Hübsch = 4 Sterne? Schwer zu sagen, allerdings besitzt die Platte bei mir den Heimvorteil der Vergangenheit. Die Atmosphäre der ersten beiden Platten der Pommes wird wohl nicht mehr wiederkehren, aber das ist doch zweifellos schöne Musik für einen WG-Nachmittag, der gemeinsam mit Kaffee und Kater verpennt wird, anstatt der fälligen (Haus)Arbeit nachzugehen. Mehr kann Herr Thomàs doch nicht wollen, oder? Ein Blick auf das beknackte Cover - ok, der Herr will doch mehr! Dann sagen wir: Verarbeitungsmusik für die Post-One-Night-Stand-Depression des selbstbewussten Kulturzentrum-Konzertbesuchers aus Jedermanns Nachbarschaft. Mehr ist nicht zu wollen, aber das ist doch ok?
Gerade in der zweiten Hälfte wird's ein wenig belangloser, aber insgesamt geht die Platte ganz souverän mit dieser Belanglosigkeit um und was herauskommt ist: hübsch!
Der hübsche Herr Thomás hat eben viel zu berichten (deswegen kriegt die Sängerin wahrscheinlich auch kein eigenes Lied mehr ab wie bei den vorigen Platten) und mit wachsenden Songwriting-Qualitäten öffnet sich so mancher kreative und narzisstische Geist den Verlockungen des Pops - in der Tat klingt der obligatorische Folk-Opener "Tina" etwas steif (geht dennoch ab), hingegen halte ich das vielleicht von vielen als seicht empfundene "The Greatest Love Of All" für absolut gelungen (vielleicht auch, weil die Band-Dame da zwei Zeilen allein singen darf).
Absolut gelungene Gebrauchsmusik (mit gutem Schlagzeuger, wie ich finde).
Hübsch! Auf ins Kulturzentrum!