Gerhard Schöne war für mich lange Zeit einer, der mich mit seinen Liedern bewegen konnte, der die Dinge, die Menschen, Situationen so beschreiben konnte, dass es berührte. Nicht an der Oberfläche, sondern tief drinnen. In seiner Sprache klang sehr viel Zuneigung und Leidenschaft für den Mitmenschen, für das Leben, für die Schöpfung mit. Das hat mir gefallen. Hat mein Lebensgefühl getroffen. Sehnsüchte gestreift. So kannte ich das noch nicht. Diese musikalische Form, Ideen, Fantasie, die intimen Texte, in kleine, feine Melodien verpackt. Gesungen mit brüchiger, ehrlicher Stimme. Nicht rechthaberisch, moralisierend. Einfach erzählend, liebevoll formulierend und dadurch bewegend. Mitunter regelrecht verzaubernd.
Ich konnte Gerhard Schöne vor fast 25 Jahren zum ersten Mal in einem seiner Konzerte erleben. Viele seiner Lieder haben mich von da an sehr lange begleitet. Und irgendwann hatte ich genug, hab mich nicht mehr dafür interessiert, hab aus den Augen bzw. Ohren verloren, was er gerade macht.
Mit "Ich öffne die Tür weit am Abend" durfte ich Gerhard Schöne nun wiederentdecken. Eine CD, die mir den einst verehrten Liedermacher und Sänger zurückgibt. In seiner besten Form. Mit Liedern, die das Herz anrühren. Vom ersten Ton an wird mir wieder bewußt, was ich immer an ihm geschätzt habe. Gerhard Schöne ist der alte geblieben, seinem Weg treu, mit dem behutsamen Blick auf die Welt und auf das Leben. Auf dieser CD ist das Wesen, das Besondere seiner Kunst gut eingefangen. Unter Mithilfe von Kirchenorgel (Jens Goldhardt), Saxophon (Ralf Benschu), des Sängers Stimme sowie seiner Gitarre wurde für die Lieder das ideale Gewand gewebt. Der in manchen wenigen Liedern gezielt eingesetzte Kinderchor (der große Chor der Kurrende der St.Johannis-Kantorei Rostock) ist das Sahnehäupchen.
Die stimmungsvolle Wiedergabe eines außergewöhnlichen Konzertes mit einem musikalischen Zauberer!