Mehrjährige Abstinenz ist nicht die Sache von Def Jux-Mastermind el-p. Zuletzt gab es: Instrumental-Platten sowie einen unpeinlichen Jazz-Ausflug. Und schließlich musste el auch seine Fittiche im Jux-Camp mit der einen oder anderen Produktion beliefern.
Nun, el-p ist zurück. Und zwar viele Jahre, nachdem der Produzent und MC das heute als modernen Klassiker gehandelte Album 'Funcrusher Plus' zum Funktionieren brachte und auch einige Lenze nach seinem brachialen Soloerstling 'Fantastic Damage', mit dem er im Kernzirkel der Independent-Szene New Yorks nachhaltig Feuer legte. Die Ansprüche der Fangemeinde an 'I'll sleep when you're dead' waren bei so einer Bio entsprechend hoch ' und werden nicht enttäuscht. Auf der neuen el-p gibt es zu hören: Kreatives Chaos, umgelegt auf 13 trotzige Tracks, die in alter Manier sperrig und verstörend, bald aber trotz von Pessimismus durchtränkter Grundstimmung nachgerade liebliche Passagen freilegen. Nicht gibt es: Schonkost, Altersmilde, kapitale Aussetzer in der Tracklist.
Der Opener 'Tasmanian Pain Coaster weist den Weg. Beim siebenminütigen Eintritt in el-p's verqueres Universum fügt sich scheinbar Zusammenhangloses zusammen. Und weil el-p weiß, dass 'in a world of super duper whores the kids just want a little more', legt der Meister nach. 'Smithereens' und 'Up all night' fallen nicht ab. Track 5 rechnet mit New Yorks Nahverkehr ab, 'Run the numbers' featured Aesop Rock (explosiv!), ehe el-p, diesmal sekundiert von Cage, auf einem Gefängnisschiff zur Waffe greift (pow!).
Ferner gelungen: The overly Dramatic Truth mit ausgezeichnet scheppernden Drums und Piano sowie League of Extraordinary Nobodies, in dem es nicht weniger hart nach vorne geht als im technisch perfekten Everything must go.