Hier ist ein ganz tolles Buch das ich einfach nicht aus der Hand legen konnte. In einfachem Stil, und ganz persoenlich, erzaehlt Guenter Lucks (Bubi) seine Geschichte. Mich hat das Buch sehr beeindruckt nicht nur weil es sich, gerade wegen der erlebten Schrecklichkeiten und Graeuel, so wunderbar menschlich entfaltet sondern auch weil es einem hautnah an diese Wirklichkeit bringt. Diese Jahre ueberlebt zu haben, oft nur wegen der selbstloses Taten anderer, ist ein Wunder. Ich habe Dutzende von Buechern von deutschen Kriegsgefangen gelesen, auch ueber russiche Gulags etc., doch diese Buch hat mich am meisten wegen seiner Menschlichkeit beeindruckt.
Hier habe ich auch zum ersten Mal etwas ueber die 'privaten' Themen wie Sex, persoenliche Hygiene, etc. in Gefangenschaft gelesen, dass zum Teil ganz in anderen Buechern fehlt.
Ich fand alles Beschriebene sehr aufschlussreich und auch ergaenzend: mein Vater ist derselbe Jahrgang wie Guenter Lucks. Er wurde (evakuiert nach Prausnitz) einfach zur HJ eingezogen von der Schulbank weg. Und, er worde auch Bubi genannt. Mein Vater musste dann nach Polen die letzten Verteidigungslinien ausgraben, hatte aber das Glueck dass meine Grossmutter (mit ein paar anderen ebenso resoluten Frauen) einfach auf einmal auf der Szene erschien und ihn abholte. Zum Glueck, denn zwei Tage spaeter haette er auch tot oder in russicher Gefangenschaft sein koennen. In Dresden wurde er dann nochmals von der GeStaPo aufgegriffen und in ein Kino mit anderen gesperrt um am naechsten Tag zum Volkssturm eingezogen zu werden, konnte aber durch ein Fenster im Klo entweichen.
Meine Vater war es dann spaeter der dem Buegermeister von Coburg die Forderung der Amerikaner zur Uebergabe der Stadt mitteilte... Er kann sich gut daran erinnern wie er den ersten Neger seines Lebens auf einem Sherman Tank sah der ihm befahl zum Buergermeister zu rennen oder er wuerde die ganze Strasse ueber den Haufen schiessen...