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"Ich". SZ-Bibliothek Band 94
 
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"Ich". SZ-Bibliothek Band 94 (Gebundene Ausgabe)

von Wolfgang Hilbig (Autor)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
  • Verlag: Süddeutsche Zeitung / Bibliothek; Auflage: 1., Aufl. (2. Februar 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3866155441
  • ISBN-13: 978-3866155442
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 13 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 152.857 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Der Schriftsteller und Stasi-Spitzel "Cambert" soll einen mysteriösen Autor, "Reader" genannt, beschatten, der "feindlich-negativer" Ziele verdächtigt wird. Da dieser Autor, nie den Versuch macht, seine Texte zu veröffentlichen, ist der Verdacht jedoch schwer zu erhärten: "Ich ließ es mir nicht ausreden: Reader war ein Phänomen. Er riskierte mit seinem hermetischen Verhalten alles und gewann jedesmal. Er verweigerte sich den Medien mit erstaunlicher Festigkeit, er wollte nicht berühmt werden, obwohl er dazu längst die Möglichkeit gehabt hätte, offenbar genügte es ihm, in den engen Grenzen seiner Szene zu wirken, - ob es diese Wirkung gab, und wie sie aussah, dies zu erfahren war anscheinend das Ziel meiner Recherche." "Camberts" Zweifel an der Notwendigkeit seiner Aufgabe, die ihn zu unheimlichen Expeditionen durch Berliner Kellergewölbe zwingt, wachsen mit der Unsicherheit, ob sich das Ministerium für Staatssicherheit für seine Berichte überhaupt interessiert. Immer öfter plagt ihn die Ahnung, nicht einmal seine Person werde ernst genommen. In dem muffi gen Zimmer zur Untermiete bei Frau Falbe, die ihm keineswegs nur Kaffee kocht, verschwimmen ihm Dichtung und Spitzelbericht so sehr, dass er bald nichts mehr zu Papier bringen kann. Tief sitzt die Angst, unter dem Deckmantel "Cambert" könnte der lebendige Mensch längst verschwunden sein ...


Über den Autor

Wolfgang Hilbig wurde 1941 in Meuselwitz/Sachsen geboren und ist in der Bergarbeiterfamilie seines Großvaters aufgewachsen. Nach der Volksschule machte er eine Dreherlehre und arbeitete nach dem Wehrdienst als Werkzeugmacher, Hilfsschlosser und Abräumer in einer Ausflugsgaststätte. Ab 1970 war er zehn Jahre lang Heizer in Meuselwitz und Ost-Berlin. Von 1981 bis zu seiner Übersiedlung in die Bundesrepublik lebte er in Ost-Berlin und Leipzig als freier Schriftsteller. Heute wohnt er wieder in Berlin. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

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5.0 von 5 Sternen Blicke in die Unterwelt, 23. August 2002
Diese Rezension stammt von: Ich (Fiction, Poetry & Drama) (Taschenbuch)
M.W.,der Held dieses Buches ist - wie immer bei Hilbig - ein schriftstellernder Arbeiter aus der sächsischen Provinz. Als eine alleinstehende Frau aus seinem Bekanntenkreis schwanger wird, stehen plötzlich geheimnisvolle Männer vor seiner Tür und machen ihm klar, daß sie seine Vaterschaft "beweisen" können. Wäre er allerdings bereit, Berichte zu schreiben, dann würden sie sich diskret um die Zahlung der Alimente kümmern.

So wird M.W. in die aufmüpfige, junge Literatenszene in Berlin eingeschleust. Er schreibt Berichte - und muß bald feststellen, daß manche seiner Opfer ebenfalls Berichte schreiben. Und daß manche "feindlich-negative Provokation" von den geheimnisvollen Männern selbst inszeniert wird. Er selbst kann immer weniger zwischen der Wahrheit und ihrer Inszenierung unterscheiden und fragt sich, ob die Staatsmacht die Wahrheit tatsächlich wissen und tatsächllich wahrhaben will...

Wolfgang Hilbig ist eine überzeugende Beschreibung dieser "Halbwelt" in den letzten DDR-Jahren gelungen.
Dieses Buch ist zweifellos sein bestes.

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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Schlußpunkt literarischer Entwicklungen, 11. Februar 2009
Zweifellos stellt Hilbigs Epos "Ich" einen Meilenstein der literarischen Auseinandersetzung mit dem ehemaligen System der DDR, seinen politischen Machenschaften und menschlichen Defiziten dar. Allein für diese Einzelleistung gebührt dem Autor viel Lob. Gleichzeitig sollte aber darauf hingewiesen werden, dass nicht alle Ideen, die hier zusammengetragen werden, einzigartig oder neu sind. So lassen sich in Hilbigs Wahl einzelner Stasi-Decknamen wie auch generell in seiner Darstellung einer ungreifbaren und anstößigen, körperlich nicht greifbaren Staatsmacht deutlich Anklänge an eine bereits 1993 in der Zeitschrift "Sinn und Form" erschienene Erzählung von Ralph Pordzik finden. Auch in dieser kurzen Novelle namens "Das Aktenzeichen" treten finstere Gestalten namens "Feuerbach" auf, und der Tenor eignet gleichermaßen einer Sicht des Spitzelsystems, die nur auf Sprache, Fiktion und leeren Zeichen errichtet worden ist. Ich kann allen Interessierten diese Erzählung nur empfehlen, die Parallelen sind nicht zu übersehen!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Jahrhundertroman?, 18. April 2007
Von P. Staudinger (Wien) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Diese Rezension stammt von: Ich (Fiction, Poetry & Drama) (Taschenbuch)
Vom Feuilletonchef der FAZ bei seinem Erscheinen "fast" als "Jahrhundertroman" bezeichnet, ist das sicher eines der großen Bücher der deutschen Literatur, von seiner Sprachmächtigkeit, Drastik und Ironie her nur mit Celine zu vergleichen.
Die Handlung ist nicht etwa wirr oder unzusammenhängend, sondern dem Thema entsprechend, der Auflösung des "Ich" unter dem Druck von Staatsapparat und Spitzelwesen im letzten Jahrzehnt der DDR.
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