Bernice Rubens beschreibt in ihrem Roman beklemmend und reflektierend die Ursachen, die zur Verurteilung des Ich-Erzählers geführt haben. Im Gefängnis schreibt er - angeregt durch einen Literaturagenten und späteren Freund - seine Lebens- und Leidensgeschichte, die zugleich auch ein Rückblick auf seine persönliche jüdische Geschichte ist. Im wahrsten Sinne befreiend wirkt der Freispruch für Dreyfus, der mehrere Jahre inhaftiert war - ein unschuldiges Opfer einer neonazistischen Verschwörung.
Das Schreiben ist für Dreyfus eine schmerzliche Auseinandersetzung mit der eigenen jüdischen Identität, die er verleumdet hat, weil sie unbequem war, weil sie für seine Karriere hinderlich war. Und dies empfindet er als seine ganz persönliche Schuld. Am Ende des tief gehenden Buches kehren Dreyfus und seine Familie zu ihren Wurzeln zurück und bekennen sich offen zu ihrer jüdischen Herkunft.
Ein interessantes und bewegendes Buch. Es geht zwar um Mord, ist aber nicht im eigentlichen Sinne als Krimi zu bezeichnen. Das Hörbuch verdient 5 Sterne. Alexander Bandilla liest einfühlsam und zugleich angemessen nüchtern. Ein anspruchsvolles Hörerlebnis!