Kurzbeschreibung
Man schreibt das Jahr 1317. Galcerán de Born, Ritter des mächtigen Hospitaliterordens, wird von seinem Großkomtur unter größter Geheimhaltung nach Avignon beordert. Papst Johannes XXII. hat einen äußerst heiklen Auftrag für den scharfsinnigen Perquisitore: De Born soll herausfinden, ob drei der mächtigsten Männer Frankreichs tatsächlich eines natürlichen Todes gestorben sind oder, wie der Heilige Vater argwöhnt, einem Racheakt des aufgelösten Templerordens zum Opfer fielen.
Dem ehrgeizigen Papst geht es allerdings nur vordergründig um die Klärung dieser Todesfälle. Er will vor allem eins: erfahren, wo sich das Gold der Templer befindet, das seither spurlos verschwunden ist. Begleitet von dem jungen Novizen Jonas und der schönen Jüdin Sara macht sich Galcerán deshalb auf die gefahrenvolle und spannende Suche nach den geheimnisumwitterten Schätzen der Tempelherren. Ein verschlüsseltes Dokument weist ihnen den Weg nach Spanien: Wird der Perquisitore entlang dem Camino de Santiago , dem berühmtesten Pilgerweg des Mittelalters, fündig werden? Mißtrauische Schergen des Papstes belauern sie auf Schritt und Tritt. Und auch noch andere Augen sind auf sie gerichtet
Der Verlag über das Buch
»Matilde Asensi, die weibliche Pérez-Reverte [ ] Die neue spanische Königin des niveauvollen Bestsellers.« Qué leer
»Iacobus ist ein perfekt konstruierter Roman, in dem die Spannung nie nachläßt. [ ] Absolut faszinierend!« El Correo de las letras
»Ein hervorragendes Buch [ ] Beeindruckend und sehr spannend geschrieben. Und natürlich auch was fürs Herz, denn die spanische Autorin hat zusätzlich eine spannende Liebesgeschichte eingebaut. Iacobus ist ein perfekt konstruierter historischer Roman mit vielen wahren Begebenheiten, vermischt mit Mystik und kabbalistischem Wissen ein Buch zum Verschlingen.« Barbara Allgäuer in bn. bibliotheksnachrichten, Salzburg
»Das Mittelalter hat seine unterhaltsamen Superhelden bekommen.« Kunst & Bücher, Wien · »Matilde Asensi erzählt einen historischen Roman, der alles enthält, was zu diesem Genre gehört: Abenteuer, Intrigen kommen nicht zu kurz. Daneben vermittelt die Autorin eine Menge über Mythologie, Architektur, Astronomie und Mystik. Das Buch ist ein farbenprächtiger Ausflug ins Mittelalter.« Mechthild Knoll im Konradsblatt
»Matilde Asensis Roman bietet spannende Unterhaltung. Die eher mythische als historische Mittelalter-Kulisse würzt dabei die Detektivgeschichte mit exotischem Flair.« Reutlinger Generalanzeiger
»Ein spannender und vor allem ausgezeichnet recherchierter Roman. Matilde Asensi glänzt mit umfassendem Fachwissen.« Manuel Girisch in Contentment.at
»Ein Super-Krimi, spannend bis zur letzten Seite.« Chris Guarenghi in Deutscher Sprachclub, Paris · »Matilde Asensi ist die neue spanische Königin des niveauvollen Bestsellers.« Qué leer
Über den Autor
Auszug aus Iacobus von Matilde Asensi, Silvia Schmid. Copyright © 2002. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
"Nehmt Platz, Ritter vom Hospital." Der Cubicularius bewirtete uns gleichfalls mit Bechern voll heißen Weins, die wir begierig zwischen beide Hände nahmen. "Ihr müßt Galcerán de Born sein", begann er, "den man auch den Perquisitore nennt.""So ist es, Eure Heiligkeit.""Ihr könnt stolz auf Euch sein, Galcerán de Born" - seine Stimme klang scharf und spitz, und beim Sprechen trommelte er mit den Fingern auf die Sessellehnen -, "Euer Seneschall auf Rhodos hebt Euch wahrhaft in den Himmel. Auf unser Bittgesuch hin antwortete er, er habe genau den geeigneten Ritter für die heikle Mission, mit der ich Euch betrauen werde. Er meinte, daß Ihr nicht nur ein ehrfürchtiger Mönch, sondern auch ein findiger und mit großer Schläue ausgezeichneter Mann seid, der hinter jede Wahrheit komme. Ist dem so, Sire Galcerán?""Ich würde nicht so weit gehen, Heiligkeit ", murmelte ich überwältigt, "jedoch entspricht es der Wahrheit, daß ich mit gewissem Erfolg an der Aufdeckung einiger Rätsel mitgewirkt habe."
Der Papst winkte gelangweilt ab und raffte gedankenverloren den Faltenwurf seines Mantels. "Nun gut, Sire Galcerán, ich zähle auf Eure Fähigkeiten, um eine gewichtige Entscheidung zu treffen, die den Lauf meiner Herrschaft verändern könnte. Natürlich darf von dem, was heute hier besprochen wird, nicht das geringste nach außen dringen. Ich berufe mich auf Euer Gehorsamkeitsgelübde.""Bruder Galcerán de Born wird schweigen, Eure Heiligkeit ", bekräftigte Herzog Robert meine Ergebenheit.
Der Papst nickte."So sei es. Ich vermute, Ihr seid über die unangenehmen Vorfälle im Bilde, die meinen Vorgänger Clemens V. dazu bewegten, den gefährlichen Orden der Templer aufzulösen, nicht wahr?" fragte er mich und blickte mir dabei tief in die Augen. Für einen flüchtigen Augenblick stand mir wohl ungläubige Überraschung und tiefstes Mißbehagen ins Gesicht geschrieben. Stand die Mission, mit der mich Seine Heiligkeit betrauen wollte, etwa in Zusammenhang mit den Templern? Gott behüte! Wenn dem so war, hatte ich mich soeben in die Höhle des Löwen begeben
[ ] "Wir wollen Beweise, Bruder Galcerán, Beweise, die untrüglich belegen, daß der Tod von König Philipp, seinem Vertrauten de Nogaret und Papst Clemens V. Gottes Wille war oder eben im Gegenteil dem Willen jenes unseligen Jacques de Molay gehorchten. Falls die Todesfälle das Werk der Templer waren dann ist das Leben der ganzen Christenheit bedroht vom mörderischen Schwert einiger Verbrecher, die sich Mönche nennen.""Das ist eine unheimlich schwierige Aufgabe, Eure Heiligkeit", protestierte ich; ich spürte, wie mir der Schweiß über den Körper zu strömen begann und das Haar an meinem Hals klebte. "Ich glaube nicht, daß ich sie bewältigen kann. Was Ihr von mir verlangt, vermag ich unmöglich herauszufinden, vor allem, wenn es tatsächlich die Templer waren."
[ ] "Bruder Galcerán, ich und Euer Großkomtur", begann der Heilige Vater sanft und zeigte dabei sein schönstes Lächeln, "haben beschlossen, daß Ihr eine Pilgerreise nach Santiago de Compostela unternehmen werdet."Ich war stumm vor Staunen."Wir wissen schon, Bruder", fügte Bruder Robert in entschuldigendem Ton hinzu, "daß Ihr sofort nach Rhodos zurückzukehren wünscht, doch die Mission, mit der Euch Seine Heiligkeit zu betrauen gedenkt, ist für unseren Orden von größter Wichtigkeit."Noch immer brachte ich vor Staunen kein Wort heraus."Seht, Bruder, wenn wir ein christliches Heer über die Pyrenäen entsenden würden, um das Gold der Templer wiederzuerlangen, glaubt Ihr, wir würden es finden? Natürlich nicht, nicht wahr? So wie wir diese Schurken kennen, muß das Gold an unzugänglichen Orten verborgen liegen, die möglicherweise auch noch voller Fallen stecken. Aber wenn Ihr ", fuhr Seine Heiligkeit unbeirrbar fort und sah mir dabei in die Augen, " wenn Ihr mit Eurer scharfsinnigen Intelligenz in der Lage seid, diese Verstecke zu entdecken, wird es für eine Truppe unserer Soldaten ein leichtes sein, danach Euren Fund zu heben."
"Was Seine Heiligkeit und ich, als Vertreter Eures Ordens, damit sagen wollen", führte Bruder Robert aus, "ist, daß man unmöglich auf diese Schätze stoßen wird, wenn man die gängigen Mittel einsetzt. Die Templer waren nicht einmal unter Folter bereit, ihre sorgsam gehüteten Geheimnisse preiszugeben. Wenn Ihr Euch jedoch auf den Weg macht wie ein . . . wie sagt man? . . . ein concheiro, ein Büßer, der zum Grab des Apostels eilt, um in Santiago de Compostela den Generalablaß zu erwirken, so vermögen Eure Augen sehr viel mehr zu sehen als die von zwanzig bewaffneten Männern, meint Ihr nicht auch?"Noch immer brachte ich kein Wort heraus.
"Ihr werdet unverzüglich aufbrechen", befahl der Heilige Vater. "Ruht Euch ein paar Tage aus und bereitet unterdessen Eure lange Reise nach Santiago vor. Nehmt Euch in acht, daß Euch niemand außerhalb der Komturei sieht; denkt daran, daß wir von Spitzeln umgeben sind, die unserer Mission ein unglückliches Ende bereiten könnten.""Aber ", stammelte ich, "wie? Das ist ausgeschlossen, Eure Heiligkeit!""Ihr habt keine andere Wahl, Galcerán", rief der Großkomtur in einem Ton aus, der keinen Widerspruch duldete. "Einige Männer des Papstes werden Euch in einem gewissen Abstand folgen; ihnen könnt Ihr Eure Entdeckungen über bestimmte Kanäle mitteilen, die wir noch festzulegen haben. Ihr werdet als armer Pilger von all Euren Kenntnissen und Fähigkeiten Gebrauch machen, um dieses Tau-aureus zu finden."
"Laßt mich zumindest meinen Knappen mitnehmen, den Novizen aus dem Kloster von Ponç de Riba. Er hat sich als hervorragender Gefährte erwiesen.""Was weiß dieser novicius davon?" fragte Papst Johannes wütend."Er war es, Eure Heiligkeit, der das Rätsel der Botschaft löste.""Daraus müssen wir also schließen, daß er über alles Bescheid weiß.""So ist es, Heiliger Vater", entgegnete ich, fest entschlossen, Jonas um jeden Preis mitzunehmen. Bei genauerer Betrachtung konnte jene Reise sowohl für den Jungen als auch für mich das Wiedersehen mit der dritten Person bedeuten, die in unsere gemeinsame Geschichte verwickelt war: seine Mutter, Isabel de Mendoza.