Wie auch einer der Vorredner konnte ich mit den ersten beiden Platten der norwegischen (Halb-) Doomer nix anfangen. Ich hatte dementsprechend auch keine großen Erwartungen von der neuen Scheibe. Aber als Doom-Fan hört man sich das Ganze ja trotzdem mal an, also ausgeliehen vom Musikladenkumpel und angehört (bevor gemeckert wird: Ich habe die CD fünfmal komplett durchgehört).
Nach einem mäßig interessanten Akustik-Intro, donnert "Baptism Of Fire" für Doom-Verhältnisse recht schnell aus den Boxen. Der Song hat eine gute Hookline, der Gesang kann auch überzeugen, nicht schlecht, aber auch kein Brüller. (7)
"Mortify" ist ebenfalls ziemlich flott gehalten, und hat ein schon tausendmal gehörtes Grundriff, welches an Priest etc. erinnert. Überzeugen kann hier allenfalls der Solopart und vielleicht noch der Chorus! (5)
Der erste Song, der in die Doomrichtung schielt, ist "Hollow Mountain". Dezenter Schlepprhythmus, guter Refrain, schönes Break im letzten Drittel und wiederum gute Gitarrensoli. (8)
"Mothers revenge" beginnt mit einem Akustikintro mit Ozzy-mäßigen Gesangspart, bevor sich der Song zu einer eher identitätslosen Doomwalze entwickelt, welche aber zum Ende hin noch einen Pluspunkt durch das sehr gute Solo einfährt. (5)
Als einen der mäßigsten Songs des Albums würde ich mal das folgende "Downward Spiral" bezeichnen, welches etwa in "Paranoid" Geschwindigkeit gehalten ist, aber irgendwie überhaupt nicht zünden kann. (3)
"Shadow Monument" erweist sich dann mit seiner eleganten, schleppenden Melodyline, dem etwas flotteren Mittelteil (natürlich wieder mit hervorragendem Gitarrensolo) und den starken Chorpassagen, als bester Song der Scheibe! (9)
Das nachfolgende "Burden" kann ähnliche Stärken aufweisen, und liegt dementsprechend auch mit vorne. Guter melodischer Doomsong. (8)
Der Midtemporocker "Denier" fällt dagegen wieder etwas ab. Flaches, auch schon zu oft gehörte Grundmelodie, netter Chorus, das war aber auch. (5)
Der Rausschmeißer "Spiritual Void" erweist sich dann auch, wie der Titel schon erahnen läßt, als psychedelisch angehauchter Song, der allerdings eher einschläfernd und langweilig ist, sorry. (3)
Fakt ist, der Sound hat sich gegenüber dem Vorgänger verbessert, und ist deutlich druckvoller. Die angesprochenen Black Sabbath Einflüsse halten sich aber in Grenzen. Vielmehr wissen die Musiker wohl nicht so recht, wo sie hinwollen. Ein bischen Doom, eine Prise Psychedelic, etwas "True-Metal"...
Interessant sind meines Erachtens aber einige Chorpassagen (z.B. bei "Mortify", "Hollow Mountain", "Shadow Monument" oder "Burden"), die ein wenig an Melodic-Metaller wie z. B. Pretty Maids erinnern, also für einen recht fröhlichen Touch sorgen. Von düsterer Atmosphäre kann hier gar keine Rede sein!
Fazit: Besser als die beiden Vorgänger, aber weit entfernt von einem Meisterwerk!
Drei Sterne mit leichter Tendenz nach oben!