Wenn ein Schriftsteller sich von allem Hochmut und aller Eitelkeit befreit hat, wenn er sich zu seinen Schwächen bekennt und ohne künstlerische Schnörkel über sich und sein Leben schreibt, dann schreibt er die besten, glaubwürdigsten, Geschichten.
Die Figur des Anti-Helden, des vom Unglück verfolgten Außenseiters, der trotzdem niemals seinen Humor verliert, gelangte erst durch Charles Bukowski zu größerer Popularität. Aber vor Charles Bukowski war bereits John Fante.
Wie später Henry Chinaski, von Deutschland nach Los Angeles ausgewandert, lesen wir hier die Geschichte des Alter Ego des italienischstämmigen Fante, Arturo Bandini. Er wandert als junger Mann durch das Los Angeles der Weltwirtschaftskrise und sucht seinen Erfolg als Schriftsteller.
Jeder, der seine eigenen Träume vom Ruhm noch nicht ganz begraben hat, wird sich in der Figur Arturo Bandinis wiederfinden. Frei von jeder Bescheidenheit malt er sich schon nach seiner ersten Kurzgeschichte seine Reise zum Stockholmer Nobelkomittee aus, und beginnt schliesslich eine Liebesbeziehung zu der Kellnerin Camilla, die sich zu einem wahren Alptraum für beide Parteien entwickelt.
Um die Gefühle und Motive der Hauptfigur nachvollziehen zu können, muss man sich zuallererst seine eigenen Schwächen eingestehen. Fante schreibt ohne Bescheidenheit und ohne moralischen Zeigefinger- sein Alter Ego ist wie er ist, und kümmert sich nicht darum, ob der Leser ihn sympathisch findet. Fantes Stil ist erfrischend schnörkellos und beweist insbesondere bei Dialogen einen angenehm trockenen Humor. Durch die starke Neigung zur Umgangssprache empfehle ich jedoch die Lektüre der englischen Originalfassung.
Für mich steht dieser Roman eindeutig in der Tradition von CelineŽs "Reise ans Ende der Nacht" und des "Fänger im Roggen." Charles Bukowski sagte selbst, John Fante sei sein "Gott" gewesen, und es war dieser Roman, der ihn bewogen hatte, Schriftsteller zu werden. Ein größeres Kompliment kann man einem Buch doch kaum machen.