Dieses Buch gehört in die Reihe von Erinnerungen russischer Adliger, denen es nach der Oktoberrevolution schlechter ging als vorher. Allerdings ist die Autorin Medina Mamleew erst 1922 geboren, so daß der übliche Vergleich zwischen dem glanzvollen Leben in der Zarenzeit und dem Leben in Armut im roten Rußland fehlt.
So leidet Medinas Mutter zunächst auch nicht an den politischen Umständen, sondern unter ihrem Ehemann. Als die Eltern sich trennen, kommt Medina in ein Kinderheim, wo sie von den anderen Kindern, die Vollwaisen und ärmer sind als sie, malträtiert wird und wo sie bald auch Hunger leidet.
Nach der erneuten Heirat der Mutter nimmt diese Medina wieder zu sich. Das Kind erlebt glückliche Ferien auf dem Land und erhält in der Schule eine stalinistisch-sowjetische Erziehung, während die Erwachsenen unerfreuliche Erfahrungen mit dem real existierenden Kommunismus machen.
Mit 15 beginnt Medina eine Ausbildung an der Ingenieurschule und im Juni 1941 marschieren deutsche Truppen in Rußland ein...
Das ist alles in einem netten Plauderton mit viel Lokalkolorit erzählt, ohne allerdings einen nachhaltigen Eindruck beim Leser zu hinterlassen. Eine Lektüre für einen verregneten Nachmittag-mehr nicht.