Enttäuscht ein ehemaliger Held mal, wittern alte Fans Verrat, und lassen kaum ein gutes Haar an ihrem Ex-Liebling. Zusammenhänge zu irgendwelchen Kommerzialisierungsgelüsten werden herbeigezerrt. Doch keine Sorge - es ist auch hier nicht "Nu Metal", um Gottes Willen! Dieses Danzig-Album bietet absolut unkommerziellen, harten Metal, mit weit weniger Industrial-Einflüssen, als bei Satan's Child. Firemass klingt natürlich keineswegs nach "Beautiful People" ;) die Strophe wird lediglich durch ein Stakatto-Riff unterlegt, wie eine 9stellige Zahl anderer Metalnummern seit 1969 auch.
Nein, Danzig zieht auch hier wieder sein Ding durch, was zwar einerseits eine Rückbesinnung auf weniger schwerfälligen, blusigeren Heavy Metal bedeutet, andererseits dennoch nicht mehr die Begeisterung früherer Werke wecken kann, weil seine Stimme nunmal nicht mehr nach "Evil Elvis" bzw "Evil Jim Morrison" klingt, sondern eher nach "Evil Stimmbruch". Entsprechend gehemmt wirkt er bei seines Gesangesleistungen. Gute Songs gibt's dennoch auch hier. Aus meiner Sicht stellen "Liberskull", "The Coldest Sun", "Halo Goddess Bone" die verdammt harten "I Luciferi" und "Nacked Witch" sowie die halb-Ballade "Dead Inside" (erinnert etwas an "How The Gods Kill") die Höhepunkte dar. An alte Danzig-Klassiker ala "Mother", "Under Her Black...", "Dirty Black Summer" oder "I Don't Mind The Pain" reicht keines der Lieder, und der frühere Charme des fiesesten Elvis-Imitators der Welt fehlt alten Fans hier sehr. Es lohnt sich jedoch der Kauf, wenn man akzeptiert, dass Danzig nunmal heiser geworden ist ;), und nicht mehr singen an, wie vor 10 Jahren. Einen wirklich schwachen Song findet man hier nicht. Insgesamt kann man sagen: die Riffs fetzen, und die Refrains sind auch besser, als sie gesungen werden. Ein hartes und schweres Album, dass ein paar Durchläufe braucht, um seine ganze Klasse zu entfalten.
Danzigs Motto 2003 könnte folgendes sein: 48 Jahre, schon verdammt heiser, aber kein bisschen leiser.