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am 9. April 2014
Damals in Babylon hielten die Menschen sich für Gott, wollten dies zeigen, fingen an, den „Turm der Türme“ zu bauen…… und jeder weiß, wie die Legende sich weiter entsponnen hat. Als „Ur-erfahrene“ menschliche Allgemeinerfahrung, wo jede grandiose Überheblichkeit zwanghaft hinsteuert, wo die „Maßlosigkeit“ zum „Verlust“ folgerichtig führt.

Meinhard Miegel legt sachlich, nüchtern, argumentativ überzeugend, selten polemisch und durchweg hoch lesenswert den Finger auf genau jene Wunde.

Auf die „modernen Türme von Babel“, symbolisiert durch einen Flughafen, der nicht funktioniert, eine Philharmonie, deren Kosten alle Grenzen sprengen, Dutzende, vom Leser in Hundertschaften weiterzudenkende Beispiele, die aber immer nur äußerer Ausdruck dessen sind, was der Mensch in seiner Überheblichkeit (aber auch nur) meint, zu sein.

Mit einem vielleicht klein wirkenden, aber mit weitreichenden Folgen versehenen anderem Ende zur alten Erzählung.

Hat die Legende des Turmbaus zu Babel eindringlich vor Augen halten wollen, dass Überheblichkeit zum Sturz und daher eine gewisse Demut dem Menschen gut zu Gesichte steht, weist Miegel mit Wucht nach, wie in der Gegenwart genau jene Eigenschaften, vor denen solche Erfahrungsschätze der Menschheit warnen, „en vogue“ sind.

Erfolgsfaktoren, die es zu Kultivieren gilt in der Moderne.

Ohne „mehr Schein als Sein“, ohne eine durch keine Selbstzweifel bedrückte Form der „Eigenverehrung“ (und Eigenwerbung) sind Karrieren, Reichtümer, scheinbar kaum zu erreichen.

Ohne Sinn und Verstand, ohne Maß und Weitsicht wird gelebt. Vor allem konsumiert. Die Wirtschaft geschmiert. Von Oben, unten, rechts und links. Das goldene Kalb wird umtanzt.
„Höher, weiter, schneller“ ist das alleinige Gesetz der Zeit.

Interessanterweise aber in einem „Lebensrausch“, der weder Glück noch Zufriedenheit befördert, noch nicht einmal wirklich sicher fühlt sich ein hoher Teil der Menschheit, trotz vielfach doch wesentlich gesicherterer Verhältnisse als noch vor hundert Jahren.

„Bestens unterhalten somit in innerer Leere die Tage abhetzend“, das könnte ein Bild des modernen Menschen sein, wie Miegel ihn vor Augen führt. Mit vielfachen praktischen Beispielen, mit teils spitzer Zunge und dennoch, wenn man ehrlich ist, sehr, sehr zutreffend in der Charakterisierung dieses modernen Lebens.

Wobei eine „entfesselte Technik“, die Miegel breit aufführt, letztendlich nur das äußere Spiegelbild des „entfesselten“ Menschen ist.

Die „Freiheit der Aufklärung“ hat ihr Werk übererfüllt. Die „Freiheit von“ überwertig in den Raum gesetzt unter Lösung der Bindung an moralische und ethische Überzeugungen, die einer „Freiheit zu etwas“ (zumindest zu einer persönlichen Verantwortung) über lange Zeiten der Geschichte hin zumindest eine gewisse Rahmung gegeben haben.

Soweit die schonungslose Analyse des Buches.

Wobei Miegel beim „Aufdecken der Hybris“ nicht stehen bleibt, sondern dem Leser konstruktive Gedanken durchaus mit auf den Weg gibt. Gedanken, die in dieser Form nicht einzigartig sind, sondern breiter um sich greifen in einem „Weniger ist Mehr Denken“. In einem „Zurückfahren“ all dessen, was den Menschen nicht glücklicher, die Welt in der Breite aber deutlich ärmer macht (nicht nur innerlich).

Ein verantwortlicher und gemäßigter Hedonismus ist für Miegel der Schüssel zu dem, was Menschen im Eigentlichen zu einem zufriedenen und, auch mit sich selbst, befriedeten Leben führen kann.

Was eine Abkehr von ständiger Optimierung, Effizienz, von einem durchgehenden „in Zahlen fassen“ des Lebens natürlich bedeutet. Wobei Miegel bei all dem nicht doktrinär seine Gedanken mitteilt, sondern eher schlicht seine Überzeugung darlegt.

Ein fertiges Programm allerdings kann der Leser ehrlicherweise nicht erwarten.

Anstöße liefert Miegel, Assoziationen, was „gut“ gehen könnte, aber keine Dogmen oder Anweisungen nun in eine „verzichtende“ Richtung statt einer „vermehrenden“ Haltung. Das eigene Denken und die Überlegung für eigene Wege zu echtem Wohlbefinden mit Augenmaß und Verantwortung für das „große Ganze“ nimmt Miegel dem Leser nicht ab.

Ein intensives und wichtiges Buch.
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TOP 100 REZENSENTam 17. März 2014
Hybris bedeutet ja so viel wie Größenwahn und Selbstüberschätzung. Und genau an dem leidet unsere Gesellschaft in zunehmenden Maße, meint der Autor. Wir frönen also einem Lebensstil, der nicht mehr unserer Wirtschaftskraft entspricht. Das Ergebnis sind Schulden, für die keiner mehr haften kann. Es fehlt die Erkenntnis, dass "gesundes" Wachstum schlicht nicht mehr möglich ist.

Doch woher kommt dieser kollektive Realitätsverlust? Für Miegel ist es vor allem die "Verwirtschaftung aller Lebensbereiche", wie er es nennt. In der Arbeitswelt erleben wir einen nie enden wollenden Optimierungswahn, in der Bildung eine ständige Lehrstoffverdichtung und Akademisierung, ja selbst in der Freizeit gibt es eine Qualitätskontrolle. Tausende Ratgeber stehen bereit, den Müßiggang so lange zu optimieren, bis er keiner mehr ist. Alles ist auf Exzess ausgelegt: Bauten, Sport, Arbeit, Vergnügen, Technik, Schulden. Das Ergebnis ist eine allgemeine Erschöpfung, meint der Autor. Und diese wirkt sich nicht nur negativ auf das kollektive Wohlbefinden aus, sondern bedroht die Gesellschaft als Ganzes. Miegel bringt hier das Beispiel der Geburtenrate. Wenige Länder gaben und geben so viel Geld für Kinder und Familien aus. Trotzdem sinkt die Geburtenrate. Warum? Weil sich viele junge Menschen auch ohne Kinder schon oft in ihrem Alltag überlastet sehen, und nicht mehr in der Lage oder willens sind, die zusätzlichen Lasten durch Kinder zu schuldern. So kann aber auf Dauer kein Volk existieren.

Miegel mahnt also ein Umsteuern an: weg von der ideologisch gesteuerten Maßlosigkeit, vom maßlosen Konsum, der maßlosen Produktion, der Maßlosigkeit um der Maßlosigkeit willen. Für ihn steht fest, dass nur Beschränkung zu einem schönen Leben führt und er setzt dabei auch auf "fernöstliches Denken und Versenken". Danach bedeutet es keinen Verlust, wenn man das, was man nicht mehr braucht, in gewonnener Lebensqualität umrechnet. Miegel bringt hier eine interessante Statistik, nach dem die Kurven für die Zunahme des Bruttosozialproduktes seit 1980 und für die in Umfragen ermittelte subjektive Zufriedenheit, immer weiter auseinandergehen. Die erste schnellt hoch, die Zufriedenheit nimmt immer weiter ab. Was zeigt, dass ein mehr an Produktion und Konsumtion nicht zu mehr Lebensqualität führt, sondern zu weniger.

FAZIT
Natürlich ist nicht alles neu was Miegel schreibt. Das Thema "Work-Life-Balance" ist eigentlich auch schon ziemlich "abgegrast". Aber der Autor kann doch unterhaltsam schreiben, liebt die Provokoation, spitzt gern zu (der Buchtitel verrät es ja schon ein wenig) Und so ist es doch eine interessante Lektüre, die sich von ähnlichen Sachbüchern zum Thema positiv abhebt.
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am 19. Mai 2014
wie es ist schreibt Miegel nicht. Hybris, was hätte man unter diesem Titel für ein epochemachendes und evtl. -veränderndes Buch schreiben können. Allein es bleibt bei einer Stoffsammlung, die man auch noch hätte kürzen können. Häufige, relativierte und unpräzise Argumente stören den Lesefluß: "nicht wenige glauben..." oder "reichlich 90% ..." ? Warum der angekündigte Paradigmenwechsel - wenn überhaupt möglich - ausschließlich generationsübergreifend zustandekommen kann schreibt erheblich stilsicherer H. J. Maaz in seinem Buch "die narzisstische Gesellschaft".
Für Veränderungen ist das Verstehen der Ursachen Voraussetzung.
Pflichtlektüre sollte das Buch dennoch sein, es trägt zur Schärfung des Problembewußtseins bei, ohne den ein Paradigmenwechsel ohnehin undenkbar ist.
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Wenn Hybris schon früh zu einem meiner Lieblingswörter wurde, lag dies vor allem an einem Lateinlehrer, den ich eigentlich gar nicht mochte. Aber wenn er gut drauf war, vergass er den Lehrplan und erzählte uns die griechischen Sagen. Und die Geschichte von Ikarus vermittelte er so spannend, dass mir bis heute blieb, wozu menschliche Selbstüberschätzung führen kann. Und um diese Hybris geht es auch in diesem Buch.

Meinhard Miegel beginnt mit der alttestamentarischen Geschichte vom Turmbau zu Babylon, die ja das gleiche Thema behandelt. Und der erste Satz lautet: „Wäre es nicht zum Weinen, wäre es zum Lachen.“ Gemeint ist damit der Bau des neuen Berliner Vorzeigeflughafens. Aber was er mit diesem Projekt, Stuttgart 21 und weiteren Fehlplanungen demonstrieren will, ist nur Teil des Problems. Denn es geht bei solch komplexen Projekten nicht nur um Hochmut, Realitätsverlust und Selbstüberschätzung. Dass dies auch dem Autor bewusst ist, zeigen die Überschriften der folgenden Unterkapitel. Sie lauten: Mobilität, Schulen, Bildung, Sport, Arbeit, Bevölkerung, Schulden, Sozialstaat, Technischer Fortschritt, Europa und Globalisierung.

Bis Seite 150 zeigt Meinhard Miegel, was alles falsch läuft und die Menschen des 21. Jahrhunderts überfordert. Wie man sich leicht vorstellen kann, ist eine solche Analyse keine erbauliche Lektüre. Daher braucht es Durchhaltewillen und die Hoffnung, der unerbittliche Kritiker werde irgendwann auch mögliche Lösungen präsentieren. Die kommen dann im Teil „Die Kunst der Beschränkung“, sind jedoch vom Glauben geprägt, der Mensch würde seine Verhaltensweisen durch Einsicht in die Notwendigkeit ändern.

Auf diesen Glauben bereitet der vorangehende Teil „Himmel auf Erden“ vor, in dem Meinhard Miegel über die „Natur des Menschen“ spricht. Dies macht er allerdings in einem Ton, der von einer pessimistischen Sichtweise geprägt ist und mich wenig ansprach. Denn obwohl ich den Schlachtrufen der Motivationstrainer ebenfalls wenig abgewinnen kann, gibt es ja auch einen Mittelweg. Ein Kapitel „Sinnfragen“ mit dem Satz „Im Grunde genommen sind alle Menschen tragische Wesen“ einzuleiten, trägt nicht viel zur Lösung bei. Da hilft es auch wenig, über die Transformation des Christentums, Paradoxien und die Suche nach dem Glück zu reden.

Die Hoffnung der Autors, dass die Krise gemeistert werden kann, beruht vor allem auf den Menschen, die nicht mehr alles glauben, was ihnen Wirtschaft, Politik und Medien erzählen. Allerdings bleibt Meinrad Miegel seinem Konzept weiterhin treu, positive Nachrichten in ein Umfeld zu stellen, das negativ gefärbt ist. Das ist umso erstaunlicher, als der ehemalige Leiter des Instituts für Wirtschaft und Gesellschaft seit 2007 Vorstandsvorsitzender des „Denkwerk Zukunft“ ist und in zahlreichen wissenschaftlichen Einrichtungen als Berater wirkt. Offenbar ist ihm entgangen, dass es Wissenschaftsdisziplinen gibt, die sich gezielt mit der Veränderungen menschlicher Verhaltensmuster beschäftigen und erstaunliche Erfolge vorweisen können. Aber über Verhaltensökonomie, Priming, Framing und Entscheidungsfindung erfährt man in diesem Buch kaum etwas, das nennenswert wäre.

Mein Fazit: „Miegels Antworten sind radikal und äußerst bedenkenswert“. Diese Einschätzung eines Kritikers steht auf der Rückseite des Buchumschlags. Doch obwohl sich viele Leser dieser Meinung anschließen werden, kann ich das Buch nur bedingt empfehlen. Denn an Analysen, weshalb Menschen überfordert sind und so vieles aus dem Ruder läuft, fehlt es nicht. Solange die Kritiker am Status quo den Modus des Beschreibens nicht verlassen, wird sich nicht viel ändern. Zur Natur des Menschen gehört eben auch das, was der Nobelpreisträger Daniel Kahneman „System 1“ nennt, also das Unbewusste. Und weil menschliches Verhalten nicht primär von der Vernunft gesteuert wird, hilft Denken nur wenig.
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am 2. September 2015
Als ich das Buch in die Hand bekam und den Namen "Meinhard Miegel" gelesen habe, musste ich an die eine Folge der Anstalt denken, als es um die Rentenversicherung ging. Meinhard Miegel und Kurt Biedenkopf leiteten das IWG BONN, wo sie, von den Banken finanziell unterschützt, herausfanden, dass die gesetzliche Rente zu teuer ist und man doch privat vorsorgen sollte (egal ob das jetzt deutlich teurer wird, weil die Anbieter noch was verdienen wollen)

Aber gut. Der Titel hat meine Aufmerksamkeit erregt und auch der Klappentext hat mir zugesagt.

Größtenteils ist das Buch sehr interessant. Viele verschiedene Aspekte sind beleuchtet, aber auf diese sind andere schon eigegangen.
Ich war verwundert, dass er sich doch so gegen das aktuelle Gesellschaftsmodell, unserer Kultur und Verhalten stellt.

Er kommt in seinem Buch aber nicht drum herum, ständig zu betonen, dass der Sozialstaat zu teuer ist. Immer wieder stellt er diese Behauptung in den Raum, ohne diese genau zu begründen. Wieso funktionierte das Rentensystem vor der liberalen Politik noch so gut? Warum sind die USA noch höher verschuldet als wir, auch wenn sie so gut wie keinen Sozialstaat haben? Also kann die Ursache für den Kollaps des Systems nicht auf den "Wohlfahrtsstaat" geschoben werden. Piketty hat für die Schuldenproblematik eine bessere Erklärung.

"Noch immer versuchen nicht wenige, die Bürger glauben zu machen, eine auskömmliche staatliche Altersversorgung sei auch ohne Verlängerung der Lebensarbeitszeit möglich, jeder könne ein bedingungsloses und existenzsicherndes Grundeinkommen erhalten [...]."

Wieso können wir uns keine auskömmliche Altersversorgung leisten? Man muss nur die Verteilung der Güter und Dienstleistungen die in einem Staat geschaffen werden, gerecht verteilen. Sprich so dass jeder davon etwas hat.
Eine Verlängerung der Arbeitszeit ist dabei völlig unnötig, da wie er selbst schreibt, die Arbeit immer mehr von Maschinen übernommen wird und demnach immer mehr Jobs im industriellen und landwirtschaftlichen, aber auch bald im Dienstleistungsbereich ersetzt werden.
"Energieabhängige Maschinen waren und sind die Haupttreiber des Produktivitätsfortschritts, und selbst wenn diese von menschlichen Hirnen und Händen geschafeen werden, lassen sie den Menschen Schritt für Schritt hinter sich"

So what? Wo ist das Problem, wenn wir immer weniger Berufstätige haben? Die Produktivität der Gesellschaft wird durch Automatisierung bei weiten kompensiert. Man muss nur die von Maschinen geschaffenen Güter gerecht in der Gesellschaft verteilen. Der gesamte Wohlstand der Gesellschaft wächst nicht, nur weil die Leute privat vorsorgen. Nur die Versicherungen machen damit ein Geschäft..

Ich kann nicht nachvollziehen, warum ihm dieser Widerspruch nicht auffällt.. Deswegen auch nur 2 Sterne. Mir kommt es so vor, als sei das Buch an die sozial Schwachen gerichtet, dass diese den Gürtel in Zukunft etwas enger schnallen sollten. Die Gier, die uns an den Rand des Kollapses geführt hat, ist nur die Gier ein paar wenigen die die meiste Macht ausüben.
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am 9. Januar 2016
Weniger ist mehr! Die Grundgedanken des Buchs hätte Miegel kurz und knackig in einem zwanzigseitigen Essay darlegen können. Und der Gedanke ist überzeugend, dass der Mensch sich nach dem Verzicht auf ein ideales Jenseits eine ideale diesseitige Welt schaffen zu können glaubt und sich dabei überschätzt und überfordert und letztlich scheitert! Aber Miegel leert zu genüsslich seinen randvollen Zettelkasten aus und gibt immer noch ein Beispiel für diese Hybris, ohne am Ende einen überzeugenden Weg in die bescheidenere, achtsamere Welt zu zeigen. Ich zweifle inzwischen, dass ein solcher Weg existiert und der Mensch den Rückzug aus Hybris und Selbstüberforderung schafft. Also - fünf Sterne für Miegels Grundansatz und maximal drei für die Ausführung.
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am 24. März 2014
Die Analyse ist umfassend und sehr gut aufbereitet. Der Autor liefert eine umfangreiche und mit zahlreichen Quellen belegte Diagnose zum Chaos unserer Epoche. Von den griechischen Philosophen wissen wir, dass sich aus dem Chaos im Lauf der Zeit wieder ein neuer Kosmos entwickelt. Aber wie kann dieser Wandel gestaltet werden? Hierzu erfahren wir leider nicht viel Wegweisendes, außer dass wir alle unserer Hybris abschwören müssen.
Letztlich kommt der Verfasser zum Ergebnis, dass jetzt ein Paradigmenwechsel vonnöten sei. Nicht schlecht – und wie ist dieser zu bewerkstelligen? Ergebnis: Das Terrain, in dem sich Paradigmenwechsel ereignen, sei unübersichtlich, denn jeder Tag bringe Unvorhergesehenes. Auf jeden Fall solle der Staat nicht auf alles einwirken, sondern allen Akteuren größtmöglichen Freiraum eröffnen. Aha! Um mit Beckenbauer zu reden: Schau mer mal!
Hans Dieter Köder
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am 18. Mai 2015
Wer es genr logisch strukturiert und dafür aber vielleicht ein bischen trocken mag, der ist mit Meinhard gut bedient. Das Anliegen ist ehrenwert und die Argumentation immer nachvollziehbar und gut recherchiert. Ein super aktuelles Buch in altmeisterlicher Erzählweise.
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am 11. Juli 2014
Nicht von ungefähr ist die uralte biblische Geschichte vom "Turmbau zu Babel" das bekannteste Symbol für menschlichen Größenwahn und Selbstüberschätzung.

Können, allen voran die westlichen (früh)industrialisierten Länder, in denen derzeit immer (noch) eine relativ große Mehrheit materiell besser gestellt ist, bzw. besser versorgt wird als anderswo, der globalen Wachstumsideologie, dem ständigen Streben nach Superlativen, - frei nach dem Motto "immer höher, immer schneller, immer mehr" - auf Dauer folgen? Oder ist der Tanz um das goldene Kalb schon längst ein Tanz auf dem Vulkan? Ist überhaupt noch rationales (Um)Denken, gar ein Paradigmenwechsel möglich, oder ist die Apokalypse, der Untergang der Menschheit und ihrer kulturellen Errungenschaften bereits vorprogrammiert?

In seinem jüngsten gesellschaftskritischen Werk HYBRIS prangert der bekannte Sozialwissenschaftler, Publizist und Bestsellerautor Meinhard Miegel immer krankhafter wuchernde globale Wirtschaftsaktivitäten, zunehmende Naturzerstörung, entfesselte Finanzmärkte, unkontrollierte Datenströme, Habsucht, Gier, Maßlosigkeit, Ausbeutung und elitäres Allmachtdenken an. Dieses in seiner unheilvollen Gesamtheit völlig aus dem Ruder laufende kommerzielle nimmersatte Verhalten, das systematische Zusammenbrüche von sozialen Strukturen vieler Volkswirtschaften billigend in Kauf nimmt, führt weltweit zu immer größeren Missständen, Ungerechtigkeiten sowie Benachteiligungen und beschwört Szenarien herauf, dass letztendlich alles zu Fall zu bringen ist.

Ist der Zug der Lemminge noch aufzuhalten? Das Rad des Fortschritts, verbunden mit vielen positiven Errungenschaften, will und kann letztendlich niemand zurückdrehen, aber liegt nicht vielleicht doch - so paradox es auch klingen mag - im Rückschritt zu einem maßvollen Gleichgewicht der Fortschritt?

Immer mehr Menschen möchten sich nicht länger auf morgen oder übermorgen vertrösten lassen, sondern hier und heute am Wohlstand teilhaben. Wie aber kann sich die gesellschafts- und wirtschaftspolitische Zukunft einer konkurrierenden Weltbevölkerung sowie aller Europäer inklusive uns Deutschen - angesichts immer schwerer friedlich lösbarer Interessenskonflikte - gestalten? Hat die Vernunft noch eine Chance?

Meinhard Miegel bespricht in seiner aufrüttelnden und nachdenklich stimmenden Publikation HYBRIS viele, vielen am Herzen liegende brisante Themen.
[...]
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am 6. November 2014
Jede Seite sehr bedenkenswert. Eine unwahrscheinlich genaue Situationsbeschreibung, deren Konklusion erschreckend, aber einzig wahr ist.
Eine Freude, dieses Buch gelesen zu haben
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