Die Langeweile hat meine Frau und mich gestern zur Videothek geführt, wo sie "Ip Man Zero" in den Regalen entdeckte. Ich war zunächst skeptisch, da ich hier eine billige Produktion erwartete, wie es sie doch so oft nach erfolgreichen Filmen gibt. Zum Glück haben wir keine Alternative gefunden und schlussendlich "Ip Man Zero" mitgenommen, da wir zu Hause tatsächlich positiv überrascht wurden. Das Bild ist top, die Synchronisation ist professionell umgesetzt worden, die Musik ist stimmig und auch die Auswahl der Schauspieler und Kulissen ist absolut erstklassig. Der Film erzeugt sogar annähernd die gleiche Atmosphäre der "echten" "Ip Man"-Filme.
Wer die beiden Teile mit Donnie Yen kennt, der wird sich bei diesem Streifen wundern, dass ein paar Schauspieler in anderen Rollen verwendet wurden. Das war für uns zunächst etwas irritierend, aber sobald wir sie als andere Charaktere betrachteten, konnten wir recht locker darüber hinweg sehen. Andere Rollen wurden wiederum super besetzt, Yuen Biao als späterer Meister spielt wunderbar und Dennis To geht glatt als junger Donnie Yen durch.
Die Handlung ist interessant, gelegentlich auch lustig, wenn auch nicht ganz so gut wie die bei den anderen beiden Teilen, da die Handlung von "Ip Man Zero" unter anderem auch streckenweise frei erfunden ist.
Wenn man "Ip Man Zero" jedoch als eigenständigen Martial Arts Film betrachtet, so macht er echt viel Spaß, weshalb ich ihm gerne 5 Sterne gebe. Aber auch im Schatten der beiden "echten Teile" würde ich ohne zu zögern 4 Sterne vergeben, weil hier doch sehr viel richtig gemacht wurde. Wer nur mit einem Ip Man leben kann, der ausschließlich von Donnie Yen verkörpert wird, der wird hier nicht glücklich werden. Ich wüsste aber nicht, wo das Problem hierbei besteht, denn zum einen spielt Dennis To sehr überzeugend und zum anderen wurde auch der chinesische Nationalheld Wong Fei Hung von mehreren Schauspielern verkörpert, unter anderem von Jet Li und Donnie Yen.