Ein Abgesang auf den Hippie-Kult? Möglicherweise. Die einstig bunte Welt ist grau und trist geworden. Das Leben am Strand sieht düster und kalt aus.
Honda heißt der junge Held, ein Strandläufer, der plötzlich seine erste große Liebe trifft. Geradezu physisch trifft - es gibt einen Zusammenstoß mit der fahrradfahrenden Helen. Die aber tändelt derzeit mit dem Radio-Diskjockey Bob herum, und teilt mit Martin, der gerade wieder aus dem Gefängnis zurückkommt, ein dunkles Geheimnis. Honda ist gewissermaßen ein stiller Verehrer, er bleibt den ganzen Film über stumm (wie seine Schwester erzählt, hat er nach dem Tod der Mutter zu sprechen aufgehört), aber dafür hört er um so mehr (immer wieder macht er Tonbandaufnahmen mit Richtmikrophonen). Seine Schwester Smokey, als Sängerin im Strandhaus ahmt sie unverkennbar Julee Cruise nach, verkörpert das Hippie-Ideal der 'freien Liebe', und ist die Anspielstation für fast alle männlichen Protagonisten des Films. Aber es gibt auch eine Verbindung zu Helen, und so sind drei Männer mit zwei Frauen verknüpft: Honda-Helen / Honda-Smokey - Martin-Helen / Martin-Smokey - Bob-Helen / Bob-Smokey.
Neben einem psychedelischen Soundtrack (von Adrian Johnston) gibt es diverse Lieder (von Elvis Costello ist der Titelsong, 'Sweeter' und einige andere Songs von Rare, 'With A Girl Like You' von den Troggs, 'Beautiful Love' von Julian Cope, und anderes), und irgendwie erinnert alles an die Hippie-Zeit.
Vom berühmten Filmkritiker Georg Seeßlen wird der Film abqualifiziert als "Cineastische Bedeutungshuberei" mit einem "läppischen Ende" (filmzentrale.com). Mir erscheint der Film dagegen absichtlich verspielt, ohne große Intention, mit vielen netten kleinen und unkonventionellen Ideen - Kleinkunstkino sozusagen (auch wenn es diesen Begriff für das Kino nicht gibt). In diesem Sinne finde ich auch dieses Werk des sogenannten 'Ausnahmeregisseurs' Michael Winterbottom durchwegs gelungen, und das Ende gar nicht läppisch, sondern mit seiner bitterbösen Wendung ein sehenswertes Beispiel für den typisch-englischen schwarzen Humor.
Bild und Ton sind überraschend gut (für einen Film aus den 90er Jahren), die 16:9-Auflösung ist tadellos, der Dolby-Digital 5.1 Ton akzeptabel.