Nach der schnellen Lieferung packte ich die IcyBox aus und war ein wenig überrascht wie schnuckelig klein das Ding doch ist. Das Produkfoto erweckte auf mich einen ganz anderen Eindruck, da hätte ich mir das 3.5" Format besser vor Augen führen müssen :)
Optik/Haptik ist dank dem komplett aus Metall bestehenden Gehäuses erste Sahne. Es ist außen rum kaum Plastik zu finden. Das sorgt nicht nur für bessere Wärmeabfuhr, sondern auch für einen soliden, edlen Eindruck. Einzig die etwas wackelig sitzende Frontblende schmälert die sonst hochwertige Anmutung. Die Betriebs-LEDs haben eine wohl dosierte Leuchtstärke. Leider blinken sie nicht im Takt des Festplattenzugriffs.
Der beigelegte USB 3.0-Kabel ist nicht übermäßig lang, aber für meine Zwecke ausreichend. Ebenso wenig hinderlich ist die knapp gehaltene Betriebsanleitung, denn die Inbetriebnahme der ICY Box könnte nicht einfacher sein.
Die beiden Festplatten (Samsung Spinpoint F3 7200rpm mit 1TB) wurden problemlos erkannt und nach der Formatierung war alles betriebsbereit - die Datensicherung konnte im Raid 1 Modus beginnen. Des Weiteren stehen noch die Raidmodi: 0, NRaid und JBOD zur Verfügung.
Das neue Standard USB 3.0 zeigt mit Hilfe des HDD-Testtools CrystalDiskMark zumindest Potential:
USB 2.0: Read: 32,51 MB/s Write: 32,51 MB/s
USB 3.0: Read: 113,3 MB/s Write: 86,23 MB/s
Intern (die gleiche Samsung F3 mit 1 TB über SATA II) Read: 140 MB/s Write: 131,5 MB/s
Offenbar bremst der Raidcontroller der IcyBox etwas. Da es aber auch am Mobo liegen könnte und mein technisches Verständnis dazu nicht ausreicht, würde ich mich ungern zu weit aus dem Fenster lehnen und diesen Punkt negativ hervorheben. Da zudem die Box nur für die externe Datensicherung zum Einsatz kommt, sind mir die Lese- und Schreibgeschwindigkeiten mehr als genug.
Das wahre Problem der hübschen IcyBox liegt meiner Meinung nach woanders. Ich kaufte sie mir trotz des Wissens über den kleinen, hinteren Lüfter, in der Hoffnung, dass die Lautstärke für die Momente der Nutzung in Ordnung sein wird. Doch nach dem erstmaligen Einschalten trat Ernüchterung ein. Der kleine 40x40x10mm Lüfter gab sofort ordentlich Gas (was bei der Größe verständlich ist) und erzeugte einen ordentlichen Lärm. Die Lautstärke ist nicht so hoch, dass man die keine Minute erträgt, allerdings lässt sich genau so wenig, egal wie sehr man abgelenkt ist ignorieren. Da man den Lüfter bei zwei dicht aneinander gepackten Festplatten nicht einfach abklemmen kann, stand ich kurz davor die Box zurück zu geben. Angesichts des praktischen Werts, suchte ich aber zunächst nach einer praktikablen Problemlösung, die ich schließlich auch fand.
Ich besorgte mir einen 2 auf 3 Pin Molex-Lüfter-Adapter und konnte so ohne Garantieverlust den Originallüfter durch einen 120mm scythe slipstream SY1225SL12SLersetzen. Da der große Gehäuselüfter schlecht in der IcyBox Platz finden kann, steht er extern, vor der Box und pustet kalte Luft durchs Gehäuse. Das ist meiner Meinung nach eine deutlich leisere, im Grund fast lautlose und viel effektivere Lösung der Festplattekühlung. Diese Lösung kann ich mir so dauerhaft vorstellen (Nebenbei ein Kompliment an Samsung für die sehr leise F3!). Im Garantiefall kann der alte Lüfter ganz leicht wieder angeschlossen werden.
Es sollte natürlich klar sein, dass jeder Mensch Lärm und Lautstärke ein wenig anders wahrnimmt, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es jemand gibt, der trotz eines gutes Gehörs, diese Raidbox im Originalzustand als leise bezeichnen würde.
Alles in Allem kann ich zusammengefasst sagen, dass ich mit dieser Lösung der Datensicherung ganz zufrieden bin. Ich kann jedem empfehlen die RaidSonic auszuprobieren und bei Bedarf eben leiser zu machen. Lüfter plus Kabel kosten zusammen keine 12 ¤.