Am Anfang fand ich das theoretische Modell schlüssig und richtig, und hoffte auf wirksame Übungen.
Doch schließlich war es im Wesentlichen nur die Anweisung, nicht an seine (zuvor niedergeschriebenen) Hemmungen zu denken, sondern sich das Gegenteil ganz fest vorzustellen ("Gegenideen zu erzeugen").
Also z.B. statt "nicht erröten" an Kälte und Ruhe denken.
Ob das wohl mit dem eindrucksvollen Ausdruck "Reversal-Prinzip" gemeint ist?
Ich will nicht ausschließen, dass es funktionieren kann,
aber bei mir hat es nicht wirklich funktioniert:
Es führte dazu, dass ich grübelnd und etwas geistesabwesend in Gegenwart anderer war und nur noch stärker an meine Hemmungen dachte: "Ich muss mich jetzt ganz fest auf das und das Kontentrieren damit ich AUF KEINEN FALL an diese und jene Angst denke"
Einfach gesagt: Wenn ich an Ide-o-matic denke MUSS ich automatisch an meine Hemmungen denken, bei mir geht das nicht anders.
Da läuft es viel besser, wenn ich das ganze Thema vollkommen vergesse und mit den Gedanken ganz woanders bin.
Bezüglich der Erfolgsversprechung "...bei deren Anwendung keine seelischen Hemmungen mehr auftreten können" kann man natürlich sagen, dass mir die Anwendung nicht gelungen ist, und sich der Satz nicht als falsch erwiesen hat.
Ich hatte mir (naiver Weise) Übungen vorgestellt, die jeder "anwenden" kann, die man ganz formal abhaken kann, jeden Tag ein Lehrbrief und sind die Hemmungen weg. Aber man kann eigentlich nie "fertig" werden, man muss die geforderten Denkweisen immer weiter trainieren. Und auch wenn es mal funktionieren sollte, dann ist die Hemmung ja nicht für immer "systematisch beseitigt", sondern kann vielleicht wiederkommen, wenn man die "Ide-o-matic" nicht mehr anwendet. Ich kann bis heute nicht sagen, ob mir der Lehrbrief "beseitigen Sie Ihre kleinste Hemmung" endgültig gelungen ist.
Es ist außerdem schwer, sich schön systematisch und linear mit immer schwierigeren Situation zu konfrontieren. Im Alltag geht das kreuz und quer, und nicht nach meinem Steigerungsplan:
Beispielsweise probierte ich Ide-o-matic das erste Mal in der Zeit des „Abi-Kabaretts" aus, wo ich mich zu einer kurzen Nebenrolle überreden ließ und mächtig nervös war.
Ein weiteres Problem war, dass ich, in Situationen, in denen ich mich unwohl fühlte, oft keine Zeit hatte, mich so wie in dem Buch gefordert auf „Ideen" zu konzentrieren.
Man ist ja auch oft mit was anderem beschäftigt oder will jemandem zuhören sprich geistesanwesend sein. (was bei mir nicht verhindert, das sich unterbewusst Unwohlsein breit macht)
Eigentlich habe ich auch noch kein endgültiges Ergebnis, da ich mir ständig sagen kann „Mensch, ich sollte es noch mal probieren, ich bin nur zu faul".
Gelegentlich hat es auch schon ein bisschen gewirkt.
Es handelt sich hierbei um meine persönlich Erfahrungen.
Ich kann nicht ausschließen, dass andere mit dem Buch wunderbar klarkommen.