Laut Klappentext behandelt das Buch 'den härtesten Offshore-Segeltörn der Welt: Einhand und nonstop rund um die Antarktis'.
Norbert Sedlacek beschreibt in seinem Buch Projekt "ICELIMIT" - seinen Einhandtörn Kapstadt - rund Antarktis - Kapstadt. Er fängt bei der Schiffsuche an und beschreibt alle Stationen mit 'schonungsloser Offenheit'. Ausführlich wird beschrieben, wie er eine Werft findet, sich eine Alujacht bauen läßt und diese anschließend mit viel Eigenleistung und Helfern ausbaut. Von Frankreich aus segelt er mit Chartergästen an Bord etappenweise nach Kapstadt, um von dort aus zu seinem Törn aufzubrechen. Leider wird das Buch stellenweise sehr langatmig. Auf ca. 365 Seiten nehmen 60 Seiten den Schiffsbau ein und weitere 170 die Überführung nach Kapstadt, so dass nur noch etwa 130 Seiten den eigentlichen Törn beschreiben.
Mit viel Detailliebe beschreibt er die einzelnen Etappen und die Menschen, die ihn unterstützen oder begleiten. Die 'schonunglose Offenheit' zeigt sich beispielsweise an offener Kritik an seinen Mitmenschen, was auf mich sehr arrogant wirkt. Entäuscht hat mich, dass der eigentliche Törn zu knapp, die Überführung nach Kapstadt zu umfangreich abgehandelt wurde. Das sorgte beim Lesen für einige Längen.
Abgesehen von der Langatmigkeit und des teilweise leicht arroganten Schreibstils, bietet das Buch aber auch durchaus interessante Einblicke in das Projekt ICELIMIT und welche Schwierigkeiten und Herausforderungen zu überwinden waren. Auch der Überführungstörn zeigt einige Highlights, wie beispielsweise der Zwischenstopp in Ghana - einem Land, in das man sich als Segler nicht unbedingt verirrt.
Für Leser, die jedoch stärker am Extremsegeln an sich interessiert sind, seien eher Bücher von Wilfried Erdmann oder Phillipe Monnet empfohlen.