Die Leser dieser Rezension sind garantiert älter als 35. Wer älter als 35 ist, hat mit einer Wahrscheinlichkeit von 33% schon mal eine Scheidung hinter sich gebracht. Hat etwas beendet, was zunächst als große Liebe begann, dann zu Alltag degenerierte und irgendwann stellte man/frau fest, dass der Andere einem fremd geworden war...
....dann können Sie nun auch mein Verhältnis zu ihm - Steve Earle - und das zu seiner letzten Aufnahme nachvollziehen. Da stellt sich mir doch die Frage, gab es einen entscheidenden Knick in unserer Beziehung, ein Knick von dem an die Liebe in die falsche Richtung lief? Ja, gab es: seine Townes Van Zandt Hinrichtung! Damit war's vorbei. Was seinerseits als Liebeserklärung an seinen Mentor verstanden werden sollte, tat dieser wunderbaren Musik nur weh, fügte ihr und meinen Ohren Schmerzen zu! Nicht nachzuvollziehen.
Also, alle Hoffnung auf neues Eigenes - und dann das! Hier endet mein Interesse diese Rezension überhaut nur fortzusetzen. Warum sollte ich über Langweiliges schreiben?! Phantasielos und öd, ohne jede Inspiration. Zunächst dachte ich, ich verhöre mich, traue meine Ohren nicht - aber das wird nicht besser, da gibt's kein Verhören: das ist einfach mies. Wo sind die wundervollen Melodien wie in "Goodbye"?! Wo der muskulöse, krachende Brachialsound von "Ashes to Ashes"?! Na gut, bei ersterem war er noch auf Drogen, bei zweitem hatte er Eric Roscoe Ambel an Bord. Beides wird's gerichtet haben.
....so ist das mit kaputten Beziehungen - wenn es ganz schlimm geworden ist, dann bleibt am Ende nur die Abneigung. Punkt.
PS. Wen's interessiert - ich vergaß zu erwähnen, dass das Ganze von T Bone B. produziert und weitestgehend mit dessen Hausband eingespielt wurde. In diesem Zusammenhang verweise ich auf meine Gregg Allman "Low Country..." Kritik. Voll der "...Blues".