Fuer mich war der Erstling von Digitalism eine Offenbarung. Diese Mischung aus fetten Baessen, verzerrten Indie-Gitarrern und abgefahren Synthi-Geraeusch-Innovationenn war absolut mitreißend, euphorisierend, einfach einzigartig. Die Tracks hatten fast schon einen rave-maessigen Spannungsbogen und man fieberte dem Moment der Eruption entgegen. Auf dem Dancefloor abrocken bis die Waende wackeln, das war die Devise.
Für mich eines der besten Electro/Dance Ablben ueberhaupt. Die Messlatte lag schon immens hoch und jetzt liegt der endlich der lang ersehnte Nachfolger vor.
Tolle Melodien über treibenden Beats, ansatzweise auch noch die verzerrten Gitarren. Die Tracks folgen aber nicht unbedingt mehr dem Muster Spannungsaufbau-Eruption. Alles in allem ist Digitalism poppiger geworden und damit wohl massenkompatibler. Man wollte offensichtlich auch abwechslungsreicher werden. Das ist teils sehr gut gelungen (Antibiotics, ein großer Techno-Track!), teils aber auch befremdlich, wie bei "Just gazing" (Wenn ich saeuselnde Frauenstimmen ueber downbeat hoehren moechte, kaufe ich mir ein Air-Album).
Mal klingt ein wenig Daft Punk durch ("Miami Showdown", "Encore", "Stratosphere"), mal schielt man Richtung Prodigy ("Reeperbahn") und bei den schnelleren, pop-orientierten Tracks ("two hearts", "circles") muss ich irgendwie an eine beschleunigte, Pop-Version der spaeten New Order denken. Damit werden Digitalism demnaechst wohl oefters im Radio zu hoeren sein.
Will sagen: man bekommt nicht 1:1 Idealism, dennoch begeistert das Album mit jedem Durchlauf mehr. War Idealism noch verschwitzter Kellerclub, wo sich die pogende Menge auf der Tanzflaeche gedraengelt hat, findet die zweite Runde jetzt in geraeumigerem, schickeren Ambiente statt und man nimmt sich schon mal eine Auszeit um an der Bar einen Drink zu nehmen.
Fuer mich ist Idealism das bessere Album, aber I love you dude ist ein wuerdiger Nachfolger. Vier dreiviertel Sterne.