Die Musikindustrie braucht sie immer wieder - neue, junge und frische Talente, welche in die Fußstapfen von Größen tretten und die Hörer mit inovativen Musikeindrücken einen brandheißen Sound servieren sollen. Eines dieser jungen, aufstrebenden Schützlinge dürfte wohl zweifelsohne der 18 jährige Jahmaal Noel Flyffe alias Chipmunk sein. Der aus Hornsey (Tottenham), London stammende Rapper und Songwriter konnte nach seiner 2007er Street Album "League of my own" einen Plattenvertrag bei Sony/Columbia ergattern und wurde auch schon im Jahre 2008, sowie 2009 mit je einem MOBO Award ausgezeichnet. Nun steht Chip's Major Label Debut "I Am Chipmunk" seit dem 12. Oktober in den Regalen und 13 Tracks warten darauf von einem Hörer verschlungen zu werden. Gastauftritte konnte sich der 18 jährige von Dayo Olatunji, Tinchy Stryder, Emelie Sande, N-Dubz, Loick Essien, Talay Riley sowie Young Spray sichern. Die instrumentalen Grundlagen steuerten u. a. Kyle James & Pete Peters, John Hendicutt, Maniac, Naughty Boy, Louis Gibzen, NSG oder Harmony. Mit einer riesigen Vorfreude und großen Erwartungen steige ich nun in den Longplayer ein.
Der Eröffnungstrack "Saviour" ist gleich ein richtiges Brett mit einem schlagkräftigen Beat, mystischen Chorelementen, einigen Elektro-Einspielern und schönen Frauen Backroundvocals im Refrain - super Einstieg. Das nächste Stück "Chip Daddy Chip" stellt die zweite Singleauskopplung dar, welche im März 2009 veröffentlicht wurde. Ein knalliger Drumbeat sowie paar harte E-Gitarren Riffs verleihen diesem Song ein rockiges Flavour sowie die richtige Würze und kann sich bestens mit Chip's Raps vereinen. Die nächste und zugleich auch neue Single "Oopsy Daisy" folgt zugleich. Eine geniale Uptempo Ballade über eine zerbrochenen Beziehung/Trennung mit wunderschöne Klavierbegleitung und einem traumhaft kombinierenden Duo bestehend aus natürlich Chip und Sängerin Dayo Olatunji, die uns im Refrain zum dahinschmelzen bringt - nicht umsonst toppt dieser Track zur Zeit die UK Charts mit einem fabelhaften Einstieg von 0 auf 1. Wer auf den für die Insel bekannten Grime Style bereits sehnsüchtig wartet dürfte an "Man Dem" mit Tinchy Stryder seine Freude haben, denn noch elektronischer und verrückter geht es wohl nicht mehr - im ersten Anlauf gewöhnungsbedürftig, aber hinterlässt dann doch einen coolen Eindruck nach mehrmaligen Hören. Producer Naughty Boy zeigte sich für die im Juli veröffentliche 3. Single "Diamond Rings" verantwortlich. Ein fetziger Beat treibt diesen Song mit viel Power voran, dazu gibt es einige Jazz Elemente und eine bestens aufgelegte Sängerin Emeli Sande, die sich für den glanzvollen Refrain zur Verfügung stellte - das Gesamtpaket klingt wie ein Retrotrack aus einem alten schäbigen Radio - Klasse! Schräge Synthes geben bei dem chilligen "Lose my life" den Ton an, welcher allerdings durch seinen Beat und die einsetzenden E-Gitarren im Refrain eine aufwühlende Atmosphäre verliehen bekommt, die Chip mit seinen Raps gelungen untermalt und uns Tulias von N-Dubz im Refrain Gänsehaut über den Rücken laufen lässt. Das von Mr. Wizzy Wow produzierte "I Am (Interval)" legt mächtig Tempo vor und brennt mit seinen kraftvollen Bässen so einige Speaker nieder - Chip schiebt lässig einen Rhyme nach dem anderen über das Instrumental. Ein ruhiges Händchen hatte Produzent Louis Gibzen, beim zusammenbasteln des Songs "Dear Family", welchen Chip sanft und mit viel Gefühl angeht. Durch die meisterhafte Klaviermelodie sowie dem klasse Frauengesang im Refrain bekommt das Stück einen erholsamer Wohlfühlfaktor verliehen. Eine Schiene härter tritt dann "Beast" aus dem Schatten hervor und besticht durch seinen bumpenden Beat und den vielen verschiedenen elektronische Melodieelementen, aber auch Sänger Loick Essien hat großen Anteil an der Genialität dieses Songs. Auf "Look for me" hat sich Chip mit Sänger Talay Riley zusammengetan und die beiden bieten uns hier wirklich ein genüßliches sowie mitreisendes Spektakel aus Rap, Rock und Pop, welches seines Gleichen sucht. "Role Model" geht in eine eher relaxtere Schiene über, aber durch ein paar Streicher und dröhnenden Bässen wird dem Song ein bisschen mehr Biss verliehen. Ein wahrhaftiges Hörvergnügen bekommen wir auf "Sometimes" geboten, dessen Hauptaugenmerk auf den gut produzierten Beat, sowie der wundervollen Melodiekombination aus aufbrausenden Streichern und ergreifenden Klavier liegt. Chip selbst gibt sich auch hier am Mic in keinster Weiße die Blöse und beweist einmal mehr sein Können und wie gut er seine Skillz den diversen Stilen anpassen kann. Wer nach den wundersamen Klänge von "Sometimes" noch immer verträumt in der Gegend rumliegt wird zum Abschluss noch einmal mit einem Paukenschlag aus dem Sessel gehaun, denn "Business" kommt gradlinig mit einem aggressiven und schmutzigen Beat daher, dessen elektronischen Verzierungen eine futuristische Atmosphäre aufbringen und Chip nochmal seine Lines ins Mic rattert. Natürlich setzen auch in diesem Song Gesänge im Refrain chillige Akzente und schließen den Longplayer perfekt ab.
Erst Tinchy Stryders neues gutes Studioalbum "Catch 22", dann der Hammer von Taio Cruz in Form von "Rokstarr" und nun dieser Geniestreich des 18 jährigen Chipmunk! Was dieses Jahr von den britischen Inseln im Bereich Black Music rausgehauen wird, kann sich echt sehen lassen. Unglaublich verbindet Chip auf seinem Major Label Debut "I Am Chipmunk" Rap, RnB, Pop, Grime, Elektro und die ein oder anderen kleinen Rockelemente zu einem unverwechselbaren Sound. Dieser Junge ist einfach der Wahnsinn und hat mit seinen 18 Jahren schon sein Potenzial bestens ausgeschöpft, denn nicht jeder schafft es auf seinem Major Label Debut so qualitativ erstklassige Musik auf die Beine zu stellen wie er. Diese Platte ist Pflicht in jeder gut sortierten Black Music CD-Sammlung also don't miss it ;)
PeAcE