn denunzieren muss. Zöllners Selbstwahrnehmung wird in seiner fatalen Unangemessenheit und Hybris gespiegelt in den Reaktionen der Menschen, denen er auf die Nerven geht. Er merkt davon nichts. Nicht einmal, dass seinem Gegenspieler, dem vergessenen Avantgardisten, dieser windige Biograph nicht so unwillkommen ist, wie es auf den ersten Blick aussieht. Bei seinem Wildern im fremden Leben hat er Kaminskis Jugendliebe aufgestöbert. Kaminski, fast blind und altersschwach, beschliesst, sie mit Zöllners Hilfe aufzusuchen. Der junge und der alte Mann, der Mediokre und das Genie, brechen zu einer Autofahrt Richtung Norden auf. Am Ende dieser Reise in die Erinnerung voller Kuriositäten, komödiantischer Wendungen, und grimmiger Menschenkenntnis hat das Leben den Biographen und die Kunst den Kunstbetrieb überlistet. Zöllner (der Name ist sprechend) hat nicht Kaminski, sondern dieser ihn übertölpelt. Ein anderer als Zöllner wird die Biographie schreiben, und er wird das willfährige Werkzeug eines Genies sein, dessen Avantgardismus so selbsternannt ist wie das Sendungsbewusstsein seines Biographen eitel. Seinen Ruhm verdankt Kaminski einem einzigen Sachverhalt: der grosse Claes Oldenburg hat ihn einmal ausgestellt. Am Ende steht etwas wie Zuneigung zwischen dem listigen alten Mann und dem Adepten; die Begegnung endet mit einem Unentschieden. Das Buch hat die Spannung eines guten Kriminalromans, aber die Indizienketten liegen hier offen in den Gesichtern und Gesten der Figuren. Daniel Kehlmann ist ein überaus klarer und konzentrierter Erzähler. Ihn interessiert die Poetizität eines Stoffes, das heisst, seine Eignung, im Sichtbaren das Nicht-Sichtbare, im Wirklichen die Transzendenz des immerhin Möglichen zu transportieren. In den ersten drei Romanen waren es noch surreale Phantasien, die den Helden die übersinnliche Erfahrung von Zeit, Tod, Identität ermöglichten. Der vierte Roman des 1975 geborenen Daniel Kehlmann braucht nicht mehr die Grenzerfahrung von Unglücksfällen, magischen Entrückungen. Die Mythen des Kunstmarkts treiben blühende Lebenslügen hervor, denen der Biograph und das Objekt seiner Begierde gleichermassen huldigen. Kehlmann schreibt mit dieser feinen Farce sein Thema weiter: die Spiegelungen von Welten und Gegenwelten, Materie und Antimaterie. «Ich und Kaminski» ist ein streng symmetrisch um das Spiegelmotiv angelegter Hypertext über Mythen und Diskurse der Kunst und ihrer Akteure. Wie vorher der Magier Beerholm («Beerholms Vorstellung», 1997), der Mathematiker Mahler («Mahlers Zeit», 1999) oder der Universalgelehrte Vetering («Der fernste Ort», 2001) ist Manuel Kaminski die Verkörperung eines hoch entwickelten schöpferischen Bewusstseins. Und wie alle anderen weiss sich dieser überlegene Intellekt umstellt von der Banalität der Erinnerungen, gefährdet durch die latente Anwesenheit des Nichts. Kehlmann treibt ein ironisches Spiel mit Licht und Schatten, Fülle und Leere. Zum einen zeigt er die überhitzte Kunstszene der Gegenwart, die Leute wie Zöllner hervorbringt, zum andern entwirft er bravourös die fiktive Biographie eines Künstlers, beschreibt seine Bilder (indem er sie erfindet), nur um sie im Vergessen der Gegenwart wieder verschwinden zu lassen. Die moderne Form des Gedächtnisses der Kunst ist nun einmal ihr permanentes Vergessen, und sie trifft vor allem und zuerst die Avantgarden, die Schöpfer neuer Formsprachen. Die Abgesänge klingen darum immer wie Triumphgeheul. Kehlmanns Erzählen sucht unübersehbar Berührungspunkte mit jüngsten literarischen Avantgarden wie Oulipo oder Lettrismus, indem ihre aleatorischen Regeln – Zahl und Permutation – zum Gegenstand seiner Prosa gemacht werden und die Erfindung der Welt streng kompositorisch in die Oberfläche des Textes eingeschrieben wird. Der ästhetische Reiz liegt auf der Hand: intelligentes Vergnügen. Beatrix Langner -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


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30 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Lakonisch und locker, 25. Februar 2006
Von 
Wolfgang Stroebl (Österreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Daniel Kehlmann, spätestens seit der "Vermessung der Welt" ein etablierter Romancier, hat schon davor einige bemerkenswerte Werke vorgelegt. Eine besonders elegante Etüde ist "Ich und Kaminski".
Die hier bereits hinlänglich beschriebene Geschichte vom überheblichen Journalisten, der den alten Maler Kaminski interviewen möchte und dabei an verschiedene Grenzen stößt (eigene und fremde), ist originell und flüssig erzählt. Der schon erwähnte Vergleich mit Martin Suter ist durchaus passend, wenn auch der Schweizer Autor die vergleichsweise kompaktere Dramaturgie bietet. "Ich und Kaminski" ist großteils linear erzählt und in einem lakonischen, lockeren Ton gehalten. Unterstützt von unangestrengt skizzierten Dialogen, schwingt sich sich die Handlung immer wieder zu Glanzlichtern auf, wie z.B. der Beschreibung der "Partygespräche" bei einer Vernissage: ein Text von nahezu absurder Komik.
"Ich und Kaminski" setzt keine kunstwissenschaftlichen Kenntnisse voraus: es ist angenehme, gut gemachte Lektüre für Leute, die sich nicht unter Niveau unterhalten wollen.
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42 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Raffinierte Schaumschlägerei, 17. März 2003
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Ich und Kaminski: Roman (Gebundene Ausgabe)
Das neueste Buch von Daniel Kehlmann verrät seine Pointe bereits im Titel: Erst kommt der Ich-Erzähler, und dann der Rest der Welt. Dieses schwadronierende, über weite Strecken bis zum Anschlag selbstsichere Ich hat für die Umwelt nur Verachtung übrig und gelangt zu seiner Rolle als Biograph eines einst berühmten Malers eher zufällig. Es könnte auch ein ganz anderes Objekt der Beschreibung geben. Sebastian Zöllner, so heißt der Ich-Erzähler, hat soeben eine gescheiterte Beziehung hinter sich, die wohl auch an seiner Gefühlskälte zugrundegegangen ist, und deren Wert er zu spät erkennt. Es gelingt ihm zwar, den Maler aus dessen Alpenrefugium zu entführen, doch entzieht sich der Alte den schablonenhaften Fragen seines potentiellen Lebenschronisten. "Ich und Kaminski" hat Züge eines Roadmovies, macht sich genüßlich über die Eitelkeiten der Galeristen-Szene lustig und gelangt schließlich zu einem recht gewaltsam herbeigeführten (wenn auch nicht gewalttätigen) Ende, das freilich aufgesetzt erscheint.
Kehlmann hat die Geschichte eines Künstler-Biographen schon vor ein paar Jahren als Kurzerzählung vorweggenommen und damals meisterhaft konstruiert: "In der Sonne" war zugleich die Titelerzählung des immer noch sehr empfehlenswerten Erstlingsbuches. "Ich und Kaminski" kommt da nicht heran, selbst wenn man dem Autor zugestehen muß, daß die stilistischen Fehlgriffe und Mängel vor allem dem ERZÄHLER und nicht etwa Daniel Kehlmann selbst zuzuschreiben sind. Immerhin geht es darum, ein im höchsten Grade narzißtisch-kaltes Ich zu entlarven. Der Leser wird gezwungen, bis zu einem gewissen Grad die Perspektive dieses Unsympathen einzunehmen, und es ist vor allem dieses Konzept, welches den knapp bemessenen, in großen Schrifttypen gedruckten "Roman" interessant erscheinen läßt. Dennoch: Kehlmanns frühere Bücher, vor allem "Unter der Sonne" und "Mahlers Zeit" besitzen weitaus mehr Substanz.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen und in dieser Reihenfolge!, 10. Mai 2009
Von 
basssopran - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Was, das hat Reich-Ranicki empfohlen? Das ist für meinen persönlichen Geschmack nicht unbedingt eine Empfehlung, aber, mein Gott, wie recht der Mann hat! Der Ich-Erzähler, Sebastian Zöllner, ist ein blöder Sack. Rücksichtslos, selbstverliebt, ein Schmarotzer, wie er im besagten Buch steht. Er will eine Biographie über Manuel Kaminski schreiben, einen Maler und Zeitgenossen von Matisse, und bringt dafür die Leben und Erinnerungen einiger Weggefährten dieses Mannes durcheinander. Er dringt fast buchstäblich in das Haus des Malers ein und drängt sich der anwesenden Gesellschaft auf. So unangenehm dieser Mensch auch ist, so amüsant ist zu lesen, wie er sich seine Welt zurechtstutzt, so dass sie ihm in den Kram passt. Wenn ihm eine schöne Frau im Zugabteil gegenübersitzt, lächelt er sie für seine Begriffe verführerisch an. Wenn sie, sich sichtlich unwohl fühlend, ihre Sachen packt und das Abteil verlässt, bringt ihn das nur zu der Annahme, sie würde jetzt wohl im Speisewagen auf ihn warten. Sein unterschütterliches Selbstbewusstsein spiegelt ihm vor, er sei immer Herr der Lage und habe die Dinge in der Hand, und jede noch so katastrophale Situation wird in seiner Wahrnehmung ins Gegenteil verkehrt. Erst zum Schluss wird ihm klar, dass auch er nur Opfer eines Schlaueren geworden ist.

Wunderbar! Knapp, präzise, bösartig und sehr viel amüsanter, als ich es mir jemals vorgestellt hätte.
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