Nach James Dean Bradfield haut jetzt auch der kauzige Manic-Street-Preachers-Bassist Nicky Wire sein Soloalbum raus - und natürlich könnten die Alleingänge kaum gegensätzlicher sein. Eigentlich wollte Wire ein Poetry-Album aufnehmen, doch dann ging der Songwriter mit ihm durch. Überraschend melodisch sind seine rauen Punkpopminiaturen ausgefallen, für die er den Bass verbannte und bis aufs Schlagzeug alles selbst einspielte. Vor allem die Texte sind genaueres Hinhören wert. Durchtränkt mit Lyriksprengseln und Popkulturzitaten wechseln Wires Verse innerhalb von Sekundenbruchteilen von verquerer Komik zu Ernsthaftigkeit. Aber warum nur haben die Manic Street Preachers eigentlich eine zweijährige Pause eingelegt? Denkt man Bradfields und Wires Soloalbum zusammen - es wäre ein großartiges Bandalbum geworden. (cs)