Daß der mehrfach oscar-nominierte und für "Wild at Heart" mit der Goldenen Palme von Cannes ausgezeichnete Filmregisseur David Lynch auch und eigentlich Maler ist, wissen wohl die wenigsten. Mit "Images" liegt nun ein erster Bildband vor, der versucht, einen Gesamtüberblick über das künstlerische Schaffen Lynchs zu geben: neben Stills aus den Filmen zeigt das Buch einige Gemälde des Künstlers, außerdem Photographien und photographierte Plastiken oder sonstige Objekte, aber auch Kurztexte in Dialogform ("meaningless conversations"). Gerade diese Heterogenität der "images", die übrigens Lynch selbst ausgewählt hat, ist jedoch kein Plus des Buches, sondern ein entscheidendes Manko. Die ersten 70 der 192 Seiten mit Abbildungen allein werden nur mit "moving images", mit Bildern aus Filmen bzw. mit Aufnahmen vom Drehen am Set gefüllt: Bilder, die man so auch zur Genüge in jedem Taschenbuch über Lynch vorfinden kann (etwa in dem von Robert Fischer). Der ursprünglich geplante Titel des Bandes "Images never seen before" wäre für diesen Teil des Buches reine Augenwischerei gewesen (und wurde vielleicht auch deshalb auch "Images" verkürzt.) Im anderen Teil des Bildbandes hingegen werden nicht wenige Seiten durch Abbildungen von Zündkerzen ("spark plugs") sowie durch die photographische Dokumentation eines Zahnarztbesuchs ("dental hygiene") geopfert. Freilich: Es ist auch ein Moment und eine Aufgabe von Kunst, auf vermeintlich altbekannte Phänomene einen neuen Blick zu öffnen, und dies tut Lynch hier. Dennoch: Letztlich bleiben von den 190 Seiten nur rund 50 wirklich interessante und sehenswerte. Da bleibt nur zu hoffen, daß irgendwann ein neuer Bildband von Lynch erscheinen wird, der sich zur Gänze seinen eigenwilligen "paintings and drawings" widmet. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)