Ich war immer ein Verfechter der glockenklaren und warmen, 5-Oktaven-Stimme von Whitney Houston, aber wenn sich ein Star mit solch einer phänomenalen Anlage durch Alkohol, Koks & Co. seine Stimme derart verdirbt bzw. gar zerstört, sorry, dann sollte man das auch erkennen, dazu stehen und nicht noch ein Album aufnehmen, dass gesanglich eigentlich eher den Namen "Gnadenstoß" verdient hätte.
Nicht ein Song dieses Albums klingt nach der klaren, wunderbaren und ergreifenden Performance wie früher, die Bässe hohl, die Höhen belegt, die Oktavensprünge nicht exakt und - durch Zurücknahme in der Kehle - kaschiert. Einfach nur schlimm, vor allem aber traurig. Man erwischt sich dabei, wie man wegen dieses realen Stimmverlustes beim Hören echtes und tiefes Mitleid für Whitney empfindet.
Whitney's Schicksal ist hart - keine Frage - und keiner kann und sollte ihr Vorhaltungen machen, warum sie es hat soweit kommen lassen, aber es macht auch keinen Sinn, hier - aus falscher Sentimentalität - `rein musikalisch etwas zu beschönigen oder gar von einer "gereiften" Stimme zu sprechen.
Diese Jahrhundert-Stimme ist ganz simpel und definitiv zerstört und das Album hat wohl eher den Zweck, Whitney's Ego aufzupeppen und ihre Insolvenz zu mildern, denn Pleite ist sie zu allem Überfluss auch noch. Und das bei Millionen verkaufter Tonträger.
Eigentlich unfassbar, aber so ist es.
Arme Whitney...