Mit diesem Album hätte Steve Earle fast die Nachfolge von Bob Dylan angetreten:
Mit dem fast programmatischen Opener "I Feel Alright" besinnt er sich auf die verbliebenen Freunde und Freuden nach langer und schwerer Drogenabhänigkeit. Er feiert mit "CCKMP" (Cocaine Can't Kill My Pain) den erfolgreichen Entzug. Er bringt mit "Valentine's Day" einem klassischen Scheidungsdrama-Song in der Tradition von Hank Williams Tränen zum fließen.
Er beschreibt mit "Billy And Bonnie" ganz böse und detailfreudig die Untaten von zwei Ausreißern. Und zuletzt feiert er zusammen mit der unnachahmlichen Lucinda Williams im Duett die wiedergefundenen Freunde ("You're Still Standing There").
Und alle diese schweren, harschen Themen verarbeitet er mit runden sprachlichen Bildern, spannender abwechslungsreicher Musik und bewegt sich dabei immer im Grenzbereich zwischen Rock, Irish-Folk und Country. Ein großartiges Singer-/Songwriter Album; wer "richtige" Lieder mag, die ein Thema, die Stil und Ausdruck haben, wird bei Steve Earle immer und hier ganz besonders fündig.