Detective Spooner hat die traurige Pflicht, im Chicago des Jahres 2035 im angeblichen Selbstmord seines väterlichen Freundes Dr. Lanning zu ermitteln. Wenig hilfreich ist ihm dabei seine Abneigung gegen die zunehmende Robotisierung des Alltags, stellt sich der Hauptverdächtige doch als Prototyp der neuen Robotserie NS Five heraus. Spooner wird mit der alles entscheidenden Frage konfrontiert, ob Roboter ein eigenes Bewusstsein entwickeln können, das ihnen sogar die Ausübung eines Mordes ermöglicht und dabei die drei Gesetze der Robotik umgehen lässt.
Niemals zuvor wurde das Thema künstliche Intelligenz" massenkompatibler und dabei so fesselnd behandelt. Wo ROBOCOP zu brutal und A.I. zu verkopft daherkam, ist I ROBOT temporeich und ungemein unterhaltsam. Dank des blendend aufgelegten Hauptdarstellers - Will Smith, verlässlich wie immer, wenn es um Action mit Tiefgang geht -, vor allem aber auch aufgrund der Leistung von Alan Tudyk. Die CGI-Animatoren orientierten sich, wie so oft heutzutage, akribisch an der Mimik des sanftmütig sprechenden Schauspielers - übrigens auch hervorragend ins Deutsche gerettet - und erschufen eines der realistischsten CGI-Wesen dieser noch jungen Animationskunst. Je länger man Sonny auf der Suche nach dem Sinn seines Daseins und seinem Wunsch, sich den Menschen emotional anzunähern, begleitet, desto mehr gerät die oscarnominierte Tricktechnik in den Hintergrund.
Natürlich mussten Asimov-Puristen, die das zugrundeliegende Buch für unverfilmbar erklärten, angesichts der Hollywood-Interpretation empört aufbegehren. Nimmt man sich jedoch die Zeit und betrachtet den Film als eigenständiges Werk, so wird der aufgeschlossene SF-Fan feststellen, dass der humanitäre Grundgedanke durchaus beibehalten und sogar bis in die wunderschöne Schlusseinstellung gerettet wurde. Überhaupt ist die dynamische Regie Alex Proyas' (THE CROW, DARK CITY) und fantastische Arbeit des Director of Photography Simon Duggan erwähnenswert, die während des Showdowns in der US Robotics Zentrale geradezu entfesselt die Kamera um die Protagonisten herumwirbeln lässt. Untermalt wird das Szenario vom unaufdringlichen, in den zahlreichen Actionsequenzen dennoch bombastisch anschwellenden und sehr eingängigen Score Marco Beltramis (TERMINATOR 3, HELLBOY).
In der Summe ergibt dies ein Fest für Sci-Fi-Fans, die ihre Augen gerne einmal vom Trickgeprotze der Sternenkrieger erholen wollen, aber auch für Freunde anspruchsvoller Stories, für die (actionreiche) Unterhaltung und Message kein Widerspruch sind. Meiner unmaßgeblichen Meinung nach ist I ROBOT bis dato der beste und sehenswerteste Beitrag zum Roboter-Subgenre.
Nachtrag nach Sichten der Blu-ray:
Nachdem bezüglich des relativ jungen Mediums Blu-ray das Etikett "Referenz" noch recht selektiv angewandt wird, ist es umso erfreulicher, wenn man mit Fug und Recht bei der Neuauflage eines bereits auf DVD mit Bestwerten veröffentlichten Titels diese Wertung anbringen kann. Denn wer I, ROBOT in High Definiton erlebt hat, wird ihn nie wieder in anderer Darreichungsform erleben wollen. Die Plastizität und der Detailreichtum des Bildes sind enorm, und der bei manchen spezialeffektlastigen Streifen bedauerlicherweise zu beobachtende Umstand, dass offensichtliche Trickshots durch die hohe Auflösung als solche entlarvt werden, tritt hier in keiner Szene zu Tage. Im wahrsten Sinne ein perfekter Transfer. Erfreulicherweise wurde das Bonus-Material von der bereits bekannten Special Edition übernommen. Die Menügestaltung ist einfallsreich und dem High Tech Inhalt des Films angelehnt sehr gelungen.
Knappes Fazit: für jeden eingefleischten HD-Fan eine Muss-Scheibe in der Sammlung!