Peter Ustinov erzählt seine Lebenserinnerungen in dem ihm eigenen Stil: witzig, gradheraus, ehrlich (auch hinsichtlich seiner Fehlschläge) - und unter Zuhilfenahme des immer wieder interessanten Mittels des Dialoges (diesmal mit sich selbst). Seine Existenz wurzelt in vielen verschiedenen Ländern und Kulturen - köstlich, wie er die verschlungenen Wege und Zufälle schildert, die zum Zusammentreffen seiner Eltern geführt haben! In vielen Ländern Europas hat er gelebt - köstlich, wie die psychophysichen und kulturellen Eigenheiten der Franzosen, der Italiener, der Schweizer, der Engländer, der Amerikaner auf's Korn genommen werden!
Ustinov erzählt auch von schweren Seiten seines Lebens, seinen Fehlern, seinen Niederlagen. Mit der ihm eigenen Selbstironie schildert er seine jugendlichen Eigenheiten, seine Ehen, seine finanziellen Schwierigkeiten. Auch das ist köstlich - mitsamt der Schwere, die da durchscheint.
Wenn Ustinov allerdings gegen Krieg, Hunger und Ausbeutung Stellung bezieht, hat auch bei ihm jede Ironie ein Ende.
Zugegeben, ich bin ein Ustinov-Fan. Das Buch "Ich und Ich" (großartig übersetzt von Hans Herzog) ist aber auch allen anderen zu empfehlen: Ustinovs Erinnerungen zeugen von Weltbürgertum, und wem hat eine Dosis davon schon geschadet?