„Ischa Meijer" ist eines der beeindruckendsten Bücher, die ich in der letzten Zeit gelesen habe. Der erste Teil des Buches beinhaltet die Schilderung einer intensiven, fast zerstörerischen Liebesbeziehung zwischen einem Mann und einer Frau, zwei Menschen, die, was Geist und Gefühl betrifft, jeweils die „andere Hälfte der Muschel" und somit ihr Pendant gefunden haben. Dass man einem solchen Menschen nur einmal im Leben begegnen kann, macht Connie Palmens Buch wunderbar deutlich. Sie begegnet im Alter von über dreißig Jahren der Liebe ihres Lebens, und auch I.M. scheint genauso zu empfinden. Eine fulminante,mehr als intensive Liebe entwickelt sich, diese beiden Menschen scheinen nur aufeinander gewartet zu haben, um sich intellektuell und auch gefühlsmäßig zu ergänzen und zu befruchten. Connie Palmen versteht es meisterhaft, sowohl die weibliche, als auch die männliche Seite dieser Partnerschaft zu beleuchten und auch zu analysieren. Sie schildert die Liebe zu diesem liebenswerten, aber auch schwierigen und verletzbaren Mann, und bringt dem Leser I.M. , den Menschen mit so vielen Facetten nahe. Die Autorin selbst bleibt bei diesem Vorgang scheinbar im Hintergrund, tatsächlich offenbart sie jedoch mit bewundernswerter Offenheit sehr viel ihrer eigenen Persönlichkeit. Eine Liebe, die mit so starker Intensität auf beiden Seiten gelebt wird, scheint nicht von Dauer sein zu können, und wäre das vorliegende Buch lediglich Fiktion, könnte der Leser mit einem Ende, welches den Tod eines der beiden Protagonisten darstellt, rechnen. Tragischerweise hat jedoch das Leben selbst Regie geführt, und so lässt uns Connie Palmen im zweiten Teil ihres autobiographischen Buches teilheben an ihrer unsäglichen und doch so verständlichen Trauer um Ischa Meijer. Zusammenfassend möchte ich feststellen, dass es sich hier um ein aufregendes und sehr ergreifendes, persönliches Buch handelt.