Der Templerorden war ein geistlicher Ritterorden, der ím Zuge der Kreuzzüge gegründet wurde und in sich die Ideale des Ritter- und des Mönchstums vereinen sollte. Die Bezeichnung Templer kommt daher, daß Balduin II., König von Jerusalem, dem Orden Gebäude auf dem Gelände des alten Tempels Salomons Gebäude zuwies. Die Tätigkeiten des Ordens waren einerseits der Kriegseinsatz zur Verteidigung ds Königreichs Jerusalem und andererseits Finanzaktivitäten, da sie unmittelbar dem Papst unterstellt waren und Steuern einheben und Geld gegen Zinsen verleihen durften. Insbesonders ihre Geldgeschäfte machten die Templer ungemein reich - zu reich. Das wurde ihnen zum Verhängnis. 1305 wurden die Mitglieder des Ordens schließlich der Ketzerei bezichtigt; viele von ihnen wurden 1307 verhaftet. 1312 wurde der Orden von Papst Klemens V. aufgelöst; 1314 wurde der letzte Großkomtur der Templer, Jacques de Molay, in Paris auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Soweit die Historie. Bei diesem Autodafé soll Jacques de Molay seine Gegner - Papst Klemens V., König Philipp IV. von Frankreich und dessen Vertrauten Guillaume de Nogaret - verflucht haben und ihnen ihren baldigen Tod angekündigt hat. Binnen Jahresfrist starben sie. Was danach geschehen sein könnte, hat Matilde Asensi zum Thema ihres Romans "Iacobus" (dtv 24336 - "Iacobus", 2000) gemacht. Papst Johannes XXII. und der Großkomtur des Hospitaliterordens, der mit den Templern in Konkurrenz stand, zitieren den Hospitaliterritter Galcerán de Born, der als "Perquisitore" ("Nachforscher", "Ermittler") nach Avignon, wo sie ihm den Auftrag erteilen, die Tode der drei Verfluchten zu untersuchen. Nach Erfüllung dieser Pflicht, glaubt er seine Schuldigkeit getan zu haben. Doch dem ist nicht so. Da das Vermögen der Templer Papst und König zufallen sollte, dieses aber zum Zeitpunkt der Auflösung des Templerordens nicht auffindbar war, soll nun Galcerán de Born diesen unermeßlichen Reichtum finden. Aufgrund von Hinweisen vermutet er, daß dieser entlang des Jakobswegs nach Santiago de Campostela versteckt ist, da die Templer dort viele Komtureien, Kirchen und Niederlassungen besaßen. Dann beginnt eine für ihn und seinen Sohn/Knappen Jonas/Garcia eine faszinierende Pilgerreise zum größten Teil zu Fuß und zum kleineren Teil per Pferd, wobei man einen interessanten Einblick bekommt, wie das Leben damals entlang des "Camino Santiago" gewesen sein könnte. Allein die Schilderung dieser Pilgerreise und was dabei alles sehenswert ist machen das Buch lesenswert. Ob er den Templerschatz fand oder nicht fand, soll hier nicht erörtert. Auch nicht, wie es mit ihm und seinem Sohn/Knappen nach Erreichen von Santiago de Campostela weiterging. Insgesamt ein spannender historischer Roman, der ein wenig Aufhellung in das plötzliche Ende des Templerordens bringt.