Die Rockhaus-Jungs um ihren charismatischen Sänger Mike Kilian galten seinerzeit als die größten und hoffnungsvollsten Talente der DDR-Rockmusikszene. Klangen ihre ersten beiden Alben noch eher etwas verspielt, so haben Rockhaus mit I.L.D. einen Hammer geschaffen! Das Album stammt aus dem Jahr 1988, aber wer es heute zum ersten Mal hören würde, der käme nie und nimmer darauf. Die Songs klingen allesamt frisch, rockig, ohne sich an irgendeinen gerade aktuellen Trend anzupassen. Dazu kommen die äußerst hörenswerten Texte, die bis auf 2 Ausnahmen von Mike Kilian höchstpersönlich geschrieben wurden. Selbst der Titelsong "I.L.D.", der ja eher einen kitschigen Wortlaut vermuten lässt, glänzt mit einer Verbalakrobatik, die für Liebeslieder -denn darum handelt es sich ja bei dem Song- eher ungewöhnlich ist.
Musikalisch bieten Rockhaus grundsoliden Rock, bei dem sogar das Piano immer wieder eingebunden wird, ohne dabei störend zu wirken. Ich hätte mir lediglich gewünscht, daß der eine oder andere Titel etwas mehr Spielzeit aufweisen würde, um vielleicht auch mal das eine oder andere Solo unterbringen zu können. Aber die Kapazität der damaligen Langspielplatten war ja begrenzt. Dafür bekommt man aber 12 Titel geboten. Es fällt schwer einen Lieblingssong herauszugreifen, da das Album eigentlich wie eine geschlossene Einheit daherkommt und keinen einzigen Stimmungstöter aufweist. Wenn ich mich aber entscheiden müsste, sähe meine Top 3 so aus:
1. I.L.D.
2. Mich zu lieben
3. Hör zu
Ich spreche für das Album eine eindeutige Empfehlung aus. Wer Rockhaus nicht kennt, sollte sich die Vorgängeralben sparen und gleich hier zugreifen.