"Ice - Hüter des Nordens" ist ein Jugend-Fantasyroman, der mit märchenhaften Elementen arbeitet und seine anfangs gewöhnliche Protagonistin eintauchen lässt in eine Welt der Sagen und Fabeln mit vielen verschiedenen Wesen und einer mir neuen Idee.
Der Roman ist gegliedert in drei Teile:
1. Teil: Das Land der Mitternachtssonne
In nur 133 Seiten schildert die Autorin das Leben der jungen Cassie, die als Halbwaise in einer Forschungsstation abseits der Realität bei ihrem Vater in der Arktis wohnt und erfährt, dass ihre Mutter gar nicht tot ist, sondern in einer Trollfestung gefangen gehalten wird. Außerdem ist ihre Mutter ein Geschäft mit dem Hüter der Eisbärseelen eingegangen: Damit sie mit ihrem Mann leben kann, hat sie ihm ihre Tochter als Ehefrau versprochen - also kommt nun der Eisbärkönig um Cassie für sich zu beanspruchen. Cassie stimmt ihm zu, wenn er ihre Mutter befreit. So kommt es, dass sie mit dem sprechenden Bär in sein Schloss geht und ihre Mutter dafür frei ist. Doch der Bär musste einen Handel mit den Trollen eingehen, von dem Cassie nichts ahnt und das wird den beiden zum Verhängnis. Denn als die beiden sich näher kommen und verlieben (nachts hat der Bär eine menschliche Gestalt und kann so seinen ehelichen Pflichten nachkommen) macht Cassie einen großen Fehler und verliert so ihren Mann an die Trolle!
2. Teil: Östlich der Sonne und westlich des Mondes:
Anfangs wusste ich nicht, was genau Cassie hier eigentlich vorhat. Ich dachte sie wandert nach Hause zu ihren Eltern. Der Schreibstil der Autorin schaffte es anfangs nicht, hier für Klarheit zu sorgen und wirkt etwas chaotisch auf mich. Es stellte sich schließlich heraus, dass Cassie ihren Mann retten möchte und versucht, zur Trollfestung zu gelangen. Dies ist eine gefährliche Reise und Cassie stirbt mehrmals fast. Doch es begegnen ihr viele Wesen, die ihr helfen und sie unterstützen. Jedoch macht sie einen Fehler als sie dem falschen Wesen vertraut und beinahe daran zerbricht...
3. Teil: Auf dem Rücken des Nordwindes
Dies ist der Schluss des Buches und das Ende der Reise. Ob es Cassie gelingt ihren Liebsten zu retten???
Mir hat dieses Buch nur bedingt gefallen. Der erste Teil war für mich der schwächste, ich habe mir ehrlich überlegt, ob ich es mir überhaupt antun soll, weiter zu lesen. In diesen paar Seiten schafft es die Autorin meiner Ansicht nach nicht einmal ansatzweise, eine bezaubernde oder fesselnde Athmosphäre zu schaffen. Ihre Protagonisten bleiben oberflächlich und werden viel zu schwach beschrieben. Sie wurden mir zwar durchaus sympathisch, hatten aber auch viel mehr Potenzial, das die Autorin nicht genutzt hat. So kann man sich nicht immer gut in sie hineinfühlen.
Warum sich Cassie dann tatsächlich verliebt bleibt mir ehrlich schleierhaft, romantisch oder fesselnd fand ich die Liebesgeschichte leider nicht. Ich fand den Bären auch nicht sehr ansprechend, warum sie sich hier in diesen Knut-Verschnitt verliebt kann ich ehrlich nicht nachvollziehen. Er ist zwar echt niedlich und süß, aber vom Typ her eher der Kumpelteddy ;-)
Die Handlung konnte mich ebenfalls nicht überzeugen. Dinge geschehen hier viel zu plötzlich, die Handlung wirkt abgehackt und undurchdacht.
Erst ab dem zweiten Teil kommt Spannung hinzu. Mir haben diese ganzen fantastischen Wesen nicht immer gefallen, denn sie wurden mir zu kurz beschrieben, ihre Charaktere bleiben derart farblos, dass es schon traurig ist. Trotzdem schaffte es die Autorin mich hier etwas zu fesseln und ich wollte dann auch wissen, wie es weitergeht. Die Handlung wird allerdings immer undurchdachter, was Cassie hier alles geschieht ist einfach zu viel in zu kurzer Zeit und macht die Geschichte dermaßen unglaubwürdig, dass es schmerzt.
Der Schreibstil der Autorin weist signifikante Mängel auf, die einem die Lust an dieser tollen Idee schnell verderben.
Ich habe schon so viel bessere Märchen oder Fantasyromane gelesen! Wer also ein gutes Buch dieses Genres lesen möchte, dem rate ich zu Lynn Raven oder Juliet Marillier!
2,5 Punkte von mir für dieses Buch.