Die Disposable Heroes of Hiphoprisy - bestehend aus Michael Franti (Text/Rap) und Rono Tse (Music/Scratches) - erschafften mit Ihrem Debüt Album "Hypocrisy Is the Greatest Luxury" 1992 einen Underground Hit, der trotz seiner unbestrittenen Qualitäten nie einen großen kommerziellen Erfolg feiern konnte. Musikalisch liefert das Duo hier ein reinrassiges Hip Hop Album ab, dessen musikalische Untermalung sich vor allem auf wilde Samplings samt diverser Noise-Elemente, Scratches und die Verschmelzung verschiedener Musikrichtungen stützt um einen einmaligen, unverkennbaren Sound zu entwickeln. Dies kann ungewohnte, teils sogar "nervige" Auszüge annehmen, gibt dem Album aber eine ganz eigene Klasse bei dem sich einem jedes Lied als neuer, ganz eigener Klanggenuß präsentiert und dem Album somit eine ungeheure Vielseitigkeit verpaßt, die einen immer wieder aufs neue verblüfft. Abgerundet wird das ganze von erstklassigen Lyriks. Michael Franti legt den Finger in gesellschaftliche Wunden wie man es sonst nur von schwarzen Polirappern ala "Public Enemy" oder "Paris" kennt. Schonungslos prasseln einem auf dem gesamten Album gesellschafts-, sozialkritische oder politische Texte um die Ohren, welche nicht nur auf Phrasen verweisen, sondern dem Zuhörer auf äußerst intelligente weise serviert werden. Mein persönlicher Favorit des Albums ist dabei ganz klar "Language of Violence", welcher für mich am besten die perfekte Symbiose zwischen Musik und Text darstellt, da mir sowohl der düstere, industriell wirkende Sound, als auch die schonungslosen und wirklich hervorragenden Textzeilen ungemein zusagen. Weitere Anspieltipps sind "Famous and Dandy", "Television the Drug of the Nation" - hier gefällt mir besonders die Stelle "...most people think Central Amerika means Kansas...", sowie "Califonia über alles", wobei das gesamte Album einen starken Eindruck hinterläßt.
Mein Fazit: 5 Sterne für ein Underground Highlight, das leider jedoch das einzige Album der Band bleibt. Wer sich auf den - für ein Hip Hop Album - manchmal doch recht ungewöhnliche musikalische Kollage einläßt und bereit ist musikalisch etwas über den Horizont des typischen Hip Hop Sound hinweg zu sehnen, bekommt sowohl textlich, als auch soundmäßig ein ganz starkes Album abgeliefert. Underground ja, aber da eine echte Perle.