Der Deutschen Grammophon ist mit dieser Einspielung eine echte Bereicherung des Katalogs von Opern-Gesamtaufnahmen zu danken: Leoncavallos grosse historische Oper "I Medici".
Außer dem beliebten Einakter "Pagliacci" kennt man von dem Komponisten eigentlich nur noch - zumindest dem Titel nach - "La Bohème", und sei es nur, weil Puccinis weitaus berühmtere Oper auf dem gleichen Roman basiert. Von der Oper "I Medici" dürften die meisten bislang nicht einmal gehört haben. Unter der Einwirkung von Richard Wagners "Ring der Nibelungen" plante Leoncavallo eine Opern-Trilogie mit Stoffen aus der italienischen Historie. Lediglich "I Medici" wurde letztlich realisiert. Wagners Wirkung auf Leoncavallo läßt sich auch aus der Musik heraus hören. So gelten "I Medici" unter Musikwissenschafltern als ein Beispiel italienischer Wagner-Rezeption. Doch findet sich auch viel Eingentständiges in dem Werk. Auf jeden Fall handelt es sich um eine hochinteressante Oper, sowohl vom Sujet als auch von der Musik her, die eine Wiederaufführung wirklich verdient hat.
Der Dirigent Alberto Veronesi hat sich in den letzten Jahren einen Ruf als Spezialist für Werke des Versimo gemacht. Einspielungen von Puccinis Frühwerk "Edgar" (mit Placido Domingo) und von Mascagnis Oper "L'Amico Fritz" (mit Roberto Alagna und Angela Gheorghiu) liegen bereits vor. Auch für "I Medici" standen Veronesi prominente Solisten zur Verfügung: Placido Domingo, Daniela Dessi und Carlos Alvarez. Eine Höhrenswerte Einspielung die einem die Möglichkeit bietet, ein echte Opern-Entdeckung zu machen.