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Mit den Tracks „My Pain“ (2002) und „Reach The Sun“ (2004) hatten Northern Lite einst Erfurt auf die Landkarte der relevanten elektronischen Musik eingetragen. Plötzlich zeigten auch Bits & Bytes große Gefühle, plötzlich passten hymnische Melodien zwischen klar konturierte Beats. Dann kamen Radio-Hits, Musikpreise, große Festivalbühnen, noch größere Plattendeals.
Und die endgültige musikalische Freiheit: Spätestens seit dem Vorgänger „Letters & Signs“ haben sich Producer Andreas Kubat und Sebastian Bohn und der Gitarrist Frithjof Rödel von jedweden stilistischen Beschränkungen freigeschwommen. „Part I“ des Epos „Letters & Signs“, erschienen im September 2009, brach vollständig mit Konventionen und Erwartungshaltungen: Der Sägezahn sägte, die Gitarren kreischten – mag auch Indietronic der Sound der Stunde gewesen sein, so waren elektrische Beats und menschliche Songs sich noch nie so nahe gekommen. Nur ein paar Monate später – im Sommer 2010 – kam dann „Part II“ und zeigte, wo das, was man „Track“ nennt, und das, was man „Song“ nennt, ihre eigentliche Heimat haben: im Club.
Dorthin hatten Northern Lite zuvor mit ihren Remixen auch schon Rammstein, Sigue Sigue Sputnik, Peaches oder Schiller mit Thomas D. mitgenommen. Ihre Version von „Go With The Flow“ von Queens Of The Stone Age ist inzwischen legendär.
Konsequent gehen Northern Lite den eingeschlagenen Weg mit dem neuen Album „I Like“ weiter – und nähern sich dabei wieder den Ursprüngen. Schon der Opener „Black Day“ hievt das Gestern ins Heute – und das ganz ohne Nostalgie und Retro-Chic. Los geht’s mit Bassdrum-Vierteln, deren Strenge mit einer leichten Synthiepop-Melodik umspielt wird. In einem vergangenen Jahrzehnt der Schulterpolster und anderer Modeverbrechen hat man aus so etwas mal Popmusik gemacht – freilich nicht mit so rabenschwarzen Lyrics, die die Sinnlosigkeit der Welt beschreiben (und zum Entdecken einer neuen einladen).
Zwischen schwingenden Elektrospulen und klingenden Gitarrensaiten ist eine ganze Menge Platz, der gefüllt werden will. Mit einem Kleinod wie „We Are“ beispielsweise: Um ein Gitarrenriff ranken sich ein aufreizendes, elektronisch verfremdetes Staccato und die süße Melancholie eines Herbsttages. Und ist es nicht der choruslastige Gitarrensound à la Robert Smith (The Cure), der die Zeilen „I turn the tape / I press rewind“ auf „One Soul To Sell“ begleitet?
„I Like“ vermittelt zwischen Gegensätzen. Es ist kontemplativ und ekstatisch, still und laut, weltabgewandt und mittendrin. Manchmal fühlt es sich an wie der Moment, wenn man nachts um drei ganz kurz die Clubtür aufmacht und frische Luft schnappt – nein, nein, kein Chill-out. Nur ein kurzes Innehalten, bevor es wieder voll losgeht. „I Like“ eben: gefällt mir.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
I like but I don`t love...,
Von
Rezension bezieht sich auf: I Like (Audio CD)
...denn insgesamt ist mir die neue Scheibe einfach zu flach. Elektronische Musik kann derart mitreißend und lebendig sein, abwechslungsreich und kreativ. Das haben gerade Northern Lite immer wieder bewiesen. Fast schon möchte ich aber bei diesem Album das Wort Eintönigkeit in den Mund zu nehmen. Mag ja irgendwie chillig sein, aber mir fehlen die Kracher, die Bretter die mich im Auto dazu bringen auch bei 60 Kilometer 10 x Repeat zu drücken um den einen Song nochmal zu hören der mich beflügelt, begeistert, manchmal auch in gewisser Weise reanimiert.Black Day ist ne nette Hommage an Depeche Mode und kommt gut (die Videos der Jungs sind immer zum umfallen amüsant, unbedingt anschauen wie hier wieder gut aber effekvoll bebildert wurde), auch die anderen Songs gefallen aber ich hätte mir von dieser wirklichen Megaband noch mehr erwartet. Hoffe die Jungs toben sich auf dem nächsten Album wieder etwas mehr aus. Gerade die Mischung aus verschiedenen Stilen und hemmungsloser in Szenesetzung von Instrumenten die man entweder dem einen oder andere Genre zuordnet fand ich immer so gekonnt und cool. Hier aber naja, ist einfach alles etwas zu sehr schon mal dagewesen. Kritik auf hohem Niveau, das haben sich aber Northern Lite selber gesetzt, denn der Level ist extrem und ich bin generell jemand der gegenüber Mucke aus Deutschland vielleicht sogar etwas zu kritisch gegenüber steht. Was mir aber gefällt ist doch irgendwie das rotzfreche, dass Northern Lite eben nicht machen was man von ihnen erwartet. Da werden scheinbar die erfolgreichsten Tunes nicht durchleuchtet und dann in 20facher Ausführung wiederholt. Man spielt was man will. Friss oder stirb. Generell eine erfrischend coole Einstellung in Zeiten in denen selbst die Musik-Millionäre über Käuferschwund und Labelrausschmiss jammern. Generell würde ich noch etwas abziehen weil ich diese ver-APPLE-ung mit Itunes Bonustracks hasse. Kann nicht sein dass ich mir das Album offiziell als Hartware kaufe und dafür noch bestraft werde oder? Schade drum. Aber das ist Musikpolitik und hier wird die Musik an sich bewertet. Über die Bonustracks kann ich also nichts sagen. Vielleicht wären die ja genau, was mir hier noch fehlt? Es sei erwähnt dass auf ein 10 Track Album auch noch die Bonus-Songs gepasst hätten, gerade von einer Band die sicher 100erte cooler Stücke readymade in der Kreativkiste bereit hält hätte ich mir etwas mehr Titel-Großzügigkeit erhofft. 3,7 Sterne. Rein subjektiv weil ich eine andere Art des NL Sounds mehr mag, es aber auch 100% gut finde dass hier gekocht wird wozu Lust besteht. Insgeheim hoffe ich die nächste Phase wird wieder etwas krachiger, gemixter, agressiver, abwechslungsreicher, lebendiger. Aber wen schert schon was ich hören will. NL nicht und, so seltsam das klingt, das ist gut so und extrem authentisch. Sicher nicht das ideale Album um sich mit der Band neu anzufreunden, für Fans aber ein Stück Nordlichtgeschichte dass man nicht missen darf, trotz aller Unkerei. UPDATE: Ich habe mir nun die zwei Bonustracks bei It**angehört. Auch die machen mich vom Liker nicht zum Lover für das Album. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
5.0 von 5 Sternen
Die richtige CD zur richtigen Zeit!,
Von Scotsman (Wedemark) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: I Like (Audio CD)
Ich wurde dank der Rezension auf "Medienkonverter" zum Album "Super Black" auf Northern Lite aufmerksam. Ein echter Glücksfall für mich, denn die Jungs haben anscheinend nicht den Bekanntheitsgrad, den sie eigentlich verdienen.Jedenfalls war ich von dem Album begeistert und holte mir nach und nach die früheren Alben, die mir ebenfalls sehr gut gefallen. Seit dem folge ich Northern Lite von CD zu CD auf ihrer immer abwechslungsreisen "Reise" abseits des Mainstreams. Zu dieser CD: Ich kann nachvollziehen, wenn der eine oder andere zunächst dass Gefühl hat, dass die CD eintönig ist. Doch irgendwann stellte ich fest, dass diese entspannte aber doch vielschichtige Musik nicht mehr aus meinem Kopf wollte. Und irgendwie war es der perfekte Soundtrack für den besch... Dauerregen im Herbst. Wie heißt es oben in der Kurzbeschreibung (Zitat):"Es ist kontemplativ und ekstatisch, still und laut, weltabgewandt und mittendrin." So muss Musik sein! Also gebt der CD und Northern Lite eine Chance - sie haben es verdient. Ich freue mich schon auf die nächste Etappe. Mal sehen, wohin die Reise mit der nächsten CD geht... Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4.0 von 5 Sternen
Northern Lite ist gut,
Von
Rezension bezieht sich auf: I Like (MP3-Download)
Northern Lite scheinen ja nicht so vielen bekannt zu sein. Ich halte die Jungs aber für extrem geil. War ganz gespannt auf die neue Scheibe. Ich bewerte sie mit Gut. Auch diese CD ist typisch Northern Lite, wenn auch die Vorgänger-Scheiben für meine Begriffe besser sind. Wenn man die Scheiben SuperBlack oder Unisex auflegt, kann man eigentlich nicht mehr still sitzen. Trotzdem eine Kaufempfehlung für die Neuerscheinung. Nun bin ich mal gespannt, wie sich die Jungs live präsentieren. Für Ihr Konzert in Berlin an 25.02.12 hab ich Karten und werde den typischen NL-Sound über mich ergehen lassen.
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