Es ist noch gar nicht so lange her, daß Eko von Kool Savas mit Hilfe des Tracks "Drück Auf Play" (plus dazugehörigem Video) ins Auge der Öffentlichkeit gebracht wurde. Auf eben diesem Track rappte er u.a. auch die heute ironisch wirkende Zeile "Ich zahl' den Preis und bleibe real anstatt das ich berühmt bin". Was ist seitdem passiert? Nun, es erschien zuerst eine EP mit zwischen 1999 und 2001 aufgenommenen Tracks auf dem Royal Bunker Label ("Jetzt Kommen Wir Auf Die Sachen", darauf enthalten auch das eben erwähnte Lied), danach quasi als Appetizer eine schon wesentlich kommerziellere EP auf dem von Kool Savas gegründeten Optik Records Label ("König Von Deutschland"), und dazwischen etliche Features und Guest-Spots. Hat sich das lange Warten auf die erste CD nun letztendlich gelohnt? Nein, definitiv NICHT! Wenn der auch schon massentauglicher gewordene Kool Savas Eko von seinem Label kickt, weil der zu poppig geworden ist, will das schon was heißen. Hier wurde nämlich eine höchst unerfreuliche Wandlung vom "realen", relativ tighten Rapper zum poppigen Größenwahnsinnigen vollzogen, ganz nach dem Motto "Ich bin heute der Rapper, den ich früher gedisst hätte". Mittlerweile hat man sich leider schon daran gewöhnt: Künstler, die durch eine gute bis geniale erste CD oder (wie hier) einen guten ersten Song auf Mehr oder zumindest Beständigkeit hoffen lassen, dann aber poppiger und kommerzieller, dabei auch noch schlechter werden und dies dann "Weiterentwicklung" nennen. Da helfen auch (Selbst)Ironie und vorgegaukelter Größenwahn nicht mehr, um diese Tatsache zu verschleiern.
Die Songs bewegen sich alle zwischen grottig (die meisten) bis mittelmäßig (nur sehr wenige), die Beats sind häufig schlecht zusammengeklaut, die Rhymes und der Flow sind mittlerweile leider der Hauptzielgruppe angepaßt und befinden sich auf Grundschul- bzw. Teeniegirlniveau ("Ich rap wie der der das Mic erfand und hab' einen roten Anzug an wie der Weihnachtsmann"). Insgesamt genau das Gegenteil von dem was Rap ausmachen und auszeichnen sollte, um als Teil der Hip Hop Kultur eine angemessene und einigermaßen ernstzunehmende Repräsentation derselbigen darzustellen. Natürlich kann und darf man als Rapper die kommerzielle Schiene fahren...wenn man dies aber (wie in Eko's Fall) nicht von Anfang an tut, wirkt es später umso unglaubwürdiger. Und wenn dies dann auf eine so lächerliche Weise geschieht, daß dadurch schon die Rap-Musik in den Dreck gezogen wird, sollte man das Mic lieber gleich zur Seite legen.
Aber wenigstens kann sich Eko Fresh eines rühmen: der erste Rapper zu sein, der sich mit Hilfe einer penetranten Vermarktung bei gleichzeitig bestehender Minderqualität dem heute so niedrigen "Pop-/Superstar"-Niveau angepaßt hat. Immerhin etwas. Hoffentlich bleibt dieses Negativbeispiel eine Ausnahme und wird kein neuer Trend, was leider zu befürchten ist.