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Auch für Martin Walser ist Hölderlin ein Klassiker: „Er schafft das Nationelle. Positiv war es nicht zu haben. Nur als Ausdruck des Mangels, als ersehntes Einundalles. Wir haben seitdem den Text. Wenn uns danach ist. Die meisten gehen unangesehen, also fassungslos zugrunde. Aber seit der Hölderlintext existiert, dürfte mancher Unangesehene diesen Text zu seiner eigenen Vergewisserung gebraucht haben. Was für ein Mensch geht mit jedem von uns zugrunde: das haben wir von denen, von den Hölderlin bis Fichte. Lauter Antworten auf etwas, was einem die Sprache verschlagen möchte."
Wie schön wäre es, wenn noch mehr sich Hölderlin nähern könnten, dem Gipfel deutscher Literatur etwas von seiner Einsamkeit zu nähmen und ihn zu einem wahren Klassiker machten!
Vielleicht hilft diese neue ansprechend gestaltete Ausgabe zu so einem günstigen Preis mit.
Die französiche Revolution traf ihn und seine Zeitgenossen tief.
Hier in seinem Briefroman aber zeigt er seine wahre Natur.
Hyperion liebt Diotima. Dazu muß man wissen, daß Hölderlin eine Zeit lang Hauslehrer beim Bankier Gontard in Frankfurt war und sich in die Frau des Bankiers, Susette Gontard (Diotima) verliebte.
Das führte zu einem Bruch und das ganze Werk des Dichters Hölderlin, der ja ein Naturtalent war und ein Naturanhänger (frei von allen möglichen Bindungen sich zu machen anschickte!), bekommt aus dieser Sicht einen eigenartigen Klang: nämlich den der Zukunft, des zukünftig Möglichen, was Freiheit im besonderen betrifft..
So ist dieser herrliche Briefroman ein Zeugnis seiner prophetischen Gabe, etwas zu kreieren, das zwar erst einmal in seiner Phantasie entstanden ist, dessen Verwirklichung er aber wirklich anstrebte.
Dadurch ist er vielleicht in die Krise seines Lebens gestürzt und zwar unaufhaltsam (weil dem Idealbild nicht nachzukommen war).
Somit legt niemand, der dieses Werk gelesen hat, es beiseite, ohne tief erschüttert zu sein, aber doch auch Wege aufgezeigt bekommen zu haben (und welche!), die sich lohnen einmal näher betrachtet oder auch nachgegangen zu werden.
Übrigens ist der Roman auch gleichzeitig eine Reisebeschreibung durch Griechenland.
Die Deutschen (das Spießige an den Deutsche eben) bekommen am Ende noch einige tüchtige Seitenhiebe ab und da meint man wirklich nicht, daß er eigentlich geistig etwas abseits steht, im Gegenteil.
Hölderlin erinnert an Kleist und an H.Heine, er ist aber entschieden radikaler, also auch deutscher.
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