Moebius mag hierzulande bekannter sein als Jiro Taniguchi, der Japaner zählt aber in seiner Heimat zu den Altmeistern seiner Zunft und erfreut sich auch in Frankreich großer Beliebtheit. Sein äußerst detaillierter Zeichenstil mit den ziemlich realistischen Gesichtsproportionen scheint eher untypisch angesichts der Manga, die man hierzulande gewohnt ist und lässt sich am ehesten mit Katsuhiro Otomo (u.a. Akira) und Naoki Urasawa (u.a. Monster, 20th Century Boys) vergleichen.
Die Geschichte um Icaro, den Jungen, der fliegen kann und zu Forschungszwecken sein ganzes Leben im Labor verbringt, weiß zu fesseln. Fast gleichnishaft stellt sich der bewegende Kampf eines Menschen um persönliche Freiheit dar.
Leichte zeichnerische Schwächen im ersten Band, ein paar unnötige Erotikeinsprengsel, der etwas unbefriedigende Schluss, das bräunliche Papier des ersten Bandes und das doch sehr gewöhnungsbedürftige Chrakterdesign mit den merkwürdig engstehenden Augen schmälern den ansonsten runden Eindruck leider etwas.