Ich war mehr als peinlich berührt von der Rezension mit der Überschrift "Wedernoch", denn zum einen hat hier jemand den Inhalt und die Handlung nicht verstanden (das zeigt sich auch an mehreren inhaltlichen Fehlern in der Rezension) und zum anderen auch keinen Humor!
Die Figuren werden nicht lächerlich gemacht, auch Elias selber urteilt nicht schlecht über sich, sondern ist IRONISCH! Der Autor nimmt seine Figuren ernst,er gibt sie eben NICHT der Lächerlichkeit preis.
Wenn man aber natürlich Ironie nicht erkennt, sollte man sich lieber an die Märchen der Gebrüder Grimm halten, aber nicht an intelligente Jugendliteratur!
Die Behauptung, in "Ich, Elias" werde ein negatives Frauenbild vertreten, ist absolut lächerlich. Es ist völlig normal, dass sich 16jährige Jungen untereinander nicht ausschließlich politisch korrekt über Mädchen unterhalten. Diese Situation so zu beschreiben wie sie ist, macht den hohen Grad an Authentizität aus.
Und natürlich erfährt man nicht, was aus dem 15-jährigen Elias noch wird, ob er eine Banklehre macht oder als Entwicklungshelfer nach Afrika geht, man erfährt nicht, ob er sich mit 39 Jahren ein neues Auto kauft, ob er heiratet oder Kinder bekommt. Dies ist ein Roman, der Autor muss nicht die gesamte Lebensgeschichte seines Protagonisten erzählen- warum auch!?
Ich habe selten ein Jugendbuch gelesen, das mich so zum Lachen und zum Weinen gebracht hat und das vor allem nie peinlich war.
In unserer Bücherei hängt zu "Ich, Elias" ein Brett mit Rezensionen über dem Büchertisch. Da hängt ein Artikel der Hannoversche Allgemeine Zeitung zu "Ich, Elias". Der Redakteur schrieb: "Ein verdammt guter Roman".Dem kann ich mir nur anschließen!