Das Topos des Edel-Räubers ist ein uraltes, nicht erst seit Robin Hood, der das Geld den Reichen nahm und den Armen gab. Über "Topkapi", "Den Dächern von Nizza" und dem "Clou" bis hin zu der Oceans-Trilogie zieht sich die Geschichte des geschickt eingefädelten Diebstahls, an dessem Ende das hereingelegte Opfer steht, das meistens noch mehr auf dem Kerbholz hat als seine Diebe.
Mit "Hustle - Unehrlich währt am längsten" hat die BBC nun eine ganze abendfüllende Serie geschaffen, die sich den Trickbetrügern widmet und die es momentan schon auf 5 Staffeln gebracht hat.
Dem Rezensenten liegt hierbei die zweite Staffel vor, die aus dem Serienallerei durchaus herausragt, wenngleich sie in Deutschland weitgehend unbeachtet blieb und auf dem Bezahlsender RTL-Crime unter ferner Liefen versendet wird. Die Quote kann hierbei aber keinesfalls ein Qualitätskriterium sein, wenn man bedenkt, dass Top-Produkte wie die großartigen "Mad Men" auf ZDF-Neo eine Quote von 0,0 Prozent einfahren. Daher ist es Ziel dieser Rezension, eine Lanze für diese Serie zu brechen und den geneigten Kunden von dieser Serie zu überzeugen!
In der aus sechs Folgen bestehenden Staffel ist auf zwei DVDs verteilt, mit deutscher und englischer Tonspur versehen und verfügt über einige Extras, die mich aber nicht ganz zufrieden stellen konnten. Das Bild ist klar und der Ton ist ebenfalls sehr gut, allerdings sackte beim Anschauen auf meinem Laptop die Tonspur manchmal ab, was ich beim Schauen über ein DVD-Gerät aber nicht feststellen konnte. Aber nun zum Inhalt:
Albert, Danny, Mickey, Ash und Stacy sind britische Trickbetrüger, die sich den raffinierten Coups verschrieben haben. Sie nehmen es den Reichen und den Größen der Unterwelt, um auf den Gewinnen aufbauen ihr Kapital zu vergrößern und es für gute Zwecke einzusetzen. Das Team vereint die unterschiedlichsten Charakter, vom Impulsiven Frischling (Danny), bis hin zum edlen Trickbetrger und Menschenleser Albert. Jeder hat seine genau zugewiesene Rolle und selbst wenn man die Serie bis dato nicht kannte, ist man nach einer Folge sofort mit der Personenkonstellation vertraut und versteht die Grundzüge und die Dynamiken innerhalb der Gruppe. Die Folgen sind allesamt völlig unterschiedlich vom Aufbau her und selbst wenn man meint, man wüsste, wie der Hase diesmal läuft, schlägt einem die Geschichte meisten ein Schnippchen. Besonders angetan war ich von der Tatsache, dass am Ende jeder Episode eine lückenlose Aufklärung aller Finten, die das Team dem Opfer und damit dem Zuschauer geschlagen hat, stattfindet. Von einem lässigen Lounge-Jazz-Mix unterlegt nehmen die Gauner reiche Geschäftsmänner aus (Goldmine), legen die Polizei herein (Black Storm) oder rächen persönlich ein Mitglied (Der Zocker). Herausragend fand ich jeweils die auf den DVD am Ende befindlichen Episoden, nämlich "Die Lehrstunde" und "Kronjuwelen", die es bestens geschafft haben, den Rezensenten zu verblüffen und zu amüsieren. Generell muss man auch sagen, dass "Hustle" mitnichten eine staubtrocken und ernste Angelegenheit ist, sondern dass der Humor oftmals und gerne eingesetzt wird - diese Serie sticht wirklich aus dem CSI-Medicine-Sitcom-Serienallerlei heraus. Nach "Sherlock" die zweite BBC-produzierte Serie, die mich völlig überzeugt hat und die den Kauf auf DVD vollkommen wert ist!
Fazit: Eine geschmeidige Serie, die bestens unterhält und die allemal den Kauf der DVD wert ist, wenn man hier schon durch die inhumane Austrahlungspolitik der Sender vergrätzt wird und sich solche Perlen auf DVD zuführen muss, anstatt sie im Fernsehen genießen zu können.