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61 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das Leben der frühen römischen Caesaren "unplugged", 16. Februar 2006
Auch ich habe mir seinerzeit die Einzel-DVD's gekauft und gucke nun neidisch auf die preiswerte Gesamtausgabe (mit 200 Min. Bonus DVD). Im Grunde werden wohl sowieso nur diejenigen an dieser frühen BBC Serie (frei nach dem gleichnamigen Buch von Robert Ranke-Graves) interessiert sein, die sie seinerzeit (in den 70ern) in den III. Programmen gesehen und immer noch in guter Erinnerung haben. Obwohl die Serie insgesamt eher wie ein Theaterstück aufgebaut ist und auch so präsentiert wird, ist sie inhaltlich um Längen anspruchsvoller als vieles, was heute so produziert wird. Das liegt zum Einen an der kongenialen Umsetzung der hervoragenden Vorlage (das bereits genannte Buch von R. Ranke-Graves) und zum Anderen an den überaus fähigen Schauspielern. In dieser Serie gibt es so gut wie keine Action, dafür Dialoge vom allerfeinsten. Wer an einem hochinteressanten Sittenbild der julischen und claudischen Kaiserfamilien gefallen findet (und dabei auf Action verzichten kann), sollte sich die obige "Special Edition" umgehend zulegen und dann in das frühe römische Kaiserreich abtauchen um einiges über menschliche Verhaltensweisen und die menschliche Natur zu erfahren (die diesbezüglichen Informationen scheinen mir zeitlos zu sein).
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31 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Lektionen in römischer Geschichte - garantiert nicht langweilig , 22. Mai 2008
Mussten Sie vielleicht die Annalen von Herrn Tacitus im Lateinunterricht lesen und haben immer noch keinen Plan was eigentlich abging - wer mit wem wie verwandt war und wer wen warum vergiftet hat?
Dann ist es höchste Zeit für diese herrliche BBC-Serie! Der Kaiser und Gott Tiberius Claudius Drusus Nero Germanicus höchstpersönlich führt den Zuschauer hinter die Kulissen seines dubiosen kaiserlichen Familienunternehmens.
Vergessen Sie also Tacitus und den beschwerlichen Lateinunterricht, denn in seinem Arbeitszimmer sitzt der greise Claudius und erinnert sich an sein Leben, seine längst (mehr oder weniger gewaltsam) dahin gegangene Familie und ihre Leiden- und Machenschaften. Er weiß, dass auch sein Ende bereits besiegelt ist, denn seine "geliebte" Gattin und Nichte Agrippina, Mutter des künftigen Kaisers Nero, will ihn vergiften und das soll ihr gelingen, so hat es die Sybille dem jungen Claudius einst prophezeit. Aber bevor es so weit ist, schreibt er alles über seine Familie nieder, und 13 Episoden lang darf man sich von dem vermeintlichen "Deppen" Claudius auf eine hochgradig informative, spannende und amüsante Art unterhalten lassen.
Die alte aber keineswegs angestaubte Serie aus dem Jahre 1976 von Jack Pulman beginnt als Claudius noch nicht mal geboren ist und sein Großvater, der göttliche Augustus, gerade den 7. Jahrestag zum Sieg über Marcus Antonius bei Actium feiert. Von diesem Tag an wird nun akribisch aufgerollt was unter den väterlichen Fittichen des großen Augustus und unter den mütterlichen Argusaugen der unerbittlichen Livia aus den Juliern und Claudiern wird - eine Art "Denver Clan" im alten Rom.
Ja, so könnte es gewesen sein, denkt man, und schmunzelt dabei. Ein Augustus als Pantoffelheld, ein Tiberus als Muttersöhnchen, ein Caligula, dem man gerne einen Therapeuten an die Hand geben möchte und einen unbeholfenen Claudius, der als Depp verspottet wird und sich doch gewitzt den Fängen seiner mörderischen Familie entziehen kann und es schließlich - obwohl ein überzeugter Republikaner - durch mehr Glück als durch Ambitionen bis zum Kaiser von Rom bringt.
Diese Geschichte ist (von ein paar ärgerlichen weil völlig unnötigen Anachronismen abgesehen) wirklich sehr authentisch und vermittelt ganz nebenbei sehr viel Hintergrundwissen über die Familie der Julier und Claudier, die über mehrere Generationen hinweg die Geschicke Roms und der Welt lenkten.
Was die überaus spannende und unterhaltsame Schilderung der damaligen Intrigen, Machenschaften, politischen Verhältnisse und familiären Beziehungen angeht, da kann "Ich, Claudius..." mit dem jüngeren Filmen "Augustus - Mein Vater, der Kaiser" (mit Peter O`Toole als Augustus) locker mithalten. Ich meine es ist sogar die deutlich bessere Serie, weil sie ausführlicher erzählt, weil die Emotionen und Handlungen der einzelnen Familienmitglieder nachvollziehbarer sind und weil die Darsteller deutlich besser ausgewählt sind.
Was allerdings Kulissen, Action, Tricktechnik oder gar die Maske angeht, so ist die neue Serie "Rom" von 2005 unübertroffen (und ganz nebenbei gesagt ein absolutes Must-Have für Sandalenfilm-Fans). Dagegen kommt natürlich ein 30 Jahre alter Schinken nicht an. Schon die Masken der allmählich alternden Darsteller - wenn sie auch für die 70er Jahre phänomenal waren - kommen einem verwöhnten Zuschauer heute reichlich unnatürlich vor. Aber auch Kulissen und Actionszenen (welche sowieso kaum vorhanden sind) wirken hier sehr ehern und altbacken.
Das ganz große Plus dieser alten Serie, und das ist es was sie unbedingt sehenswert macht, sind die sagenhaften Darsteller, allen voran Derek Jacobi als stotternder und hinkender Claudius - von Knabentagen bis ins hohe Alter ist die Darstellung dieses Claudius' ein wahrer Genuss - oscarreif.
Und dann gibt es da Sian Phillips als Livia, die mörderische Mutter aller Römer, die eiskalt jeden abmurkst (auch Kinder und Enkel), der ihren ehrgeizigen Plänen im Weg ist. Sie hat ein Gesicht und eine Stimme und die Ausstrahlung der geborenen, und vor allem tötlichen Intrigantin, und bis zur letzten Sekunde ihres kaiserlichen Lebens lehrt sie den Zuschauer das Fürchten. (Ehrlich, man wagt kaum mehr genussvoll in einen Apfel zu beißen... er könnte ja vergiftet sein;-)).
Brian Blessed ist für mich ein absolut überzeugender Augustus - nicht mehr der junge Cäsar-Neffe der sich noch Octavianus nannte - sondern der gediegene Familienvater, als Kaiser bereits gefestigt, gut satuiert und in Gegenwart seines Eheweibes so brav wie eine Pfarrerstochter ;-).
Ganz nebenbei sind aber noch Film- und Kinogrößen wie Patrick Steward (damals noch mit üppigem Haar) als Präfekt Sejanus und John Rhys-Davies (nicht als Gimli sondern) als Prätorianer Macro zu bewundern. Und der vampirähnliche John Hurt als größenwahnsinniger Caligula treibt einem wirklich fast in den Wahnsinn.
Habe ich schon Tiberius, dieses Weichei, erwähnt? George Baker zeigt die tragischen und hassenswerten Facetten eines großen Kaisers wie Tiberius, wie man sie im Geschichtsunterricht nie erfährt.
Also:
Erstklassige Schauspieler und etliche schreckliche und schrecklich unterhaltsame Stunden, die einem mindestens ein Semester römische Geschichte ersparen ;-). Wer auf monumentales Heldenkino à la Ben Hur oder Troja auch mal verzichten kann, dem sei diese kammerspielartige Serie unbedingt ans Herz gelegt.
DVD:
Diese "Uncut" Ausgabe enthält auch zusätzliche und erweiterte Szenen, die damals im deutschen Fernsehen nicht zu sehen waren (und by the way, damals war man offenbar noch wirklich streng mit dem Jugendschutz). Diese Szenen sind zum Teil nur im Originalton vorhanden und an entsprechender Stelle eingefügt.Sie sind aber englisch untertitelt. Besonders hier ist eine wirklich schlechte Tonqualität zu bemängeln. Insgesamt ist Ton und Bildqualität dieser DVD Ausgabe nicht auf dem Stand der Zeit, was aber für einen echten Claudius Nostalgiker (wie z.B. mich) fast belanglos ist.
650 Minuten Filmzeit,
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 1.0), Englisch (Dolby Digital 1.0), Dolby, HiFi Sound, PAL
Bildseitenforamt 4:3
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80 von 83 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Nix wie ab ins alte Rom! (Erneute DVD Ausgabe? Ärgerlich.), 16. Januar 2006
Nun denn. Ein bißchen geärgert hat's mich jetzt doch, als ich gesehen habe, dass die Serie "Ich Claudius, Kaiser und Gott" nun doch noch noch einmal als Gesamtausgabe auf DVD erscheint. Immerhin habe ich die Serie auf den bisher erschienenen vier Einzel-DVDs vor gut einem Jahr schon erworben. Noch einen Tick mehr ärgert es mich, dass bei dieser Ausgabe noch eine Zusatz DVD mit Bonusmaterial (200 Minuten) dabei ist.Allen denen es neu ist, dass es diese 13-teilige TV Serie (produziert von der BBC) aus den Siebziger Jahren nun auf DVD erschienen ist, kann ich nur empfehlen sich diese Komplett-Ausgabe hier zuzulegen. Da ich nun schon einen kurzen Einblick in die TV-Serie "ROM" habe, kann ich nur sagen: ''ICh Claudius ...'' ist die _feinere_ (=mir sympathischere) der beiden Serien über das ''alte Rom''. Zur Serie selbst: Man darf sich keinen "Sandalen Film", keinen Monumentalfilm á la "Spartacus" erwarten. Was die BBC da produziert hat ist die Verfilmung des Romanes von Robert Graves. Ob das Leben des Kaisers Claudius nun in in geschichtlicher Hinsicht einwandfrei festgehalten ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Dass Derek Jacobi den "Claudius" von jung bis alt aber einwandfrei spielt, bleibt wohl unbestritten. Dazu sollte man vielleicht erwähnen, dass Claudius gewissermaßen körperlich eingeschränkt (ist es erlaubt zu sagen, behindert?) war. Was wohl mit ein Grund war, warum er neben Livia (Sean Philips) überhaupt alt wurde. Als Junge wurde Claudius schwer unterschätzt. Später hat er den "leicht Unterbelichteten" mit Abischt gemimt. Überhaupt ist Kaiser Augustus' (Brian Blessed) Frau Livia die Ursache allen Übels, was die Tragödien innnerhalb der Familie betrifft. Wie ich in einer anderen Rezension las, und das war ein amüsanter Vergleich, ist J.R. (Ewing, der Intrtigant aus "Dallas") ein Waisenknabe gegen Livia! Mich hat diese überhebliche Art in der Sean Philips die fiese Intrigantin spielt nachhaltig beeindruckt. Genauso aber auch Augustus, der in seinem dekadenten Leben eigentlich jeden Zug nur vorbeifahren sieht. Brian Blessed spielt diese Rolle mit Bravour. Manchmal möchte man ihn für seine Naivität doch echt mal kneifen. - In der Art könnte man bald Rolle für Rolle sezieren. Ein Kammerspiel, das auch nach 30 Jahren noch seinesgleichen sucht. Von der Qualität des Schauspiels her gesehen, nämlich. - Ausstattung und Kostüme sind schlicht, und beeindrucken mich vielleicht gerade darum auch heute noch. Farben, Bild und Qualität des Bildes sind nicht so gut. Für die Verhältnisse der damaligen Aufzeichnung vielleicht zeitgemäß, aber dennoch schmerzt der dumpfe Ton und das stumpfe Bild ein klein wenig. Wer sich die neulich auf DVD erschienene TV Serie "Die Chroniken von Narnia" (auch eine Produktion der BBC) zugelegt und angesehen hat, wird vielleicht auch Parallelen der beiden Sereien zueinander erkennen. Vom Inhalt her hinkt der Vergleich, aber man muß die Produktionen einfach gesehen haben und wird wissen, wovon ich spreche. Sind nämlich beides BBC Produktionen. "Ich, Claudius, Kaiser und Gott" ist allerdings ungleich spannender und unterhaltsamer als "Die Chroniken von Narnia". Für diejenigen die an den geschichtlichen Personen (von Augustus, über Claudius und Drusus bis hin zu Herodes und Tiberius ...) interessiert sind, gibt es auf DVD auch einen Stammbaum in der die Verzweigungen (verwandschaftlicher Art) der handelnden Personen schön aufgelistet und miteinander verknüpft sind. Zusammenfassend ... ... kann ich die Serie und diese DVD Ausgabe nur loben und dem interessierten Publikum wärmstens empfehlen. Auch wenn ich denke dass die meisten davon meinem, im ersten Absatz erwähnten, Ärger zustimmen können oder werden. Es ist einfach dumm gelaufen mit der erneuten Ausgabe dieser Serie auf DVD. Für die Zukunft weiß ich nun, dass ich bei einigen Neuherausgaben eine ganze Weile lange "die Füße still" halte. Oder ich fange echt noch mit dem Ausleihen von DVDs an? Oder man wartet, bis wieder ein neues Medium aktuell wird ...? ... die Zeitreise vielleicht!? - Dann aber nix wie ab ins alte Rom! Die fünf Sterne für die Serie kann ich guten Gewissens vertreten. Diesmal alle Teile in einer Gesamtausgabe. Super Schauspiel. Nur live dabei sein (im "alten Rom"), wäre besser gewesen.
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