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Besonders vertrackt ist die ganze Angelegenheit, weil die Protagonistin prominent ist, handelt es sich doch um Clara Rojas, eine politische Weggefährtin von Ingrid Betancourt, Präsidentschaftskandidatin der kolumbianischen Grünen. Ihre Entführung und – mehr noch – spektakuläre Befreiung aus der Gewalt der Rebellen der FARC sorgte weltweit immer wieder für Schlagzeilen und lenkte die Aufmerksamkeit auf die von Drogenhandel und Entführungen bestimmte Lebenswirklichkeit in Kolumbien. Vor diesem Hintergrund und in Anbetracht einer ganzen Serie einschlägiger Erlebnisberichte, die momentan auf den Markt drängen, erscheint das Buch von Clara Rojas als eine Mischung aus wohl kalkulierter Befriedigung öffentlicher Sensationsgier und eigener Ehrenrettung.
Um ja keine Zweifel am Bild von der Hölle auf Erden aufkommen zu lassen, durch die sie als Geisel der FARC gegangen ist, schildert sie ausgiebig – wenngleich stilistisch etwas blutleer – die permanente Angst, Mutlosigkeit, Monotonie und Isolation, die ihre Gefangenschaft bestimmte. Und nicht zuletzt die Psychologie eines schleichenden zwischenmenschlichen Solidaritätsverlustes, der dazu führte, dass Rojas mit ihrer besten Freundin Betancourt gebrochen hat. Dazu befragt erklärte sie in einem Interview anlässlich der Buchpräsentation in Deutschland: „All der unverwundene Schmerz hatte sich zu einer Mauer des Schweigens zwischen uns aufgetürmt.“ – Franz Klotz
2147 Tage Verzweiflung, Hoffnung, Überlebenskampf. Clara Rojas, Wahlkampfhelferin und engste Freundin von Íngrid Betancourt, zusammen mit ihr verschleppt von kolumbianischen FARC-Rebellen. Mitten im Dschungel bringt sie ihr Kind, den Sohn eines Guerilleros, zur Welt. Nun erzählt sie erstmals ihre Geschichte: für Emmanuel, ihren Sohn.
Sechs Jahre Martyrium: Im Februar 2002 werden die kolumbianischen Politikerinnen Clara Rojas und Íngrid Betancourt von der Terrororganisation FARC in den Dschungel verschleppt. Es ist eine Geiselnahme unter unwürdigsten Bedingungen. Jahrelang werden die Frauen in Ketten gehalten, ziehen auf der Flucht vor den Regierungstruppen mit den Rebellen von einem Dschungelcamp zum anderen. Krankheiten, Schlamm, Regen, Hunger und mangelnde Hygiene zehren an Körper und Seele. Inmitten der Hölle bringt Clara Rojas im April 2004 ein Kind zur Welt: Emmanuel, den Sohn eines Guerilleros. Im Alter von neun Monaten ist Emmanuel dem Tode nahe. Die FARC übergibt ihn einem Bauern im kolumbianischen Hinterland, der ihn ins Krankenhaus bringt. Von dort wird er, namenlos, in ein Heim abgeschoben. Erst mit der Befreiung seiner Mutter und einer DNA-Analyse kann seine Herkunft geklärt werden. Aus einigen Tagen der Trennung wurden vier lange Jahre. Erst im Januar 2008 haben die internationalen Verhandlungen endlich Erfolg: Clara Rojas und weitere Mitgefangene werden freigelassen.
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